Bürger diskutieren die Neugestaltung des Zentrums

Peter Carl vom hannoverschen Planungsbüro Lohaus und Carl mit Michaela Austermann von der Planungsabteilung des Bauamtes. (Foto: Renate Tiffe)
 
Hinweis auf die geschichtliche Bedeutung: Der Brunnen sei von Farbe und Gestaltung her ein Symbol für das Moor. (Foto: Renate Tiffe)

Verkehrsberuhigung vordringliches Thema

ALTWARMBÜCHEN (ti). Die Gremien von Orts- und Gemeinderat haben sich bereits mit den neuen Entwürfen zur Umgestaltung des Zentrums in Altwarmbüchen befasst. Jetzt wurden die Pläne den etwa 80 Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt, die zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus gekommen waren. Anregungen und Einwürfe wurden protokolliert. Bis zum 3. April können auch noch schriftliche Eingaben an die Gemeinde gerichtet werden.
Bürgermeister Arpad Bogya, der die Veranstaltung moderierte, wies auf die mehr als 10 Jahre langen Bemühungen der Gemeinde hin, die Situation im Ortskern des Isernhagener Zentralortes zu verbessern, die zeitweise auch mit intensiver Bürgerbeteiligung stattfand.
Die erhofften Städtebauförderungsmittel sind ausgeblieben und werden kaum noch erwartet. Vermutlich muss die Gemeinde selbst die 1,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, die nach dem neuen Entwurf erforderlich sein werden. Dieser sei einfacher und billiger als die bisherigen Vorschläge, sagte Bogya. Ausgangspunkt für die Neugestaltung seien die Planungen für den Vollversorger-Markt gewesen, der an der Stelle der katholischen Kirche gebaut werden soll.
Das Blaue Band ist in die Jahre gekommen, der Brunnen ist umstritten, der Straßenverkehr ist eine Belastung, die Parksituation ist unübersichtlich. „Überall stehen Autos herum“, schilderte Peter Carl vom hannoverschen Planungsbüro Lohaus und Carl den Eindruck von Altwarmbüchens Ortsmitte, gar nicht zu reden von der geringen Aufenthaltsqualität auf den Plätzen vor dem Rathaus und an der Nordseite.
Die Planer schlagen vor, einen Marktplatz zu schaffen, mit einem einheitlichen rotbraunen Klinkerbelag zwischen Rathaus und der nördlichen Einkaufspassage. Die Parkplätze in den anliegenden Straßen könnten zusammengelegt werden. Anstelle der Ginkos sollten mehr raumgreifende Bäume stehen, mit einer anderen Beleuchtung könnte eine angenehmere Lichtatmosphäre hervorgerufen werden.
Für die Realisierung der Umgestaltung des gesamten Areals in einer Größenordnung von mehr als 10.000 Quadratmetern müssen zuerst die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Der Rat muss dazu seine Entscheidungen treffen, wie auch zur Gestaltung im Einzelnen.
Bereits in der öffentlichen Diskussion ist die Frage der Verkehrsberuhigung zwischen Königsberger und Stettiner Straße mit Herausnahme des Busverkehrs. Es gebe einen Kranz von Möglichkeiten technisch-planerischer Art, betonte Wolf-Dieter Petersen, der sich schon mehrfach in der Öffentlichkeit zu dem Thema geäußert hatte.
Die Schilderung der verschiedenen Aspekte, die die Anlieger betreffen und die Zugangsmöglichkeiten, auch zum künftigen größeren Einkaufsmarkt nahmen dann auch einen breiten Raum bei den Wortbeiträgen der Veranstaltung ein. Fazit war, dass viele der Anwesenden das Zentrum weitgehend vom Verkehr freihalten möchten.
Wegen des Klinkerbelags wurden dennoch mehrfach Bedenken geäußert. Bei den Parkplätzen wurde darauf aufmerksam gemacht, dass es viele Büros und Geschäfte in der Ortsmitte gibt, die weiter zugänglich bleiben müssen.
Was das Blaue Band und den Brunnen vor dem Rathaus angeht, sind viele Einwohner Altwarmbüchens dafür, darauf zu verzichten, um dem Platz ein moderneres Gesicht zu geben. Eine Diskussionsteilnehmerin verwies aber mit Nachdruck auf deren geschichtliche Bedeutung.
Die Elemente des Blauen Bandes, die rein optisch die Verbindung zwischen den Plätzen beiderseits der Bothfelder Straße herstellen sollten, spiegele das Flüsschen Wietze wider, das zwischen den Isernhagener Ortsteilen fließt. Der Brunnen sei von Farbe und Gestaltung her ein Symbol für das Moor.