Großes Fest für 50 Jahre Gasthaus „Zum Alten Posthof“

Ursula und Friedhelm Stein bedanken sich bei Erika Wirnsperger, die ihre Tätigkeit im Alten Posthof an dessen Eröffnungstag, am 11. Mai 1961 begonnen hat. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Kai Stein, Sohn der beiden Inhaber, gehört schon zum Team des Alten Posthofs und kümmerte sich um das Menü. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Erika Wirnsperger ist vom ersten Tage an dabei

ENGENSEN (hhs). Eine Traditionsgaststätte in der Stadt Burgwedel hat in der vergangenen Woche Geburtstag gefeiert: Die Gaststätte „Zum Alten Posthof“ in Engensen beging ihr erstes halbes Jahrhundert mit einer gelungenen Jubiläumsfeier. Die Familie Stein hatte am Vormittag gewissermaßen zu einem offiziellen Akt eingeladen: Viele Geschäftsfreunde, bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt, Vertreter der Verwaltung, den Ortsrat, um nur einige zu nennen. Der Saal des Hauses füllte sich schnell mit Gästen, wenn Familie Stein unter anderem auch zum Essen einlädt, das weiß man einfach, muss sie ihre Gäste nicht lange bitten.
Ursula und Friedhelm Stein begrüßten die Anwesenden. Er habe lange suchen müssen nach einem Hinweis auf die Eröffnung des Gasthauses, gefunden habe er allerdings nur eine Schankerlaubnis, die vom 11. Mai 1961 datiert ist. Das sei in dem Jahr der Donnerstag vor Pfingsten gewesen, erläuterte Friedhelm Stein. Sein späterer Schwiegervater Adolf Homeyer hatte eine Scheune umgebaut und darin das Gasthaus eröffnet. In den 50 Jahren habe man im Alten Posthof viele berühmte Persönlichkeiten bewirten können, unter anderem Gerhard Schröder habe als Bundeskanzler hier Spargel gegessen. „Vieles ist vergangen in den Jahren, Gerhard Schröder ist nicht mehrt Bundeskanzler, aber der Alte Posthof besteht immer noch.
Der Alte Posthof habe in den Jahren seiner Erfolgsgeschichte eigentlich immer dauerhafte Geschäftsbeziehungen gepflegt. So werde von der ersten Stunde an mit der Brauerei Härke zusammengearbeitet. Von ihr hatte Familie Stein als Dank für 50-jährige Treue eine Urkunde erhalten.
Besonders herzlich geriet die Ehrung einer Mitarbeiterin, die von Beginn an eine der guten Seelen des Alten Posthofes war. Erika Wirnsperger hat diese unglaublich lange Zeit dort gearbeitet. „Wir haben alles gemeinsam abgearbeitet“, bedankten sich Friedhelm und Ursula Stein bei ihr. Er habe einmal durchgerechnet, „wie viel Bier Erika in den Jahren ihren Gästen serviert habe“, schmunzelte der Küchenchef und machte folgende Rechnung auf: „50 Jahre sind abzüglich Urlaub 550 Monate und rund 5.500 Tage, wenn Erika elf Tage jeden Monat bei uns war. Wenn sie 25 Liter Bier an diesen Tagen ausgeschenkt hat, dann waren das über den Daumen 140.000 Liter oder 1.000 Badewannen voll“. Applaus gab es dafür und ein Gast murmelte, es seien an vielen Tagen eher mehr als 25 Liter gewesen. Zum Dank erhielt Erika Wirnsperger einen Reisegutschein. Sie wird nun mit ihrem Mann Günter Oslo kennen lernen.
Die Geehrte erinnerte sich noch gut an ihren ersten Tag im Alten Posthof: „Mein Mann und ich sind am 11. Mai 1961 aus Neugierde hierher gegangen, und die Gaststube war voll“, sagte sie. Adolf Homeyer habe sie hilfesuchend angeschaut und sie sei in die Küche gegangen und habe sich einen Kittel übergezogen. Den habe sie einfach immer noch an.
Rauschenden Beifall gab es von den Gästen, von denen viele die Anekdoten noch erinnerten, die Erika Wirnsperger zu berichten wusste. Unterdessen wurde das Menü aufgetragen, der Jahreszeit entsprechend Spargel- und Erdbeervariationen. Am Abend waren die Engenser Vereine, Verbände und auch die Stammgäste geladen, um diese ersten 50 Jahre gebührend zu begehen.