Ist für Burgwedel die 3.Liga noch zu retten?

Kein Durchkommen für Drittligisten Handball Hannover Burgwedel: Marvin Pfeiffer wird am Torwurf gehindert. (Foto: Holger Staab)
 
Artjom Antonevitch ist ein wichtiger Stammspieler für HHB, musste zuletzt aber wegen einer Verletzung pausieren. (Foto: Holger Staab)

HHB hat in der 3. Liga Nord bisher erst sechs Pluspunkte eingespielt

BURGWEDEL (st). Der starke Auftritt beim 30:24-Sieg im Nachbarschaftsderby bei der TSV Burgdorf II kurz vor dem Jahreswechsel macht zwar Mut, dennoch stellt sich die Frage, ob Handball Hannover Burgwedel den Klassenerhalt in der 3. Liga Nord noch schaffen kann? Die schwachen Leistungen über viele Wochen hinweg waren einfach nicht ausreichend für die Liga und als Tabellenschlusslicht mit vier Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sieht die Situation nicht gerade rosig aus. „Der Grund für das bisher schlechte Abschneiden, liegt darin, dass zu viele Spieler bisher unter Ihren Möglichkeiten spielen", sagen die Trainer Kay Behnke und Marius Kastening gegenüber dem Marktspiegel und fügen hinzu: Dazu kommt, dass wir mit Julius Hinz einen Spieler haben, der bisher so gut wie gar nicht dabei war und wir im Kern der Mannschaft uns noch nicht gefunden haben", 
Die Entwicklung im Verlauf der bisherigen Saison war erschreckend. Dabei fing alles mit einem guten Start an: Im Derby gegen die TSV II konnte sich HHB mit 25:21-Toren durchsetzen und damit die ersten beiden Punkte einspielen. Dann ließen auch drei Niederlagen die Spieler um Artjom Antonevitch nicht in eine Krise schlittern. Der 28:15-Erfolg gegen SC Magdeburg II war eindrucksvoll und verdient. Die Mannschaft hätte den Weg in das gesicherte Mittelfeld fortsetzen können.
Drei knappe und bittere Pleiten bei der HSG Ostsee (25:26), gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin (24:25) und bei TuS Vinnhorst (27:28) waren dann aber der Anfang von einer Pannenserie: Zehn Begegnungen gingen ohne Pluspunkte für die HHB-Spieler an die Gegner und besonders die deftigen Niederlagen gegen die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, Oranienburger HC (16:27) und Füchse Berlin II (25:32) machten ratlos.
Die Mannschaft, die am Anfang der Spielzeit mit viel Vorschlusslorbeeren ausgestattet war, individuell mit viel Potenzial in die Spiele ging und als Saisonziel einen gesicherten Mittelfeldplatz angestrebt hatte, viel förmlich auseinander. In entscheidenden Spielsituationen wurden zu viele Fehler gemacht, falsche Entscheidungen getroffen oder Fehlwürfe reihten sich wie ein roter Faden aneinander. Dabei spielte HHB oft nicht schlecht, aber eine konstante Leistung über sechzig Minuten war nicht möglich.
Ein Spiel mit voller Motivation von der ersten bis zur letzten Minute zeigten Johannes Marx und Co dann am ersten Rückrundenspieltag und dem letzten Spiel des Jahres in Burgdorf: Die TSV-Zuschauer staunten nicht schlecht über die gute Vorstellung von HHB und die Spieler aus Burgwedel freuten sich nach dem Schlusspfiff zurecht über ihre Leistung. Immerhin brachte der Sieg bei den Nachwuchsrecken die ersten beiden Punkte in der Rückrunde und vielleicht ist dies eine Initialzündung zum richtigen Zeitpunkt.
Nun benötigt Burgwedel dringend weitere Punktgewinne. Und wie könnte sich das Team vielleicht doch noch in der 3. Liga halten? „Die Mittel sind ganz einfach: Jeder muss individuell besser, das heißt gieriger, konzentrierter und effektiver werden", ist Trainer Kastening überzeugt und ergänzt: "Und es geht nur als eine geschlossene Mannschaft, die füreinander kämpft, sich gegenseitig unterstützt, ehrlich miteinander umgeht.“
Die ersten Partien des Jahres 2020 haben es in sich und werden zum echten Gradmesser für Keeper Eric Frommeyer und seine Mitspieler. Ab dem 5. Januar werden die Spieler wieder im Training sein und sich auf die restlichen Spiele der Saison vorbereiten. Am 12. Januar 2020 geht es zum Derby zu Eintracht Hildesheim, am 18. Januar erwartet Burgwedel die HG Hamburg-Barmbeck und dann gastiert der Tabellenletzte am 25. Januar bei SC Magdeburg II. Mit dem SCM II und Barmbeck gehören zwei Teams zu den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Spätestens nach diesen Begegnungen wird sich zeigen, ob HHB noch eine Chance auf den Verbleib in der 3. Liga hat.