Abschied auf Zeit für Birgit Birth beim Christophorusfest

Voll war es beim Christophorusfest: Über 100 Menschen kamen, um den Namenstag zu feiern und sich von Birgit Birth vorerst zu verabschieden. (Foto: Svenja Steinseifer)
ALTWARMBÜCHEN (svs). Es ist ein Abschied auf Zeit und ein aufregender Schritt ins Ungewisse. Für Birgit Birth ist der Gottesdienst zum Namenstag des Heiligen Christophorus vorerst der Letzte. Nach dem alljährlichen Christophorusfest im Gemeindegarten hinter der Altwarmbüchener Christophoruskirche heißt es für die Pastoren Birth: Koffer packen.
Der Abschied nach dem Gottesdienst in der Christophorusgemeinde Altwarmbüchen fällt heute etwas anders aus: Mit herzlichen Umarmungen, Geschenken und besonders guten Wünschen für Birgit und Holger Birth. „Wir fahren nach Kenia, um dort ein Kind zu adoptieren“, verrät die Pastorin. Das der Namenstag des heiligen Christophorus in diesem Jahr ausgerechnet auf einen Sonntag fällt, „habe sich einfach gepasst“. So verabschieden sich Birgit und Holger Birth mit dem alljährlichen Christophorusfest in der Altwarmbüchener Christophoruskirche in die Elternzeit.
„Vor allen Dingen feiern wir heute das Christophorusfest“, betont Birth. Der Legende nach trug der bärenstarke Reporb ein Kind über einen gefährlichen Fluss. Er wunderte sich, warum es auf seinen Schultern so schwer und das Wasser so unruhig war. Als er mit Müh und Not das andere Ufer erreichte, fragte er: „Wer bist Du, Kind“. Es antwortete: „Ich bin Jesus Christus. Du hast auf deinen Schultern nicht nur mich getragen, sondern die Last der ganzen Welt“. Seither gilt er als Schutzpatron der Flößer, Brückenbauer, Reisenden und Pilger und des gesamten Straßenverkehrs und wurde zum Heiligen Christophorus. Einen passenderen Zeitpunkt als seinen Namenstag hätte es kaum geben können.
Nach dem Gottesdienst gibt Birgit Birth ihren Schützlingen einen kleinen Engel mit auf den Weg. „Wir haben hier eine Gemeinde voller Engel“, sagt sie gerührt, „und genauso empfinde ich es auch!“
Gerechnet hatten die Births mit so viel Anteilnahme dennoch nicht. Über 100 Menschen seien gekommen, um den Namenstag zu feiern und sich von den Pastoren zu verabschieden. „Das stärkt uns“, sagt Holger Birth. „Wir wissen, dass es nicht ganz so einfach ist“, sagt Dr. Hartmut Mollat, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, „aber wir unterstützen die Pläne der Births voll und ganz und freuen uns mit ihnen.“
Günter Rinne, Mitarbeiter der Altwarmbüchener Tafel findet schnell eine Erklärung für den herzlichen Abschied: „Sie geht nie an der Tafel vorbei, hat immer ein freundliches Wort und eine herzliche offene Art“, sagt Rinne. Seit sechs Jahren betreut Birgit Birth die Christophorusgemeinde mit Schwung, Kreativität und viel Herz. Sie werde der Gemeinde fehlen. Vorerst. „Birgit Birth kommt ja wieder“, sagt Mollat. Und mit Paul Gundert habe der Kirchenvorstand eine gute Vertretung.
Einen großen Koffer voller guter Wünsche nehmen die Pastoren mit nach Kenia. Und als Reisende den Schutz des Heiligen Christophorus. „Wir sind aufgeregt“, verrät die Pastorin, „und wir freuen uns!“ Auch wenn Birgit Birth nicht weiß, was jetzt passieren wird. „Wissen Sie“, sagt Günter Rinne, „sie ist einfach ein Mensch, den man mögen muss!“