Der runde Klang ist wichtig

Beate Schlüter (von links), Hans-Georg Teschner, Jens Krause und Marita Löffler gestalteten die Plattenkiste. (Foto: NDR)

"Isernhagenchor 50 plus" zu Gast in der NDR-Plattenkiste

ISERNHAGEN (r/gg). Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Beate Schlüter, Hans-Georg Teschner und Marita Löffler vom "Isernhagenchor 50 plus" unterhielten sich mit Moderator Jens Krause. Chor-Vorsitzende und Sopran Marita Löffler erklärt den Anspruch: Auch Menschen über 50 können noch einen guten Chor bilden. Neben dem Vokal-Ensemble, das großen Zulauf hatte, wurde dieser Chor 1995 extra für die 50-plus-Generation gegründet, damit alle eine Chance haben. Damit sollte ein Zeichen gesetzt werden. Meistens sind dann die Kinder groß und eine neue Aufgabe samt neuem Umfeld wird gesucht. Da bietet sich das musikalische Gebiet an. Eine Warteliste gibt es nur für Menschen, die noch unter 50 sind. Viele Chöre sagen: Bitte nicht unter 35, hier heißt es über 50, erläutert Beate Schlüter. Als sie diesen Begriff "50 plus" für den Chor wählten, sagt sie, gab es diesen Begriff eigentlich noch gar nicht. Nach oben gibt es keine Grenze - einige der Sängerinnen sind über 80. Schummeln gibt es nicht, das geht nur über den Aufnahmeantrag, ergänzt Tenor Hans-Georg Teschner.
Von ihrer Chorleiterin Anne Drechsel sind sie begeistert. Anne Drechsler war Solistin am Opernhaus in Hannover. Als sie ihre Karriere an der Staatsoper beendete, gründete sie den Chor. Ihr ist der runde Chorklang wichtig, erzählen die Gäste in der Sendung: Ihre Leiterin kann durchaus "charmant strafend" gucken - so Hans-Georg Teschner. Aber sie motiviert andererseits, denn alle Stimmen sind ausbaufähig. Sämtliche Sänger fühlen sich wohl beim Singen, schwärmen die Gäste. Es macht ihnen stets allen Freude, in der Gruppe etwas zu entwickeln und immer schöner klingen zu lassen bin hin zum Auftritt. Die Soprane nennen sich die "Teeny-Tussys" - aber das ist eher scherzhaft gemeint. Gesundheit und Fitness steckt auch hinter Chorgesang. Wenn man etwas Neues lernt wie im Chor, hilft das - neuesten Studien zufolge - Alzheimer vorzubeugen, weil im Gehirn neue Schaltungen entstehen, erklärt Marita Löffler. Jeder ist intensiv gefordert, ob er nun vom Blatt oder auswendig singt, sagt Hans-Georg Teschner. Der Chor war auch dabei, als die Carmina Burana in Isernhagen aufgeführt wurde - alle in mittelalterlicher Kleidung. Eine Dame, als Narr verkleidet, erklärte die Texte dem Publikum in Versform. Hans-Georg Teschner erinnert sich gern an die Ohrwürmer, die ihm auch in den Tagen danach noch geblieben sind, aus dem Stück. Für alle - Zuhörer wie Auftretende - war dies ein besonderes Erlebnis.
Der nächste Auftritt des "Isernhagenchors 50 plus" ist am 2. September im Amtshof in Großburgwedel um 17 Uhr unter dem Motto "Swing durch die Welt".