Hunderte kamen zur Eröffnung des Frischmarktes Fuhrberg

Zum ersten Mal seit etwa zehn Jahren können die Fuhrberger jetzt wieder tagtäglich frisches Fleisch und Wurstwaren im Ort einkaufen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Beinahe andächtig verhielten sich die ersten Kunden im Frischmarkt Fuhrberg. „Zum Anbeißen sieht das aus“, war immer wieder in der Gemüseabteilung zu hören. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Am Ende des Tages gab es nur zufriedene Kunden und Betreiber

FUHRBERG (hhs). Schon eine Viertelstunde vor dem angekündigten Termin um 9.00 Uhr am Donnerstag war kaum noch ein freier Parkplatz vor dem neuen Lebensmittelmarkt in Fuhrberg zu finden. Gut einhundert Fuhrberger standen, viele schon mit einem Einkaufswagen an der Hand, im Halbkreis vor dem Eingang.
Dahinter hielt der Feuerwehrmusikzug seine Instrumente warm, es sollte gleich losgehen. Es war nebelig kühl an diesem Morgen, die Wartenden fröstelten und dann, kurz vor 9.00 Uhr intonierte der Feuerwehrmusikzug ein fröhliches Lied. Ortsbürgermeister Heiner Neddermeyer legte sein Instrument auf einem Einkaufswagen ab und ergriff das Wort, eine kurze Begrüßung der Gäste, sein Dank an die anwesenden Mitstreiter in Sachen Frischmarkt, er sei froh, dass dieser große Tag endlich gekommen sei.
Dann gab es noch den Präsentiermarsch zu hören, unter dessen Klängen die drei Flaggen des Frischmarkts an den neuen Masten hochgezogen wurden. Stürmischen Applaus gab es dafür von den Anwesenden, deren Zahl sich unterdessen mehr als verdoppelt hatte. Nun folgten die Grußworte. Jörg Heuer, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Burgwedel, ging zunächst auf die Unterstützung des Bauprojekts durch die Stadt Burgwedel ein.
Politik und Verwaltung hätten dabei immer zwei Probleme zu beachten gehabt: Zum einen sei es nicht Aufgabe der Kommune, den Bau von Lebensmittelmärkten zu finanzieren, zum anderen habe man aber angesichts der stolzen Summe von knapp 500.000 Euro, die die Fuhrberger aus eigener Kraft zur Finanzierung des Projekts zusammengebracht hatten, auch die Verantwortung gespürt, den Bau des Marktes abzusichern. Heuer verglich das Engagement Heiner Neddermeyers mit dem eines Jagdhunds, der immer so lange am Wild bleibe, bis es zur Strecke gekommen sei. Diese Hartnäckigkeit und Zuversicht hätten ganz wesentlich dazu beigetragen, dass der Markt nun eröffnet werden könne.
Auch Pastor Junge lobte das Engagement Neddermeyers. Mit der Eröffnung gehe ein langjähriger Wunsch der Fuhrberger in Erfüllung. Der Frischmarkt komme aber nicht nur dem Bedürfnis der Mitbürger nach, im eigenen Ort einkaufen zu können, er werde sicherlich auch zu einem Ort reifen, an dem die Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Ekkehard Kunstmann, Filialdirektor der Volksbank in Großburgwedel, sagte, es sei für die Hannoversche Volksbank angesichts des genossenschaftlichen Hintergrunds der Finanzierung des Markts nahezu selbstverständlich gewesen, das Projekt zu unterstützen. Die Bank werde im kommenden Jahr ihr Engagement weiter erhöhen und im Frischmarkt neben Geldautomat und Kontoauszugsdrucker weitere Serviceleistungen anbieten. „Wir Fuhrberger müssen aber alle unser Verhalten ändern. Wir dürfen in diesem Frischmarkt nicht nur das kaufen, was wir anderswo vergessen haben. Dann geht es schief. Wir müssen nach dem Motto handeln: Hier lebe ich, hier kaufe ich ein“.
Anschließend übergab Heiner Neddermeyer symbolisch einen Schlüssel an den Marktbetreiber Torsten Pagel, und dann öffneten sich zum ersten Mal die Türen für die Kunden. Die Wartenden strömten hinein, beinahe alle mit einem Einkaufswagen, und im Markt war das Erstaunen groß: Beinahe andächtige Stille herrschte, alle schauten sich stauend um. Immer wieder war zu hören: „Dass es hier so eine riesige Auswahl gibt, hätte ich nie geglaubt“. Gleich bildeten sich Schlangen, vorn bei der Bäckerei Rehbock und am Tresen der Fleischerei Grimsehl.
Die Gemüseabteilung wurde bewundert, alles zum Anbeißen, hieß es. Unter den Hausfrauen machte schnell der Tipp die Runde, man solle sich in jedem Fall die Regale mit Backzubehör und -zutaten ansehen. Da ging vielen Heimbäckerinnen das Herz auf.
Immer wieder wurden Torsten Pagel und Marktleiter Frank Hoffmann gefragt, wie viele Artikel es denn nun seien: „8.000 sind es nun“, sagten die beiden nicht ohne Stolz. Der Ansturm nahm kein Ende, Pagel musste noch einmal Eröffnungsangebote nachordern, und auch die Fleischerei Grimsehl sorgte für Nachschub an Personal und Ware. Es wurde ein erfolgreicher Tag für alle. Der Frischmarkt Fuhrberg ist montags bis samstags von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Sonntags sorgt die Bäckerei Rehbock von 7.00 bis 10.30 Uhr für frische Backwaren.