CDU fordert Aufarbeitung der vergangenen Jahre

Burkhard Kinder und Helmut Lübeck äußerten sich zur Zukunft des Isernhagenhofes. (Foto: Renate Tiffe)

Kulturverein Isernhagenhof wählt am 30. August neuen Vorstand

ALTWARMBÜCHEN (ti). Am 30. August wählt der Kulturverein Isernhagenhof in einer nicht öffentlichen Versammlung seinen neuen Vorstand. Es ist keine leichte Aufgabe, die auf die künftige Führungsspitze zukommt. Möglichst schnell muss ein Konzept stehen, mit dem Isernhagens wichtigste Kultureinrichtung aus den roten Zahlen herauskommt. Alle Parteien im Rat sind sich einig, dass es einer Aufarbeitung der Dinge bedarf, die zu dem Defizit führten.
Die CDU hat jetzt in einem Pressegespräch ihre Vorstellungen noch einmal genauer formuliert. Vorab gaben der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Burkhard Kinder, und der Fraktionsvorsitzende im Rat, Helmut Lübeck, eine klare Stellungnahmen für die Weiterführung des Vereins ab. Zwar müsse die Politik das Thema Isernhagenhof begleiten, weil es um Steuergelder geht, mit denen sorgsam umzugehen sei, sagte Kinder. Schließlich hatte die Gemeinde – neben dem jährlichen Zuschuss von 65.000 Euro - erst kürzlich 20.000 Euro zusätzlich gewährt, damit der Verein seine satzungsgemäße Arbeit fortführen kann. Auch ist inzwischen die Immobilien-Instandhaltung an die gemeindeeigene Servicefirma übergeben worden. Ziel sei es jedoch, so bekräftigte Kinder, den Verein mit seiner wertvollen Kulturarbeit zu erhalten. Diese Aufgabe in die innere Verwaltung zurück zu holen sei nur die Ultima ratio.
Die Bedeutung des Isernhagenhofes als „Eckpfeiler der Isernhagener Kulturarbeit“ strich Lübeck heraus. Diesen „als Marke“, die über die Region hinaus bekannt ist, zu erhalten und auszubauen sei enorm wichtig. Keiner der Beteiligten wolle der Einrichtung Abbruch tun, die ein Projekt der ganzen Gemeinde und nicht eines Ortsteils sei. Zugleich forderte Lübeck, dass der neue Vorstand „die Dinge nicht einfach abhaken“ könne, „die im Raum stehen“. „Die Tatsachen müssen sachlich und konsequent aufgearbeitet“ werden, meinte er. Bei der Menge von Kommunikationsfehlern hätten die Bürger jetzt ein Anrecht auf Klarheit. Darüber hinaus müsse ein angemessenes Controlling künftig im ureigensten Interesse des neuen Vorstandes liegen.
Nicht unerwähnt ließen die Kommunalpolitiker, dass sich die Situation des Isernhagenhofes in den letzten Jahren verändert hat. Die großen baulichen Investitionen sind abgeschlossen, inklusive des Parkplatzangebotes. Scheune und Foyer sind attraktiv genug für andere Möglichkeiten der Nutzung, beispielsweise der Vermietung an Firmen und andere Unternehmen. Damit kann sich die Einnahmeseite verbessern. Aus der Kulturstätte der Gemeinde ist sozusagen ein Wirtschaftsunternehmen geworden, das eines vernünftigen Managements bedarf.
Im künstlerischen Bereich dürfte die bereits von Rudolf Scharff, dem zurückgetretenen Vorsitzenden, vorgeschlagene 70 : 30 Lösung das finanzielle Risiko mindern. Ob damit noch „die großen Kracher“ nach Isernhagen kommen werden, bezweifelte Lübeck. Je stabiler die Marke sei, desto besser könne das aber gelingen, zumal es ja auch die Mischkalkulation mit „kleinteiligen“ Veranstaltungen gebe. Dass der Zuschuss der Gemeinde einmal geringer werden könnte, wenn die aktuellen Schwierigkeiten vorüber sind, schloss Lübeck nicht aus. Schließlich fielen ja die hohen Personalkosten für den Geschäftsführer weg. Er korrigierte sich aber gleich selbst: erfahrungsgemäß wachsen mit der Zeit die Bedürfnisse. Kultur sei immer und überall ein Zuschussgeschäft.