Zehn Mannschaften wetteiferten um den Delventhal-Cup

Das „Pendel des Todes“: Die mit Schafwolle gefüllten Säcke wirkten so leicht, aber mit etwas Schwung holten sie gestandene Männer von den Füßen. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Heinz Delventhal, Mitte, Erfinder des gleichnamigen sportlich-spaßigen Wettbewerbs, freute sich über den engagierten Einsatz der zehn teilnehmenden Teams. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Badmintonspieler siegten vor den Treckerfreunden

THÖNSE (hhs). Heinz Delventhal strahlte über das ganze Gesicht: „Die Wasserspiele sind immer am schönsten“, freute sich der ehemalige Chef des SSV Thönse. Vor 19 Jahren hatte er die Idee, zunächst alle Sparten seines Vereins zu lockeren, humorvollen Spielen einzuladen. Das entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einem Erfolgsmodell in Thönse: Der Delventhal-Cup war geboren, an dem jetzt alle Vereine der Ortschaft teilnehmen. Am Samstag stand der 19. Delventhal auf dem Sportplatz an. In diesem Jahr hatte die Ortsfeuerwehr den Riesenspaß ausgerichtet. Und damit war auch klar, dass auch die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen würden, weil bei der Feuerwehr „Wasser“ immer eine gewisse Rolle spielt.
Die Spiele stellten ganz unterschiedliche Anforderungen an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Kameraden der Feuerwehr hatten gut überlegt und sich entschlossen, die ersten beiden Spiele relativ einfach zu gestalten, gewissermaßen als Aufwärmphase für den Rest. Zunächst mussten die Teilnehmer einen Ball mit einem Handtuch über ein gespanntes Seil werfen und auf der anderen Seite wieder auffangen. Mit etwas Ballgeschick und Schnelligkeit war das durchaus machbar, aber auch interessant anzuschauen, zu welcher Situationskomik das führte. Dann stand der Gummistiefelweitwurf an, ein Dauerbrenner unter den Freizeitspielen, der immer wieder für Überraschungen sorgt. Dabei siegen meistens nicht die „starken Männer“, sondern die Werfer mit filigraner Wurftechnik.
Schließlich der Höhepunkt der Spiele, das „Pendel des Todes“. Das Spiel mit dem martialischen Namen wäre eigentlich ganz einfach gewesen. Die Spieler mussten auf einem schmalen Brett, das zwischen vier mit Wasser gefüllten Plantschbecken hindurchführte, laufen. Aber da gab es einige Schikanen: Zum einen mussten sich die Teilnehmer eine Augenbinde anlegen und schauten so allesamt wie die Piraten aus. Das war dem Gleichgewichtssinn und dem Sehfeld absolut abträglich. Zum Zweiten waren Gummiseile als weitere Schikane gespannt und als besonders störend wurden die prall mit Schafwolle gefüllten Säcke eingestuft, die „Pendel des Todes“, mit denen andere Mannschaften versuchten, die Spieler abzuschießen. Klar, dass hier das Wasser spritzte und mancher Schuh nass wurde. Die beiden Schiedsrichter, Ortsbürgermeister Heinz-Theo Rockahr und Siegfried Schimkewitsch, Vorsitzender des Schützenvereins, achteten mit Argusaugen darauf, ob jemand das Brett verließ. Der wurde dann zurück geschickt. Alles in allem sind die Spiele beim Delventhal-Cup immer ausgesprochen gerecht: Wer sich anfangs stark engagiert hatte, seine Gegenspieler mit den Wollesäcken zum Straucheln zu bringen, konnte sicher sein, damit den Elan seiner Opfer geweckt zu haben. Irgendwann musste jeder aufs Brett!
Zum Abschluss gab es noch ein ulkiges Spiel: Die Teilnehmer mussten mit einer Wasserflasche, die am Oberschenke festgebunden war, zu einem Eimer und die Flasche entleeren, ohne sie loszubinden. Wer nun denkt, das sei kein Mannschaftsspiel, sollte kommendes Jahr vorbei schauen beim Delventhal-Cup. Da gibt es Teams, die den Spieler mit der Wasserflasche einfach auf den Kopf gestellt haben...
Am Ende siegte die Badmintonsparte des SSV Thönse vor den Treckerfreunden und den Tischtennisspieler des TTC Viktoria Thönse. Im kommenden Jahr wird der 20. Delventhal-Cup stattfinden. Zu diesem kleinen Jubiläum werden sich die Organisatoren ganz besondere Spiele ausdenken. Und sie würden sich freuen, wenn dann auch die Mitbürgerinnen und Mitbürger zu diesem Riesenspaß auf dem Sportplatz kommen würden.