16 neue Konfliktschlichter wollen für besseres Schulklima sorgen

Schüler, Lehrer und Bürgermeister Arpad Bogya bei der Urkundenübergabe. (Foto: Sina Balkau)

Schulübergreifende Ausbildung für Gymnasiasten, Haupt- und Realschüler

ALTWARMBÜCHEN (sib). Bürgermeister Arpad Bogya übergab 16 Urkunden an die neuen Konfliktschlichter von Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Die Achtklässler haben an der einjährigen Ausbildung, die als schulübergreifende AG alle vierzehn Tage stattfindet, teilgenommen und die Abschlussprüfung bestanden. Jetzt wollen sie sich für ein besseres Schulklima einsetzen.
„Sechzehn Mal Dankeschön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt und nun einen Beitrag zu einem positiven Miteinander in eurer Schule leisten wollt“, sagte Arpad Bogya bei der Übergabe der Urkunden an die Schüler.
Die Jugendlichen der drei Schulformen in Isernhagen haben am achten Jahrgang der schulübergreifenden Konfliktschlichter-Ausbildung teilgenommen. Alle zwei Wochen trafen sie sich für eine Stunde mit ihren Lehrern Manfred Schroeter, Sylvia Geißler-Kramer und Silke Bilet. Das Lehrerteam hat eine Schulung absolviert, die sie dazu befähigt, Schüler auf den Umgang mit Konfliktsituationen vorzubereiten.
In Rollenspielen übten die Jungen und Mädchen, wie sie einen Streit schlichten können. Dabei wurden verschiedene Situationen, die im Schulalltag vorkommen, durchgespielt, wie zum Beispiel der Diebstahl einer Sporttasche. Zum Ende der Ausbildung mussten alle sechzehn Teilnehmer eine Abschlussprüfung ablegen. Im nächsten Zeugnis wird dieses Engagement vermerkt, was besonders bei späteren Bewerbungen gut ankommen wird.
Der Zeugniseintrag spielte bei vielen der Jugendlichen eine entscheidende Rolle, als sie sich für die Ausbildung entschieden haben. Den meisten macht es aber auch ganz einfach Spaß, einen Konflikt zu lösen. „Ich finde es sehr interessant, den Mitschülern bei Problemen zu helfen“, sagte Robin Grummann. Und Linda Schmidt ergänzte: „Das ist ja unsere Schule, wir wollen schließlich auch, dass die Stimmung hier gut ist.“
Jede Schule hat einen Konfliktschlichterraum, der immer in den Pausen besetzt ist. Alles, was in diesen Räumen besprochen wird, unterliegt der Schweigepflicht der Schlichter und darf nicht an Dritte weitergegeben werden. Trotzdem nutzen bisher wenig verkrachte Schüler dieses Angebot. „Leider sind nur wenige bereit, ihre Konflikte schlichten zu lassen. Wir wissen auch nicht, woran das liegt. Möglicherweise fürchten die Jugendlichen, dass sie dann ihr Gesicht verlieren“, mutmaßte Sylvia Geißler-Kramer von der Realschule.