TSG beendete gelungenen Wettkampftag der Kunstturnelite der Damen mit einem 6. Platz

Das Aufsteigerteam der Turnerschaft mit Virginie ten Voorde, Finja Säfken, Jana Herklotz, Lucie Gerbrecht, Anna Wienecke, Johanna Deutschmann und Ariane Jakovcevic bei der Siegerehrung. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Anna Pavlova erhielt als beste Einzelturnerin des Wettkampfes einen Ehrenpreis gestiftet von Erika Rust, Ehrenmitglied der TSG. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ohne Konzentrationsfehler an Stufenbarren und Schwebebalken sind bessere Ergebnisse drin

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der starke Zuspruch der Besucher zu diesem Sportereignis war angemessen, immerhin war die Bundesdeutsche Turnelite der Damen zu Gast in Großburgwedel. Die Vorsitzende der Turnerschaft Großburgwedel, Karola Hoppenstedt hatte noch wenige Tage zuvor mit gewissem Understatement auf Anfrage dieser Zeitung formuliert, Saisonziel der Großburgwedeler Damen sei in der ersten Bundesligasaison einzig und allein der Klassenhalt. Sie wird nun nach dem Wettkampf etwas ruhiger schlafen können, denn dieses Ziel scheint greifbar, auch angesichts des festen Willens der Turnerschaft, das Team nicht mit „Einkäufen“ zu verstärken. Bei einigen Gästeteams schien es, als sei Rumänisch Umgangssprache im engeren Zirkel. Das ist nachvollziehbar, denn nach der Auflösung des Ostblocks sind die Spezialisten der ehemaligen Kunstturnhochburgen Richtung Westen gewandert. Die folgenden Erfolge im gesamten Deutschen Kunstturnen gehen auch auf ihren Einfluss zurück. Um so bemerkenswerter die Leistung der Turnerschaft an diesem Wochenende.
Vier Disziplinen mussten die Teilnehmerinnen turnen, Boden, Sprung, Stufenbarren und Schwebebalken. Los ging es für die Großburgwedelerinnen am Boden mit Virginie ten Voorde. Sie setzte gleich zu Beginn einen Glanzpunkt mit einer 11,80 Wertung. Um es vorweg zu nehmen, es war die höchste Wertung in dieser Disziplin. Johanna Deutschmann erzielte 11,55 Punkte, Finja Säfken 11,35 und Lucie Gerbrecht 10,90. Dieser Auftakt der Aufsteigerinnen erschien furios und der Funke der Begeisterung sprang augenblicklich auf das Publikum über: Nach dem ersten Gerät im Gesamtklassement auf dem vierten Rang, das konnte sich mehr als sehen lassen und weckte Hoffnungen.
Es folgte der Sprung mit Johanna Deutschmann als Starterin. Das war große Klasse, was die junge Frau da zeigte, 12,70 Punkte, die offenbar auch die anderen Turnerinnen motivierten. Finja Säfken erhielt 11,95, Lucie Gerbrecht 11,85 und Virginie ten Voorde 11,30. dennoch mussten die Großburgwedelerinnen den vierten Rang damit abgeben. Auch bei den anderen Teams zählt der Sprung offenbar zu den Paradedisziplinen.
Weiter ging es für die Gastgeberinnen am Stufenbarren, an dem ein Neuzugang der Großburgwedelerinnen sich zum ersten Mal im Wettkampf präsentierte: Ariane Jakovcevic, die den Weg von Ilten nach Burgwedel eingeschlagen hat, blieb fehlerfrei mit 10,70 Zählern und rauschendem Applaus. Allerdings gingen nun wertvolle Punkte verloren: Finja Säfken 10,50) und Anna Wienecke (11,15) gingen jeweils vorzeitig auf die Matte. Johanna Deutschmann, Schlussturnerin an diesem Gerät, behielt die Nerven und erzielte 11,20 Punkte.
Der Schwebebalken entwickelte sich für die Aufsteigerinnen leider zum Stolperbalken, an dem auch Tränen flossen: Finja Säfken und Virginie ten Voorde landeten je zweimal neben dem Balken und erhielten Punktabzug. Säfken kam noch gut davon mit 10,45, bitter waren dagegen die 8,50 für ten Voorde. Entsprechend sauer zeigte sich Landestrainerin Conny Hill nach den Patzern, die allesamt auf Konzentrationsfehlern zurückzuführen sind bei der Fussstellung der Turnerinnen. Aber wo Schatten ist, ist irgendwo auch Licht: Jana Herklotz brillierte an ihrem Spezialgerät mit 11,65 Punkten und Lucie Gerbrecht erhielt sogar 12,80 Punkte, die viertbeste Wertung an diesem Wettkampftag. Damit hatten die Großburgwedelerinnen insgesamt180,35 Punkte gesammelt, was am Ende den sechsten Platz bedeutete.
Sieger des Wettkampftages wurde der MTV Stuttgart (196,60), gefolgt von TuS 1861 Chemnitz-Altendorf (190,80), Eintracht Frankfurt (187,55), TuG Leipzig (185,85) und TG Karlsruhe-Söllingen (184,90). Auf dem sechsten Platz die Turnerschaft und anschließend TG Mannheim (180,00 und Turn Team Köln mit 165,45). Anna Pavlova, Weltklasseturnerin aus dem Team von Eintracht Frankfurt gewann die inoffizielle Wertung als beste Einzelturnerin und erhielt einen Preis gestiftet von Erika Rust, Ehrenmitglied der Turnerschaft. Für die Preise für die Teams hatte die Firma Braukmann in Form von hochwertigen Kosmetik- und Pflegeprodukten gesorgt. Die Verpflegung der Turnerinnen während des Wettkampfs wurde vom E-Center gesponsert.