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Thema Pyrolyse erörtert

Ausflugsteilnehmer vor der Pyrolyse-Anlage auf dem Hof Nuttelmann.
  • Ausflugsteilnehmer vor der Pyrolyse-Anlage auf dem Hof Nuttelmann.
  • Foto: Umweltschutzverein
  • hochgeladen von Gabriele Gosewisch

Isernhagen (r/gg). Auf Einladung des Umweltschutzvereins unternahmen Mitglieder und weitere Interessierte aus der Politik und Wirtschaft am Samstag voriger Woche einen Ausflug, der lang herbeigesehnt und durch die Pandemie verzögert worden war. Heidrun Lemke hatte den Ausflug mit Hilfe ihres Teams geplant. Dank der guten Vorsorge des Busunternehmens Artal wurde die interessierte, buntgemischte Gesellschaft – unter anderem mit Kinderwagen und Rollstuhl – zu den Zielpunkten kutschiert. An der ersten Station, Hof Nuttelmann bei Steyerberg, erläuterte Landwirt Ingo Nuttelmann seine Pyrolyseanlage. Er habe sich vorrangig auf die Vergasung von Holzabfällen spezialisiert, die anderweitig keine Abnehmer fänden, beispielsweise „Käferholz“ oder Heckenschnitt. Seine Pyrolyseanlage mit einer Leistung von 64 bis 100 Kilowatt verschwele alles fast CO2 - frei bei 800 Grad zu Pflanzenkohle, die er komplett zur Verbesserung seiner sandigen Böden als Humusaufbau verwende. Die entstehende Wärme heize dabei seinen ganzen Hof, Wohngebäude und Ställe. Er könne theoretisch auch noch Nachbarn mitversorgen. Die Teilnehmer konnten die Anlage besichtigen und auch anhand des Funktionsschaubildes bei der Arbeit beobachten.
Nächste Station des Ausflugs war das Gasthaus „Vier Jahreszeiten“ in Loccum. Gestärkt und gut gelaunt fuhr die Gesellschaft weiter nach Rehburg zur Firma Biomacon, dem Hersteller der Pyrolyseanlagen. Herr Suer, Geschäftsführer des Betriebes, erläuterte die Funktionsweise der dort zu besichtigenden großen Pyrolyse-Öfen, deren Leistung er mit 500 kW bezifferte. Er baue immer noch vorrangig für Schweden und Norwegen sowie die Schweiz, gab er an, dort sei man viel weiter als in Deutschland und habe die klimapositive Arbeitsweise der Öfen erkannt. Man könne mit einer solchen Anlage theoretisch alles verkohlen: Biomasse schadstofffrei und CO2 positiv zu Pflanzenkohle, zur Bodenverbesserung. Schadstoffhaltige Masse, wie beispielsweise Klärschlamm, müsse nach der Verkohlung auf Rückstände untersucht werden. Sollten Rückstände vorhanden sein, könne diese Kohle beigemischt werden in Beton und in Straßenbelegen und werde auch hier wieder einem Verbrauch zugeführt und erspart den immer knapper werdenden Rohstoff Sand. Nichts müsse auf Deponien landen. Lohnen würde sich der Prozess auch, weil mit der Verkohlung CO2 Zertifikate erworben werden könnten. Letzte Station des Ausflugs war ein Aufenthalt am Steinhuder Meer - so der Bericht von Katrin Bittner.

Autor:

Gabriele Gosewisch aus Lehrte

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