Gastronomie im Altkreis lockt mit Ostergenüssen aus aller Welt

Wegen des späten Ostertermines findet sich natürlich auch der erste deutsche Spargel auf den Speisekarten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Die Restaurants freuen sich über Nachfrage und rechtzeitige Anmeldung

ALTRKEIS BURGDORF (hhs). In kulinarischer Hinsicht stehen für das Osterfest eine ganze Menge mehr Möglichkeiten zur Verfügung als zum Beispiel zu Weihnachten. Weihnachten ist immer im Winter, immer mit einem festen Datum verbunden, draußen ist es lange dunkel und kalt, die eher deftigen, kalorienhaltigen leiblichen Genüsse haben sich eingebürgert.
Ganz anders zu Ostern, bei diesem Fest wandern die Termine, insgesamt 35 sind möglich, der früheste davon ist der 22. März, der späteste der 25. April. Das liegt an der Festlegung des Ostertermins auf den Sonntag, der dem Tag des ersten Frühlingsvollmonds im Jahr folgt. Frühlingsanfang ist immer am 21. März und weil sich die Mondphasen nicht mit unserer Kalendereinteilung decken, wandert der Ostertermin wie eben die Mondphasen auch in diesem Zeitraum hin und her. Mehr Frühling zu Ostern als in diesem Jahr geht also kaum und das eröffnet ganz andere kulinarische Perspektiven zum Osterfest, mit Spargel, Mairüben, Bärlauch, Feldsalat und vielem mehr.
Die Restaurants bieten je nach Herkunft ihre Osterspezialitäten an: Wer es italienisch liebt, sollte sich in jedem Fall im Restaurant anmelden und nach den Osterspezialitäten fragen. Linsen spielen zu diesem Anlass eine große Rolle in Italien. Man frage nach „Pasta e lentiche“, Nudeln mit Linsen, oder nach der ligurischen Ostertorte Torta pasqualina. Hier basieren die Ostermenüs, „Menu die Pasqua“ nur an den Küsten stärker auf Fisch und Meeresfrüchten. In der Toscana, dem kulinarischen Herzen Italiens, werden als Antipasti gern Crostini mit Hühnerlebersauce, Aufschnitt mit Schinken und Salami oder Käse gereicht. Das Hauptmenü, meistens zweigängig, besteht im ersten Gang aus Tortellini oder Tagliatelle mit Hackfleisch in Butter und Salbei oder Wildragouts. Der zweite Gang wird von Lamm beherrscht in unterschiedlichen Zubereitungsarten oder von Hasenbraten. Als Beilagen sind typisch frittierte Artischocken und Ofenkartoffeln. Zum Abschluss folgen „Dolci“, das bekannt einzigartige Süße. Aber Anmeldung muss sein: Allein die Zubereitung der Ostertorte dauert gut drei Stunden und die Linsen müssen über Nacht einweichen.
Wer ein skandinavisches Restaurant in seiner Nachbarschaft hat, frage dort nach deren Osterspezialitäten. Ein gutes Menü bietet bei unseren nordischen Nachbarn auch übers Jahr mindestens drei Gänge, zu den Feiertagen sind es immer den einen oder anderen Gang mehr: Fisch, Geflügel, Fleisch, alles in mehreren Variationen warm und kalt, mariniert oder geräuchert. Dazu gibt es Desserts, zu Ostern häufig mit Reis, und den Kaffee mit selbst hergestellten Pralinen. Hier sollte man eine Menge Zeit mitbringen und die Freude am Genuss und den notwendigen Appetit.
Bei unseren östlichen Nachbarn, in Polen und Tschechien, steht zu Ostern Fisch hoch im Kurs. Man sollte es ausprobieren, hier beginnt die Osterspeise immer mit einem hart gekochten Ei. Fisch gibt es meistens in Gelee oder geräuchert, sonst verläuft die Feier deftig mit Geflügel und Fleisch und anschließend mit den beliebten Kuchen Baba und Mazurek. Man hatte im streng gläubigen Polen schließlich auch mehrheitlich die harte Fastenzeit hinter sich gebracht mit ihren Entbehrungen. Vor Ostern betete man denn auch: „Ich werde Deine Güte loben, Herr Jesu Christ, wenn man zum Frühstück Wurst und Schinken isst“.
Auch die Deutsche Gastronomie hat zu Ostern ihre Schwerpunkte: In den vergangenen Jahren fand auf den Speisekarten die Renaissance des Osterlamms statt, sonst stehen Eier und Eierspeisen hoch im Kurs und natürlich auch Fisch. Das entspricht altem Brauch, schließlich ziehen zur Osterzeit die ersten Hechte die Bäche hoch... . Und es wird keinen Wirt geben, der sich zu Ostern weigert, ein saftiges Steak zu braten.