Zukunftsvisionen zur Mobilität

Der Handlungsbedarf ist offensichtlich: viele kreative Ideen gibt es zum Bahnhofsgebäude in Großburgwedel, das die Stadt im vergangenen Jahr gekauft hat.

mobil an #werk befragte Unternehmen, Beschäftigte und Bürger nach ihren Wünschen

Burgwedel (bs). Ausbau des Carsharings? Zusätzliche Fahrradgaragen für E-Bikes? Einsatz von Leihrädern und E-Scootern? Shuttle-Kleinbusse in die Gewerbegebiete? Wie wird klimaschonende Mobilität künftig in Burgwedel aussehen?
Unter diesen Aspekten ist das Projektteam von mobil an #werk angetreten, um in Zusammenarbeit mit der Stadt Burgwedel, Unternehmen, Arbeitnehmern und Bürgern ein Zukunftsbild für die Entwicklung der Mobilität zu entwerfen, das nachhaltige Alternativen zum individuellen Autoverkehr beinhaltet. Hierfür sind Fördergelder in Höhe von 150.000 Euro vom Bundesumweltministerium geflossen.
Das Team Mobil ans #werk bilden Prof. Dr. Meike Levin Keitel und Nadezda Krasilnikova von der TU Dortmund (Fakultät Raumplanung) sowie Lisa Nieße und Marcel Jürgens vom hannoverschen Stadtplanungsbüro „Plan 2“ in Zusammenarbeit mit Anja Hansch, Wirtschaftsförderin der Stadt Burgwedel.
In den vergangenen Monaten sind Gespräche mit Unternehmensvertretern, Beschäftigten aus knapp 30 Burgwedeler Betrieben, Mitarbeitern des Rathauses sowie Bürgerinnen und Bürgern geführt worden. Die gesammelten Wünsche der Befragten gehen nun in ein Konzept ein, das die unterschiedlichen Formen der Mobilität mit den Bedürfnissen der Menschen in Einklang zu bringen versucht. 
Ein besonders wichtiges Anliegen war den Befragten eine sichere und zügige Verbindung zwischen dem Bahnhof Großburgwedel und den Ortschaften bzw. in die Gewerbegebiete. Neben dem Ausbau des Rufbusangebotes Sprinti, welches im kommenden Jahr bereits realisiert werden soll, wurden Mietfahrräder, mehr abschließbare Fahrradgaragen, Elektro-Leihroller und ein verbessertes Carsharing vorgeschlagen.
Viele kreative Ideen gab es zum Bahnhof Großburgwedel, der - so die einhellige Meinung - attraktiver gestaltet werden müsse. „Hier könnten gepflegte Räume mit WLAN dafür sorgen, dass die Menschen sich dort in Zukunft wohl fühlen“, so Stadtplanerin Lisa Nieße. Denkbar seien Konferenzräume, geteilte Arbeitsplätze und Werkstätten, die auch von Privatpersonen gemietet werden können. „Wenn der aus Hannover angereiste Geschäftsmann sich in einem Raum am Bahnhof mit einem Firmenvertreter aus Burgwedel treffen kann, entfällt auch die Fahrt in die abseits liegende Ortschaft“, meint Lisa Nieße.
„Eine Aufwertung des „Eingangtors der Stadt“ ist dringend erforderlich“, bestätigt Bauamtsleiter Oliver Götze. Auch die Mitarbeiter der Stadt bemängelten besonders die letzte dunkle Meile vor dem Bahnhof. 
Mit einem guten Konzept und etwas Glück ist Burgwedel unter den fünf besten Projekten, die aus den zehn Beiträgen der ersten Förderstufe ausgewählt werden. Für die Umsetzung der fünf Konzepte aus dem Wettbewerb werden insgesamt 4 Millionen Euro Fördergelder vom Bundesumweltministerium ausgelobt. Doch auch wenn dies nicht gelingt, bietet die Datenbasis eine gute Grundlage Fördermittel anderweitig zu generieren.