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Sebastian Pietrasch. (Foto: Sparkasse Hannover)

Einschätzung zur aktuellen Situation an den Kapitalmärkten von Sebastian Pietrasch (Sparkasse Hannover)

BURGWEDEL. Turbulenzen an den Kapitalmärkten gibt es immer wieder – ausgelöst durch unterschiedliche Impulse. Diesmal ist der Auslöser lautlos, unheimlich und verbreitet sich sehr schnell – das Coronavirus.
Vor dem Ausbruch sah die Welt an den Kapitalmärkten noch vielversprechend aus. Viele Chartanalysten haben nach dem Erreichen neuer Höchststände im DAX ganz klar neue Kaufsignale gesehen und ihre Prognose auf 15.000 Punkte angehoben. Dieselben Analysten prognostizieren jetzt einen Dax-Stand von 6.800 Punkten.
Hilft Ihnen das als Anleger weiter? Nein!
Ich möchte versuchen, Ihnen einen Weg aufzuzeigen, wie Sie Ihre Geldanlagen durch die aktuell stürmischen Zeiten manövrieren können. Es hört sich vielleicht etwas „verstörend“ an, was ich jetzt sage. Aber wenn wir einen Schritt zurücktreten, den Blickwinkel verändern und versuchen, etwas Positives zu sehen, dann bieten solche starken Krisen alle 5-10 Jahre die Chance auf einen günstigen Einstieg. Die einzige Gemeinsamkeit, die alle Crashs an der Börse hatten, war, dass die Kurse nach dem „Bezwingen“ der Krise (meist sogar schneller, als wir alle dachten) höher standen als davor. Ich denke, alle Anleger, die mehrere Krisen überstanden haben, geben mir recht. Die Zahlen und der Dax-Chart lügen nicht. Es sind Fakten.
Ob die Märkte sich zeitnah beruhigen werden – und ob wir bereits den Tiefpunkt gesehen haben – das weiß ich nicht, auch ich kann den Markt nicht voraussehen.
Sicherlich schauen Sie sich gerade Ihren Depotauszug an – und fragen sich, warum Sie nicht im Februar verkauft haben. Sollte es Sie trösten – ich habe es auch nicht gemacht und durch meinen Kopf gehen wahrscheinlich die gleichen Gedanken wie bei Ihnen: Was mache ich jetzt bloß? Soll ich neu kaufen? Soll ich abwarten?
In der Fachpresse geht zur Zeit der Satz rum: Wer bis jetzt noch nicht verkauft hat, sollte es auch nicht mehr tun. Ich muss Ihnen sagen, da ist etwas Wahres dran. Das sehe ich genauso. Aktuell ist es ein Buchverlust – und wenn ich auf das Geld nicht angewiesen bin, lautet meine Devise, die meine Kunden seit Jahren von mir kennen: Warum sollte ich ohne Not etwas mit Verlust verkaufen? Es gibt keinen Grund dazu. Auch diesmal nicht.
Sollten Sie ausreichend Liquidität geparkt haben, sind Sie in einer glücklichen Lage. Sie können die aktuellen günstigeren Kurse nutzen – solche Gelegenheiten gibt es wirklich nur alle paar Jahre. Und machen Sie nicht den Fehler, die Suche nach dem günstigsten Einstiegskurs zu starten. Das ist hoffnungslos. Die Suche nach dem heiligen Gral oder dem Bernsteinzimmer dürfte einfacher sein. Steigen Sie lieber schrittweise in den Markt ein – so umgehen Sie weitgehend das Einstiegsrisiko. Und streuen Sie Ihr Vermögen in unterschiedliche Anlageklassen. Das ist die Kunst, die schon immer zum langfristigen Erfolg geführt hat. Ein Beispiel: Wenn Sie aktuell in Ihrem Portfolio einen offenen Immobilienfonds haben, konnten Sie sich über immerhin 2 Prozent Rendite jährlich freuen. Da spielen die aktuellen Turbulenzen am Aktienmarkt keine Rolle. Die Mischung macht es - also die Streuung in unterschiedliche Anlageklassen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien Gesundheit und alles Gute für die Zukunft.
Sollten Sie Fragen zu Ihrem persönlichen Depot haben, finden Sie hier meine Kontaktdaten:
Sebastian Pietrasch
(0511) 3000-6411
Sebastian.pietrasch@sparkasse-hannover.de

Bleiben Sie tapfer und fassen Sie Mut – und ich schließe mit einem Zitat, welches bisher an der Börse immer gestimmt hat: „Die Nacht ist am dunkelsten vor der Dämmerung.“

Ihr Sebastian Pietrasch