Zwei Kreisel für mehr Sicherheit

Beengte Verhältnisse an der Rathaus-Kreuzung: Fahrradfahrer und Fußgänger strömen dort von den Geh- und Radwegen aus dem Mennegarten und Von-Alten-Straße zusammen. Ein Kreisverkehr mit geregelten Überwegen soll mehr Platz schaffen.  (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
An der Vatter-Kreuzung staut sich der Verkehr zu Stoßzeiten. Hinter der Ampel in Richtung Rathaus nutzen Autofahrer gerne den Fußweg, um Linksabbieger rechts zu überholen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Erste Pläne für Großburgwedel vorgestellt - Kreisverkehr für Fuhrberger Straße und Hannoversche Straße vorgesehen

Grossburgwedel (bgp). Zu Stoßzeiten bietet sich in der Innenstadt immer das gleiche Bild: Der Verkehr rund um die Rathaus- und Vatter-Kreuzung schiebt sich mühsam voran, Staus bilden sich. An den Linksabbiegern auf der Vatter-Kreuzung (L383) fahren die Autos rechts über den Fußweg in Richtung Rathaus vorbei. Radfahrer und Fußgänger müssen sich auf den schmalen Gehwegen besonders in Acht nehmen. Auch an der Rathaus-Kreuzung teilen sie sich beim Warten auf die Grün-Phase ein schmales Gehwegstück an der Friedhofsmauer, an der die Fahrräder eng zusammengerückt werden müssen, um Passanten noch genügend Platz zu lassen.
Am Dienstagabend stellten die Planer der Region Hannover und des Landes Niedersachsen ein Gemeinschaftsprojekt vor, das Abhilfe schaffen soll: Beide Kreuzungen sollen als Kreisverkehre ausgebaut werden. Sie wollen dabei eng zusammenarbeiten, da die Rathauskreuzung im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrten durch die Region Hannover umgebaut werden soll, an der Fuhrberger Straße/Hannoversche Straße liegt die Zuständigkeit beim Land.
„Unser Augenmerk liegt auf mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer“, betonte Jürgen Giesche-Zudnik von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Damit rannte er bei Johannes Veuskens vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover offene Türen ein. Nach dem Ausbau der Thönser und Kleinburgwedeler Straße mit Verbesserungen für Fußgänger- und Radverkehr will die Region nun die Rathaus-Kreuzung und die Fuhrberger Straße bis zur Vatter-Kreuzung in Angriff nehmen. Entlang der Fuhrberger Straße sollen Radler auf Schutzstreifen geführt werden, an der Vatter-Kreuzung wäre dann jedoch Schluss gewesen. Hier kam das Land Niedersachsen ins Spiel, dessen Fachleute die ohnehin anstehenden Ausbaupläne zeitlich vorzogen.
An der Rathaus-Kreuzung soll ein normaler Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 26 Metern gebaut werden. „Große Fahrzeuge haben bei einer Fahrbahnbreite von 6,75 Metern ausreichend Platz“, hob Johannes Veuskens hervor. Die Anbindung des Radverkehrs an die Straße Mennegarten soll optimiert werden, denn zahlreiche Schulkinder fahren dort mit dem Fahrrad zum Schulzentrum. Die Vatter-Kreuzung bietet nicht so viel planerische Freiheit. Dort soll ausschließlich auf öffentlichen Flächen ein kleiner Kreisverkehr entstehen, der mit einem Durchmesser von 19 Metern eine maximale Fahrbahnbreite von 5 Metern haben wird. So wie in Engensen und Wettmar wird der Minikreisel mit einer überfahrbaren Mitte ausgestattet, damit er auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Bussen und LKW genutzt werden kann. „Das Problem ist eigentlich der Platz, ein normaler Kreisverkehr würde ohne Grunderwerb nicht gehen, denn der braucht mehr Platz“, so Giesche-Zudnik, der ein „ein harmonisches Miteinander“ anhand der neuen Verkehrslösung in Aussicht stellt.
Die im Ausschuss geäußerten Bedenken, dass der zunehmende Verkehr auf lange Sicht nicht flüssig voran gehen werde, teilen die Planer nicht. „Insgesamt fließt der Verkehr im Kreisel besser, dort ist bis zu einem gewissen Verkehrsaufkommen eine bessere Durchflussgeschwindigkeit“, berichtet Giesche-Zudnik aus seinen Erfahrungen in anderen Ortschaften mit noch beengteren Verhältnissen. Die Ampelanlagen hingegen stoppten den Verkehr auch in Zeiten, wenn nicht viel auf den Straßen los sei. Fußgängerüberwege am Kreisel hielten zwar auch kurzzeitig den Verkehr auf, sorgten aber im Gegenzug dafür, dass sich Fahrzeuge an den anderen Zufahrten einfädeln könnten, so der Fachplaner.
Die vorgestellten Pläne stehen nun zur Diskussion mit Stadt und Öffentlichkeit, danach erfolgen die Entwurfsplanung und die Ausbauvorbereitung. Anfang 2022 soll der Startschuss fallen, 2023 soll alles fertig sein.