Gut Lohne feiert 40-jähriges Bestehen am 24. September

Das idyllisch gelegene Herrenhaus bietet Menschen mit Behinderung ein Zuhause zum Wohlfühlen. (Foto: Svenja Steinseifer)

40 Jahre Individualität, Geborgenheit und Wärme

ISERNHAGEN/LOHNE (svs). 107 Jahre hat es auf dem Buckel und viele Gesichter kommen und gehen gesehen. Mal Kinder, mal Erwachsene. Verändert wurde auf dem Rittergut Lohne im Laufe der Zeit vieles. Nur eines nicht, seit 62 Jahren: Diejenigen, die hier zuhause sind, brauchen Hilfe und Unterstützung. Ohne hätten sie nicht das, was für die meisten selbstverständlich ist: Ein Zuhause.
„Gut Lohne im Wandel der Zeit“ – so lautet das Motto für die 40 – Jahrfeier der Wohnstätte Gut Lohne in Isernhagen, das Menschen mit geistiger Behinderung im Rahmen der Lebenshilfe Hannover seit 1971 ein Zuhause bietet und auf eine lange Geschichte zurück blicken kann. Seit 62 Jahren bietet das Rittergut Lohne vielen Menschen das, was für die meisten, aber nicht für alle selbstverständlich ist: Ein Zuhause, Geborgenheit und Wärme. „Bei uns geht es sehr familiär zu“, betont Hans Ostendorp, Leiter der Wohnstätte. Damals wie heute ist das Rittergut Lohne Dreh- und Angelpunkt im Leben seiner Bewohner. In der Nachkriegszeit für die Kleinen, seit 1971 für die Großen.
Erbaut 1904 diente das kunstvolle Gebäude zunächst der Familie Hoyermann als Wohnhaus. 1948 verpachtete der damalige Besitzer das Gut an die Stadt Hannover. Ein Kinderheim entstand, welches 1949 unter Leitung von Herrn Nölting eingerichtet wurde. Wasserleitungen gab es nicht, insgesamt sei der Zustand des Gebäudes marode gewesen. 90 Kinder sollten auf Gut Lohne unterkommen. Insgesamt 616 Anmeldungen registrierte die Stadt Hannover von 1949 bis 1968. Gut sei die Behandlung gewesen. Spielzeug, nach dem Krieg durchaus keine Selbstverständlichkeit, bekamen die Kinder geschenkt. Viele von ihnen hielten zum ersten Mal in ihrem Leben Spielsachen in der Hand. Strafen habe es dennoch gegeben. Verstieß einer gegen die Regeln, musste der gesamte Schlafsaal im dunklen Kellerraum ausharren.
1971 ging das Gutshaus an die Lebenshilfe Hannover und wurde zu dem, was es heute ist: Eine Wohnstätte für Menschen mit geistiger Behinderung. „Zurzeit haben wir 27 Einwohner“, erzählt Hans Ostendorp, Leiter der Wohnstätte. Auf einem Balanceakt zwischen Förderung und Betreuung basiere das pädagogische Konzept der Lebenshilfe Hannover. Gut Lohne habe sich verwandelt – Aufzüge und Einzel- bzw. Doppelbettzimmer seien mit der Zeit dazu gekommen. „Die Probleme hingegen haben sich nicht verändert“, weiß Ostendorp „Das Personal wird immer weniger“, erklärt der Pädagoge und die Renovierungsarbeiten am altehrwürdigen Herrenhaus reißen nicht ab. Mehr Badezimmer zwischen den Zimmern müssten zum Beispiel her.
Um Freizeitangebote aufrecht erhalten zu können, sei engmaschige Vernetzung mit den ortsansässigen Vereinen unerlässlich. „Manchmal habe ich den Eindruck, Vernetzung funktioniert auf dem Land besser als in der Stadt!“, betont er stolz auf eine „gute Inklusion“ und „kurze Dienstwege“. „Teilweise holen wir uns Anbieter hier ins Haus, oder wir fahren mit unseren Bewohnern hin“, erzählt Ostendorp – für den das Thema „Freizeitgestaltung“ eines der Kernthemen ist. „Unterstützt werden wir auch von der Bürgerstiftung Isernhagen“, betont Ostendorp.
„Ich möchte vor allem zeigen, wie wichtig eine gute Vernetzung ist“, erklärt Ostendorp im Bezug auf die anstehende 40-Jahr-Feier. Ponyreiten, Glücksrad, Tombola und Live-Musik sowie Angebote aus dem Freizeitbereich der pädagogischen Arbeit des Gut Lohne erwarten alle Interessierten am 24. September ab 15 Uhr. Gut Lohne liegt am Golfplatz der Gartenstadt Lohne, auf dem Kley 60. Weitere Informationen auch unter www.lebenshilfe-hannover.de oder unter der Telefonnummer 05139-87010.