Die „Grünen“ haben sich viel vorgenommen

Sie kandidieren für den Gemeinderat: v.l. Christiane Müller-König, Christoph Schroer, Heidrun Lemke, Hans-Jürgen Beck, Siegfried Lemke, Carmen Merkel, Fabian Peters, Almuth Peters-Böking und Ilona Bremer. (Foto: Renate Tiffe)

Wahlprogramm vorgestellt – Kandidaten auch für Ortsräte

Altwarmbüchen (ti). Stolz präsentieren sie ihr Wahlplakat und die Broschüre mit dem umfangreichen Wahlprogramm. Bündnis 90/ „Die Grünen“ in Isernhagen haben sich viel vorgenommen für die Kommunalwahl am 11.September. Sie haben Kandidaten für alle Ortsräte aufgestellt und sie wollen stärker im Gemeinderat vertreten sein. „4 plus“ lautet die Devise für die künftige Anzahl der Sitze - und: „wir wollen neue Mehrheiten im Rat“.
Die Energieversorgung bleibt weiter das große Zukunftsthema, aber es ist bei weitem nicht das einzige Problemfeld auf dem die „Grünen“ sich einsetzen wollen. In der Baupolitik soll es um eine Verdichtung in den Ortschaften und in den Gewerbegebieten gehen. „Wir brauchen keine Ausweisung zusätzlicher, großer Baugebiete“, sagt Fabian Peters. Aber als „unsäglich“ werden die geplanten 15-Meter-hohen Gebäude in Kirchhorst angesehen. Die Ortsteile sollen ihren ländlichen Charakter am Stadtrand von Hannover behalten. Dazu gehört der Erhalt der Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Gegensteuern wollen „die Grünen“ dem Attraktivitätsverlust des Zentrums in Altwarmbüchen. Mehr Aufmerksamkeit soll auf den innerörtlichen Verkehr gerichtet werden und auf die Verbindung der Ortsteile untereinander. Bessere Fahrradwege und ein „anderes Fahrradverkehrsgefühl“ – gleichberechtigt neben dem Autoverkehr – fordert Heidrun Lemke, die zusammen mit Christoph Schroer die Doppelspitze in der Partei bildet.
Als Querschnittsthema will Hansjürgen Beck die Energieversorgung sehen. Die Energie werde immer teurer, die Techniken für die „Erneuerbaren“ seien vorhanden. Die Höhenbegrenzung für die Windkrafträder müsse aufgegeben werden und „wir brauchen ein Solarkataster für die Dachflächen“. Die Dezentralisierung in der Stromerzeugung müsse vorangetrieben werden. Die gemeindeeigenen Energiewerke sollten nur mit alternativen Strom gespeist werden. Die Energiesparmöglichkeiten bei Neubauten und bei der Gebäudesanierung müssen weiter gefördert werden.
Für die übrigen „grünen Positionen“ will Christiane Müller-König sich einsetzen, die schon einmal dem Rat angehörte und jetzt, nach einer Familienphase, neu durchstartet. Sie fordert eine kostenfreie Kinderbetreuung („das letzte Kita-Jahr haben wir schon geschafft“) und mehr Krippen- und Hortplätze. Sie bringt das Jugendparlament wieder ins Gespräch, das Isernhagen schon einmal hatte, „notfalls mit einer geänderten Gemeindeordnung“. Außerdem solle die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten aufgestockt und die Frauenquote in den Führungspositionen der Verwaltung eingeführt werden.
Die Aufstellung eigener Kandidaten für die Ortsräte ist nicht nur der derzeit äußerst positiven politischen Großwetterlage für die „Grünen“ geschuldet. Die Partei betont die Notwendigkeit, die bürgernahen Ortsräte zu erhalten. Eine
andere Struktur sollte dagegen für die Verwaltungsnebenstellen geprüft werden, meint Fabian Peters, der Fraktionsvorsitzende im Rat. Statt aufwendig die einzelnen Nebenstellen zu erhalten, sollte ein mobiler Bürgerservice von der Gemeinde eingerichtet werden. Auch ein öffentlicher Bus, der an festen Tagen verkehrt, sei kostengünstiger als die derzeitige Lösung.