Zachäus Zastermann sorgte für ein „volles Gemeindehaus“ der Fuhrberger Kirchengemeinde

Zu seinem 15 jährigen Bestehen glänzte der Kinderchor der Ludwig-Harms-Gemeinde mit dem Musical „Zachäus Zastermann“. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Am Nachmittag gab es viele Unterhaltungsmöglichkeiten für große und kleine Besucher, und Gegrilltes von der Ortswehr. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ludwig-Harms-Kirchengemeinde feierte Jubiläen von Gemeindehaus und Kinderchor

FUHRBERG (hhs). Ein doppeltes Jubiläum gab es am vergangenen Samstag in der Ludwig-Harms-Kirchengemeinde in Fuhrberg zu feiern: Das Gemeindehaus stellt die Arbeit in der Gemeinde mit ihren vielen Gruppierungen seit nunmehr 25 Jahren sicher und der Kinderchor feierte seinen fünfzehnjährigen Geburtstag. Die Gemeinde hatte eingeladen zu dem bekannten Kindermusical „Zachäus Zastermann“ und in Erinnerung der freiwilligen Aufbauleistung zahlreicher Fuhrberger beim Bau des Gemeindehauses gab es anschließend eine Fotoschau zur Geschichte dieser Eigenleistung und ein buntes Programm für große und kleine Gäste dieser Veranstaltung. Das alles lockte viele Besucher ins Gemeindehaus, dass bis auf den letzten Platz besetzt war.
„Zachäus Zastermann“ ist ein Musical von Klaus Heizmann, mit dem der Kinderchor die unterdessen schon ansehnliche Reihe seiner Singspiele und Musicals nun zu einem gewissen Höhepunkt führte. Das Musical nimmt die bekannte Geschichte des Zachäus auf aus Lukas 19, Vers 1-10: Zachäus ist Oberzöllner in Jericho, einer Stadt im Jordantal. Er hat sich seinen Posten von den römischen Besatzern gekauft, das war damals so üblich, und benutzt ihn als Grundlage, sich gnadenlos gegen seine Landsleute zu bereichern, was ebenfalls üblich war in römischen Provinzen. Der Vorgang ist ganz einfach: er verlangt von seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern höhere Zölle, als er bei der römischen Besatzungsmacht abliefern muss. Und wo bleibt der Überschuss: Natürlich in Zachäus' eigener Tasche! Mit dieser Gaunerei macht er im Lauf der Jahre ein nicht unbeträchtliches Vermögen. Er wird zum bestgehassten Mann seiner Heimatstadt.
Als Jesus nach Jerusalem reist, macht er Station in Jericho. Zachäus, der als sehr kleinwüchsig beschrieben wird, will des Sohn Gottes unbedingt selbst sehen und klettert deswegen auf einen hohen Maulbeerfeigenbaum. Jesus erblickt den Verachteten, wendet sich ihm zu und kehrt obendrein in dessen Haus ein zum Essen. Diese persönliche Begegnung mit dem Sohn Gottes führt zu einer Kehrtwendung im Leben des Zachäus. Er gibt die Hälfte seines Vermögens den Armen und verspricht die Wiedergutmachung seiner Verfehlungen aus dem früheren Leben als Oberzöllner.
Der Autor Klaus Heizmann ist kein Unbekannter in der Musikszene. Nach seinem Musikstudium begann er 1968 seine Tätigkeit als Dirigent, Plattenproduzent und Musiklektor. Heute arbeitet er als freischaffender Künstler, der auf 700 Lieder für Chöre und 400 Kinderlieder Eigenkompositionen zurück blicken kann. Darüber hinaus hat er 1.500 Lieder bearbeitet. Weiter zu seinem Werk zählen vier Oratorien, 14 Kantaten und acht Musicals. Zachäus Zastermann gehört zu seinen jüngeren Produktionen. Das Musical wurde im Oktober 2008 in Koblenz welturaufgeführt mit riesigem Erfolg.
In seiner kurzen Begrüßung erinnerte Pastor Enno Junge an die Erfolgsgeschichte, auf die der Kinderchor verweisen kann: 50 Singspiele und Musicals in 15 Jahren sind es schon. Er dankte den Müttern und Vätern, die sich helfend an den Produktionen beteiligt haben und erwähnte insbesondere Elfriede Chilenski, die bei allen Aufführungen für die stimmungsvollen Bühnenbilder gesorgt hatte. Eine sehenswerte Auswahl davon wurde im Gemeindehaus an diesem Tag gezeigt. Er hoffe, dass die vielen Kinder, die im Kinderchor der Ludwig-Harms-Gemeinde ihre ersten musikalischen Schritte gemacht haben, der Musik immer noch treu geblieben sind. Junge erinnerte in diesem Zusammenhang an Johannes Scholz, der als „Apfelbäumchensolist“ 1998 im Singspiel „Mein Herz und ich“ geglänzt hatte und heute als Bariton im Knabenchor Hannover ist. Auch Nele Kramer sei der Musik treu geblieben. Sie hatte 1996 die Rolle der hübschen Sklavin Morgiana in „Ali Baba und die 40 Räuber“ gesungen und studiert inzwischen erfolgreich Operngesang. Ganz besonders erfreue es ihn, dass aus dem Kinderchor der Jugendchor hervorgegangen sei.
Die kleinen Sängerinnen und Sänger gaben ihr Bestes mit viel Freude am Gesang und an der zum Teil wirklich flotten, modernen Musik. Die Produktion des Fuhrberger Chores verfügte über alles, was zu einem richtigen Musical gehört: Chorgesang, Sologesang, Tanz und Wort. Und die Kinder lösten mit Bravour die Stellen, an denen Humor gefragt war. Das war so gut, dass sich das Publikum vor Lachen auf die Schenkel schlug. Und auch Einfühlsames gab es zu hören, wenn die Kinder Stimmungen erzeugen mussten, bei Not oder bei Angst. Das Publikum dankte es am Ende mit großem Beifall.