Modernste Abbundanlage arbeitet in Fuhrberger Zimmerei

Geschäftsführer und Zimmermeister Frank Töllner stellt die Abbundanlage „Hundegger K2“ in der Halle der Fuhrberger Zimmerei vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Anlage ermöglicht deutliche Kapazitätserweiterung im Fachwerkbau

FUHRBERG (hhs). Seit ein paar Wochen gehen die Lichter in der Abbundhalle der Fuhrberger Zimmerei häufig erst gegen 23.00 Uhr aus. Das hat seinen Grund, denn in diesem Bereich des Handwerksbetriebs wird in zwei Schichten gearbeitet. „Wir haben jetzt eine „Hundegger K2 bei uns stehen“, erklärt Geschäftsführer und Zimmermeister Frank Töllner.
Fachleute wissen, was das bedeutet: Eine „Hundegger K2“ ist eine vollautomatische Abbundanlage, die einen großen Teil der Handarbeit an Tragwerken, Bauteilen und Einbauteilen übernimmt. „Und das in einer Präzision und Geschwindigkeit, wie es kein noch so gut ausgebildeter Geselle leisten kann“, so der Zimmermeister. Grundlage wie beim herkömmlichen Abbund seien korrekte Maße und Vorgaben aller Einzelteile des zu bauenden Hauses.
Die „Hundegger K2“ steht an einer Wand der Abbundhalle, knapp 25 Meter lang. In der Mitte ein Bereich in der Farbe Rot gehalten, davor eine Schutzscheibe, hinter der die Späne fliegen. In diesem Bereich findet die Bearbeitung des Holzbauteils statt. Links davon ein Tisch, auf der geschnittenes Eichenholz liegt. „Das wird ein Fachwerkhaus“, erklärt Töllner.
Unterdessen haben zwei Greifarme ein Holz ergriffen, ziehen es in den roten Bereich der Anlage. „Hier wird der Stiel für eine Fachwerkwand fertig bearbeitet“, erklärt der Meister weiter. Rechts schneidet eine Säge in Sekundenschnelle das Ende winklig. Kaum ist das beendet, entstehen die Zapfenlöcher, dann an den Enden des Stiels die Zapfen. „Etwa elf Sekunden braucht die Hundegger für einen Zapfen“, so Töllner. Die Maschine kantet das Holz um 90 Grad und bohrt in Windeseile die Löcher, in denen später beim Aufbau des Hauses die Holznägel eingeschlagen werden. Dann schiebt sie das fertige Teil nach rechts hinaus. Der Zimmermeister begutachtet es: „Manchmal finden sich noch Späne an den Bohrlöchern oder den Sägeschnitten. Wir kontrollieren jedes Stück und arbeiten die kleinen Fehler nach. Endveredelung von Hand muss sein“. Die Abbundanlage könne auch Profile an den Köpfen anschneiden, fährt er fort.
„Die Hundegger K2 bietet 100% Qualität. Wir schaffen mit ihr den Abbund eines Fachwerkhauses in einer Woche. Ohne die Anlage brauchen wir dafür vier bis fünf Wochen, mit mehreren Gesellen. An der Hundegger steht nur ein Mann, legt Holz nach und überwacht den Ablauf“, bringt er die Vorteile auf den Punkt. Die Auftragslage der Fuhrberger Zimmerei bezeichnete Töllner als sehr gut. In der Vergangenheit habe es immer mehr Aufträge für seine Leute gegeben, als zu bewältigen waren. Er habe Aufträge ablehnen müssen.
„Mit der Abbundanlage sind wir schnell und wir können Aufträge schon früh abarbeiten, auch im Winter, wenn wir keine Fachwerkhäuser aufstellen können. Dann wird der Abbund hier erledigt und alles bis zum Aufbau eingelagert. Ist das Wetter offen, geht es sofort los mit dem Bau“, rechnet Frank Töllner mit einer deutlichen Kapazitätssteigerung. Seine Mitarbeiter würden nun den Arbeitsschwerpunkt verlagern können auf das Aufstellen von Fachwerkhäusern. Außerdem sei der Ausschuss gering bei der Hundegger K2. „Wir werden noch weitaus variabler sein als in den vergangenen Jahren“, sagt er. Mehr zur Fuhrberger Zimmerei unter www.fuhrberger.de.