TSG beendete Oberligasaison mit Sieg gegen Vizemeister

Heidmar Felixson entwischte seinem Bewacher ein ums andere Mal mit kleinen Kabinettstückchen, die zur allgemeinen Erheiterung in der Halle beitrugen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Undankbare Aufgabe für Finn Ozimek (53): Er musste Spielertrainer Heidmar Felixson bewachen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

HSG Northeim wurde mit 27:30 Niederlage nach Hause geschickt

GROSSBURGWEDEL (hhs). Wenn man 1030 durch 29 teilt, dann kommt man zum Ergebnis 35,5. 1030 Tore hatte das Handball Oberligateam der TSG in den 29 Saisonspielen geschossen und das Ergebnis spiegelte so ungefähr die Erwartungshaltung der Fans in der Sporthalle auf der Ramhorst am Samstagabend wieder, als die Großburgwedeler, sie stehen seit gut zwei Wochen als Oberligameister und Aufsteiger in die 3. Handball-Liga fest, gegen den Vizemeister HSG Northeim trafen. Der Oberligameister ließ nicht mehr anbrennen und hielt auch im letzten Saisonspiel seine Heimstatt sauber. Man gewann 30:27. Wenn man die Anfangsrechnung etwas anders gestaltet, die eingefangenen 825 Treffer im Großburgwedeler Gehäuse durch die 29 Spiele teilt, dann kommt da 28,4 heraus. Fazit: An diesem Abend war die Großburgwedeler Abwehr noch stärker als bei vielen Spielen zuvor.
Dieses letzte Argument ist nicht aus der hohlen Hand formuliert, denn die beiden Schiedsrichter hatten zeitweise nicht so den rechten Blick auf die Realitäten. Die Gastgeber erhielten insgesamt 18 Strafminuten, dabei waren sie zweimal auf vier Feldspieler reduziert, wobei kaum jemand auf der Tribüne diese Entscheidungen nachvollziehen konnte. Aber es ist gut gegangen, die TSG-Handballer ertrugen es aufrechten Kopfes und führten dann jeweils eindringlich vor Augen, warum sie Oberligameister geworden sind. Mit einer gewissen Lockerheit haben sie nun auch das letzte Spiel der Rückrunde gewonnen , in der sie 29:1 Punkte eingefahren haben. Nur das Unentschieden beim MTV Vorsfelde Mitte Februar trübt diese Bilanz ein ganz klein wenig.
Das Spiel gegen die HSG Northeim hatte eigentlich keinerlei Brisanz, man könnte sagen, es ging um die goldene Ananas. Die Burgwedeler standen weit vorher als Oberligameister und Aufsteiger fest, ebenso die HSG als Vizemeister. Dennoch nahmen beide Teams das Spiel nicht auf die leichte Schulter. Die Männer um Spielertrainer Heidmar Felixson begannen konzentriert und führten nach wenigen Minuten 4:0. HSG-Trainer Carsten Barnkothe hielt es in der Situation, 4. Spielminute, für angemessen, eine Auszeit zu nehmen. Er wollte damit wohl den Spielfluss der Großburgwedeler unterbrechen. Veränderungen an der Spielkultur seines Teams brachte das schließlich nicht.
Im weiteren Verlauf der ersten Spielhälfte veränderte sich nichts an den Machtverhältnissen in der Halle auf der Ramhorst. Großburgwedel blieb vorn, einmal nur mit einem Treffer. Hatte man die Zügel etwas schleifen lassen, dann gab man wieder etwas mehr und schon war ein Sicherheitsabstand wieder hergestellt. In diesen Phasen geriet die Partie wirklich ansehnlich und kampfbetont, niemand in der Halle machte sich ernsthaft Sorgen, dass an diesem Abend aus Großburgwedeler Sicht etwas schiefgehen könnte.
In der zweiten Spielhälfte gingen die Gäste etwas intensiver zur Sache, was dem Spiel gut tat. Großburgwedel musste stärker arbeiten und hatte hier zu Beginn das Pech, das selbst so routinierte und sichere Schützen wie Pauzuolis aus guter Position einen halben Meter am Pfosten vorbeischossen. Die Ausbeute der Gäste geriet besser, was zum einen daran lag, dass TSG-Keeper Jörg-Uwe Lütt am Samstag weit unter seiner gewohnten Form spielte. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte kam Timo Ellenberg für Lütt und der brachte die Spieler der HSG mit seinen Paraden zur Verzweiflung.
In der letzten Viertelstunde schenkte HSG-Trainer Barnkothe seinem Spielertrainer-Kollegen Heidmar Felixson seine besondere Aufmerksamkeit, indem er ihm einen persönlichen Bewacher zur Seite stellte. Finn Ozimek, der Mann mit der Nummer 53, musste diese Aufgabe übernehmen. Und die geriet undankbar. Felixson bewegte sich kaum. Dann eine Finte und der Isländer war weg wie ein Blitz. Das führte zu einiger Erheiterung unter den Zuschauern, die von ihrem Heidmar offenbar nichts anderes erwarteten. Zwei Treffer erzielte er selbst, für drei weitere sorgte er mit tollen Zuspielen.
Am Ende hieß es verdient 30:27. Für die Treffer der TS Großburgwedel sorgten Lars Eichelmann (9), Heidmar Felixson und Robertas Pauzuolis mit jeweils sechs, Maximilian Wölfel vier, Paul Schirmer drei und Mirko Thieme und Jan Krüger mit je einem Treffer. Die TSG wurde von den Schiedsrichtern mit insgesamt 18 Strafminuten bedacht, die HSG erhielt vier.