Zwei Border Collies verstärken das IGS-Team

Lilou (links) und Sun haben ihren festen Platz im Büro von Vanessa Keitel. Bald dürfen sie auch im Unterricht dabei sein. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Dr. Marco Schinze-Gerber (links) freut sich über tierische Verstärkung im Team: Die Border Collie Hündinnen Lilou und Sun werden von Vanessa Keitel zu Schulhunden ausgebildet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Lilou und Sun werden als Schulhunde ausgebildet

Großburgwedel (bgp). Tierische Verstärkung gibt es seit einigen Wochen im Kollegium der IGS Burgwedel. Zwei Border Collies trainieren zurzeit unter Anleitung von Vanessa Keitel den Einsatz als Schulhunde. Die Lehrerin unterrichtet Naturwissenschaften und übt neben ihren Aufgaben als didaktische Leiterin das Amt der Schulhund-Beauftragten an der IGS aus. In Abstimmung mit Schulleitung, Kollegium und Eltern erfüllt sie damit den lang gehegten Wunsch, ihre beiden Vierbeiner pädagogisch im Schulalltag einzusetzen. Nach Abklärung habe sich ergeben, dass keine problematischen Allergiefälle vorlägen und bei manchen zwar Respekt, aber keine übermäßigen Ängste gegenüber den Hunden vorhanden seien.
„Die Hunde werden noch nicht im Unterricht eingesetzt, sind aber schon oft bei mir im Büro“, sagt Vanessa Keitel. Dort haben sie ihren eigenen Bereich, ein Schild an der Tür zeigt Besuchern an, dass die beiden Border Collies im Zimmer sind. Die erfahrene elfjährige Hündin Lilou und ihre erst zehn Monate junge Gefährtin Sun sind friedfertige Artgenossinnen. Einen Wesenstest vor Aufnahme der Ausbildung als Schulhunde hatten sie mit Bravour gemeistert. Nun lernen sie fleißig mit Vanessa Keitel, in hektischen Situationen die Ruhe zu bewahren.
Die Lehrerin übt auch mit den Schülern, die Perspektive der Hunde einzunehmen. „Ich stelle gerne die Frage, wie es sich wohl für sie anfühlt, wenn sieben Kinder auf einmal auf sie zukommen und Kontakt aufnehmen wollen“, merkt die Hunde-Expertin an. Dabei würden die Schüler schnell erkennen, dass es für die Hunde angenehmer ist, wenn sie sich ihnen mit Bedacht und Ruhe näherten.
Keitel erklärt, dass die Hunde verschiedene Charaktereigenschaften haben. So könne man mit manchen Hunden eher auf der Basis kognitiver Intelligenz arbeiten und ihnen Tricks oder Hilfestellungen beibringen. Die Vierbeiner mit stärkerer emotionaler Intelligenz seien in der Lage, Stimmungen der Schüler aufzunehmen und durch Annäherung Trost zu spenden oder die Konzentration wieder auf den Punkt zu bringen. „Ich bin noch dabei, das herauszufinden“, sagt sie mit Blick auf die möglichen Einsatzgebiete ihrer beiden Border Collies.
Demnächst werden die Hunde im Schulunterricht dabei sein. Kinder, die sich noch nicht richtig an die beiden Collies herantrauen, können die Tiere vorher unter Anleitung von Vanessa Keitel in einem geschützten Raum in Ruhe kennen lernen. „Die Kinder haben dann die Möglichkeit, sich Lilou und Sun in ihrem eigenen Tempo und nur so weit, wie sie es wünschen, zu nähern“, sagt die erfahrene Hunde-Trainerin.
In den Klassen wird jeweils eine Schülerin oder ein Schüler die Aufgabe des Hunde-Beauftragten im Rotationsverfahren übernehmen. Die Decke und die Ruhebox müssen bereit stehen, ein gefüllter Wassernapf und etwas Spielzeug sollten unbedingt dabei sein, wenn die tierischen Lehrkräfte zum Unterricht kommen. “Die Kinder lernen ganz nebenbei, Verantwortung zu übernehmen. Auch sehr zurückhaltende Kinder entwickeln viel mehr Selbstvertrauen, wenn sie diese Aufgabe haben“, weiß die Lehrerin aus Erfahrung.
Schulleiter Dr. Marco Schinze-Gerber sieht in dem Projekt eine sehr positive Bereicherung des Schulalltags. Die Schulhunde seien ein weiterer Schritt in Richtung des Leitmottos der Schule: „Wir unterrichten Kinder und keine Fächer.“