Caren Marks zu Besuch bei der Bürgerstiftung

SPD im Gespräch mit der Bürgerstiftung Isernhagen: v.l. Marlis Helfers , Wolfgang Stolt, Michael Koch, Wolfgang Dorn, Caren Marks und Thomas Hahn. (Foto: Renate Tiffe)

„Die Wege in der Stiftung führen schneller zum Ziel“

ALTWARMBÜCHEN (ti). Vieles ist möglich in der Zeit vor den Wahlen. In Isernhagen stattete die Bundestagsabgeordnete Caren Marks der Bürgerstiftung einen Besuch ab. Die SPD-Politikerin aus der Wedemark ist Sprecherin der Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mitglied der Gruppe Ehrenamtliches Engagement. Die Bürgerstiftung Isernhagen ist die einzige in ihrem Wahlkreis.
In Niedersachsen sei der Gedanke der Bürgerstiftungen besonders weit verbreitet, betonte der Vorsitzende Michael Koch. Isernhagen war eine der ersten Gründungen, die schon mehr als 10 Jahre besteht. Alle zwei Jahre werde ein Gütesiegel verliehen, um das man sich demnächst auch wieder bemühen werde. Die Botschaft erreiche immer mehr Menschen. Jedes Jahr könne ein Zuwachs von etwa 10 Prozent verzeichnet werden. Besonders stolz ist man auf die Nachwuchsorganisation, die „Junge Stiftung“. Für die Vergabe der Stiftungsgelder hat sich ein „Arbeitskreis Förderprojekte“ gebildet. Neben den „Leuchtturmprojekten“ für die Öffentlichkeit gebe es in jedem Jahr 18 bis 20 Einzelförderungen, die nicht öffentlich werden.
In Begleitung von Frau Marks befanden sich der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Dorn sowie Thomas Hahn der SPD-Fraktionsvorsitzende und Marlis Helfers, die für den Altwarmbüchener Ortsrat kandidiert. In der Fraktion habe zu Anfang der Eindruck bestanden, der Staat - Bund, Land Kommune - ziehe sich aus den sozialen Aufgaben zurück und an Bedürftige sollten Almosen verteilt werden. Stiftungen entstehen auch da, wo sie nicht notwendig sind, erklärte Thomas Hahn die bisherige Zurückhaltung der Fraktion gegenüber der Isernhagener Stiftung, die außerdem noch auf Initiative eines Christdemokraten, Klaus-Dieter Mukrasch, entstanden sei. Es habe viele Vorurteile gegeben.
Die Einstellung der Bundes-SPD sei aber schon lange eine andere, erläuterte Caren Marks. Schon 2002, zu rot-grünen Zeiten, sei eine erste Reform für das Stiftungswesen auf den Weg gebracht worden und während der Großen Koalition sei 2007 die große Reform des Stiftungsrechts erfolgt, welche große Erleichterungen für die Stiftungen gebracht habe. Die Gesetze wurden verändert, weil viele Menschen ihr Vermögen anders vergeben wollten. Es werde eine wichtige Arbeit geleistet, um die Ungleichgewichte in der Gesellschaft nicht noch größer werden zu lassen. Allerdings seien die Stiftungen nicht dazu da, die Pflichtaufgaben des Staates zu ersetzen. Eine Gratwanderung für die Hilfen sei notwendig. Es werde nicht nur Geld sondern auch Zeit gespendet, warf Wolfgang Stolt, Pressesprecher der Isernhagener Stiftung ein. Viele Menschen, die etwas für die Allgemeinheit tun möchten, wollten sich nicht einordnen in die Strukturen von Vereinen oder Parteien. Die Wege in der Stiftung führen schneller zum Ziel. Als Beispiel nannte er die Initiative „Hand in Hand“ mit der Heinrich-Heller-Schule.
Im Grunde sei es ein Geben und Nehmen, sagte Wolfgang Dorn. Er habe vor einiger Zeit ein Gespräch mit Matthias Müller vom Arbeitskreis für Förderprojekte geführt. Klar sei, dass die Stiftung strukturell nichts ändern könne. Kein soziales Netzwerk sei aber so dicht, das es nicht immer noch Nischen gebe, wo geholfen werden kann.