70 Rotröcke nahmen an diesjähriger Hubertusjagd teil

Camill Freiherr von Dungern (ganz rechts), Master of Hounds der Niedersachsenmeute, nahm mit den Foxhounds und seiner Equipage an der Jagd teil. (Foto: Sina Balkau)

Curée und Hubertusfeuer aus Sicherheitsgründen erstmals ohne Pferde

ISERNHAGEN (sib). Jagdreiter sind hart im Nehmen – das bewies die diesjährige Hubertusjagd des Reit- und Fahrvereins Isernhagen: Trotz strömenden Regens nahmen etwa 70 Rotröcke an der 15 Kilometer langen Hatz über Felder und Wiesen teil. Sie folgten den Hunden der Niedersachsenmeute und der Böhmer Harrier Meute, die den sieben Schleppen hinterher jagten.
„Es freut mich, dass heute nur die härtesten und besonders begeisterten Jagdreiter gekommen sind“, sagte Jagdherr Eugen Klein bei der Begrüßung der Teilnehmer der traditionellen Hubertusjagd. Der zweite Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Isernhagen nahm es leicht, dass Petrus der Jagdgesellschaft kein besseres Wetter geschickt hatte. Abschrecken lassen hatte sich allerdings das Publikum: In den Vorjahren waren immer zwischen 350 und 400 Zuschauer mit dabei, dieses Mal waren es nur circa 250 mit Regenschirmen ausgerüstete Pferdefreunde, sodass einige der Traktoranhänger leer blieben.
Nach einem dreifachen Horrido – dem traditionellen Gruß und Jagdruf aus der Jägersprache – bliesen die Rallye Trompes de la Bruyére sowie die Gruppe Fermate auf ihren Jagdhörnern zum Start. Als erstes ritten die Schleppenleger los, um die für die Jagdhunde sehr interessant duftende künstliche Fährte zu legen. Dann wurden die Hunde losgelassen, die sogleich davon stürmten. Seit einigen Jahren wird in Isernhagen mit zwei Meuten gejagt: Mit den Foxhounds der Niedersachsenmeute und den Harriern der Böhmer Harrier Meute kamen zwei sehr unterschiedliche Hunderassen zusammen, die sich bei der Jagd gut ergänzen.
Die beiden Master of Hounds, Camill Freiherr von Dungern und Thorsten-H. Mönchmeyer, sowie ihre Equipagen führten die Jagdgesellschaft an. Diese hatte sich in drei Felder aufgeteilt: Das erste Feld nahm alle Sprünge, das zweite konnte schwierige Hindernisse auslassen und das dritte sprang nicht. Durch diese Einteilung wird es ermöglicht, dass sowohl sehr erfahrene als auch noch junge Reiter gemeinsam auf die Jagd gehen können.
Nach fünfzehn Kilometern voller atemberaubender Sprünge über anspruchsvolle Hindernisse und wildem Galopp über die Felder und Wiesen Isernhagens – untermalt vom fröhlichen Geläut der Jagdhunde sowie dem Klang der Jagdhörner – kamen die Rotröcke gesund und munter wieder auf dem Halaliplatz an. Das Brauchtum zum Ende der Reitjagd fand jedoch etwas anders statt als sonst: Zunächst wurden die Pferde verladen und versorgt. Erst danach wurde das Hubertusfeuer angezündet und die Hundemeuten bekamen ihre Beute, das Curée aus Rinderpansen. „Aus Sicherheitsgründen“, erklärte Eugen Klein.
Ein gemeinsames Essen in der Reithalle samt Jagdkritik – das so genannte Schüsseltreiben – stellte das Finale des Tages dar. Am Abend fand dann noch eine Jagdparty mit Grünkohl und Bregenwurst, Musik und Tanz, statt.