„Die fromme Helene“ begeisterte nicht nur die Frauen

Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Isernhagen Mona Achterberg begrüßte das Publikum im Isernhagenhof mit einem kurzen historischen Abriss zu 100 Jahren Weltfrauentag. (Foto: Anna Kentrath)
 
Nur die Concertina begleitete Theo Eufels alias Barbara Kratz Gesangeinlagen. Schlager aus verschiedenen Jahrzehnten wurden hier humorvoll intoniert. (Foto: Anna Kentrath)

Veranstaltungen zum 100. Weltfrauentag in Isernhagen

ISERNHAGEN (ak) Seit nunmehr 100 Jahren gibt es ihn schon, den Weltfrauentag und doch werden Fragen der Gleichstellung, wie aktuell die Diskussion über mehr Frauen in Führungsetagen, immer noch und immer wieder gestellt. Die Gemeinde Isernhagen begeht den Weltfrauentag in jedem Jahr und auch das große Jubiläum sollte keineswegs zu kurz kommen. Die Gleichstellungsbeauftragte Mona Achterberg organisierte anlässlich des 100-Jährigen ein vielfältiges Programm. Den Auftakt bildete vergangenen Freitagabend in Kooperation mit dem KulturKaffee Rautenkranz das Theaterstück „Die fromme Helene“ im Isernhagenhof in Isernhagen FB.
Als einzige Veranstaltung des Programmangebotes, an der auch Männer teilnehmen durften, lockten Wilhelm Buschs Verse an die 65 Besucher an. Mit kulinarischen Köstlichkeiten, einem Gläschen Wein und angeregten Gesprächen konnten sich, trotz der Größe des Isernhagenhofs, die Gäste in Caféhaus-Atmosphäre auf das Kommende einstimmen.
Mit einigen Worten zur Entwicklung des Weltfrauentages sowie der Gleichstellung der Geschlechter begrüßte die Gleichstellungsbeauftragte Monika Achterberg die Anwesenden. Ihr historischer Abriss begann 1911 mit dem ersten Weltfrauentag, ins Leben gerufen unter anderem durch die Frauenrechtlerin Clara Zetkin, ging weiter über das Frauenwahlrecht, welches in den 20ern gewährt, in den 30ern teils wieder zurück genommen wurde sowie die Studentenbewegung als Geburtsstunde der 2. großen Frauenbewegung.
Als nächstes betrat ein eigenartiger Gesell die Bühne. Mephistophelische Gesichtszüge, violettes Rüschenhemd, weitestgehend kahles Haupt und ein abgeschnittener Teufelsschwanz, so erschien der Erzähler des Abends Theo Eufel dem Publikum, immer ein anzügliches Grinsen auf den Lippen, aus dem ereignisreichend Leben der „frommen Helene“ berichtend. Schauspielerin Barbara Kratz stellte sich in einer One-Woman-Show allen Rollen des Buschschen Theaterstücks. Ob Helene, Vetter Franz, Onkel oder Tante Nolte, ein schneller Griff an die Requisitenwand, die Stimme mit einer anderen Färbung versehen und schon nahm Barbara Kratz wieder die Kontur einer weiteren Rolle an. Rasant springt sie in den Dialogen von einer Figur zur anderen und schafft es dazwischen jede Menge Schlager einzubinden, sich selbst begleitend auf der Concertina. Dazu noch eine Prise Marilyn Monroe und Britney Spears, die von der scharfzüngigen Mimin nicht verschont blieben und schon war der unterhaltsame Abend, gewürzt mit jeder Menge schwarzen Humors, komplett.
Neben Wilhelm Busch Theaterstück „Die fromme Helene“ boten sich noch eine Reihe weiterer Programmpunkte zum Weltfrauentag in Isernhagen. Im Rathaus der Gemeinde zeigte eine kleine Ausstellung berühmte Frauen der Geschichte, skizzierte die „prägnantesten Errungenschaften“, wie Mona Achterberg erklärte, der Frauenbewegung der letzten hundert Jahre und wartete schließlich mit einem kleinen Quiz auf, dass die Möglichkeit bot, dass eigene Wissen zu testen.
Vergangenen Montag bot der „Internationale Frauentreff“ in der Begegnungsstätte Altwarmbüchen nicht nur eine außergewöhnliches Buffet, sondern auch Zeit zu interessanten Gesprächen zwischen den Kulturen. Weiter ging es schließlich am darauffolgenden Tag mit einem Frauenbücherstammtisch, wo alle Bücher auf den Tisch kommen konnten, die die teilnehmenden Frauen bewegten, unabhängig von Seitenzahl und Genre. Den Abschluss des Programms zum Weltfrauentag bildete schließlich der Frauenstammtisch am vergangenen Donnerstag. Hierfür hatte Mona Achterberg zusammen mit ihren Kolleginnen Anne Kirchenbüchler aus Langenhagen, Annette Wiede aus Lehrte und Petra Pape aus Burgdorf ein 20-minütiges Theaterstück zur Geschichte von 100 Jahren Weltfrauentag auf die Beine gestellt. Diskutiert wurden unter anderem die Fragen nach den bisherigen Fortschritten der Gleichberechtigung sowie den Defiziten.