Zwei Krimisammlungen entdecken die Jagd

Christian Oehlschläger ist Ko-Autor in beiden vorgestellten Sammlungen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

„Bock auf Wild“/„Der Ring der Niedersachen“

WEDEMARK/BURGWEDEL/ISERNHAGEN. Zwei Neuerscheinungen sind auf dem Büchermarkt im Herbst vorgestellt worden, die insbesondere bei den Krimifans für Aufsehen gesorgt haben: „Bock auf Wild“ und „Der Ring der Niedersachsen“. An beiden Veröffentlichungen trägt ein bekannter Burgwedeler Autor eine gewisse Mitschuld: Man nennt ihn auch den „schreibenden Förster“, Christian Oehlschläger, aufgewachsen in Brelingen in der Wedemark, beschäftigt als Förster bei der Landwirtschaftskammer und für Burgwedel zuständig. Er hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als ernstzunehmender Autor von Jagdkrimis einen Namen gemacht, nun hat er zwei Beiträge zu den oben genannten Werken verfasst. Beide Bände eint, dass die Autoren zu den namhaftesten Deutschen Krimischreibern zählen.
Das ist zunächst „Der Ring der Niedersachsen“, eine Zeitreise in einzelnen Geschichten von der Antike bis in die Gegenwart: Ein Ring ist mit einem bösen Fluch beladen und treibt dabei sein Unwesen, stößt Menschen ins Unglück, verschwindet und taucht dennoch immer wieder auf. Christian Oehlschläger beschreibt in seinem Beitrag „Jagdzeit“ die Zeit nach der Revolution von 1848 und die Zustände in den ländlichen Revieren kurz danach. Die Strukturen und Verhältnisse gibt er feinfühlig wieder, das Geschehen spielt sich in Fuhrberg ab, die Figuren sind klar gezeichnet, dass man sie wiederzuerkennen glaubt. Die Geschichte spricht für sich und ist gut, überraschend und spannend, genau richtig für einen langen Leseabend im Advent. Auch die Beiträge der anderen Autoren seien empfohlen, auch wenn sie sich nicht um die Jagd drehen. Hier werden Schlaglichter auf die jeweilige Epoche geworfen. Der Ring der Niedersachsen, herausgegeben von Susanne Mischke und Richard Birkefeld ist im zu Klampen Verlag erschienen, hat 320 Seiten und kostet 12,80 Euro.
Oehlschläger trifft auch die „Mitschuld“ an einer weitren Krimisammlung. Hier geht es ausschleßlich um Jagdkrimis von Autoren, die zur deutschsprachigen Krimiautorenelite gehören. „Bock auf Wild“ heißt das Kompendium, hier geht es um Verbrechen, meistens finstere Morde rund um die Jagd, das muss man eigentlich gelesen haben. „Wild essen“ gehört irgendwie bei allen Geschichten dazu. Wem beim Lesen das Wasser im Munde zusammenläuft, kann gleich seinen Kühlschrank überprüfen, ob alles zum Nachkochen vorhanden ist. Die Rezepte finden sich im Anhang des Buches. „Bock auf Wild“ gehört sicherlich zum Besten und Geistreichsten, was in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurde. Zudem sind die Geschichten überraschend und ausgesprochen kurzweilig. „Bock auf Wild“ wurde von Cornelia Kuhnert und Richard Birkefeld bei Heyne herausgegeben, hat 287 Seiten und kostet 8.99 Euro.
Hans Hermann Schröder