„Y-Trassen-Spaziergang“ setzte Zeichen des Widerstands

Ein imposantes Bild, als die Gruppe der Wettmarer und Kleinburgwedeler aus dem Wald heraus kam und Richtung Bockwindmühle weiter die mögliche Bahntrasse erkundete. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Knapp 90 Bürger begutachteten mögliche Streckenführung

WETTMAR (hhs). Wettmars Ortsbürgermeister Rainer Fredermann musste seine Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht lange ermuntern, um an dem für Sonntag angekündigten Marsch gegen eine mögliche Trassenführung der sogenannten „Güterbahnumfahrung“ in der Gemarkung Wettmar zu motivieren: Schon zum Neujahrsempfang der örtlichen CDU, der zeitlich direkt vor dem Spaziergang lag, waren viele der Gäste bereits mit festem Schuhwerk und dicken Jacken erschienen.

Fredermann und seine christdemokratischen Mitstreiter hatten gegenüber vom Parkplatz am Rhaden noch für zusätzliche Parkflächen gesorgt, was sich als richtig erwies, denn auch dort zeigte die Zahl der abgestellten Fahrzeuge, dass sehr viele Wettmarer und Kleinburgwedeler daran teilnehmen wollten. Knapp 90 nahmen dieses Informationsangebot wahr, sich in der schönen Umgebung rund um Wettmar und Kleinburgwedel ein Bild davon zu machen, was alles von einer Hochgeschwindigkeitsbahntrasse dort unwiederbringlich verloren gehen wird.
Zunächst ging es längs durch den Rhaden, ein uralter Standort für einen schönen Laub-Nadelmischwald, an der Landesstraße zwischen Kleinburgwedel direkt an Wettmar angrenzend. Führte die Trassen zwischen den beiden Ortschaften hindurch, dann bedeutete dies das Aus für die alten Eichen und Buchen, auch der sehr gut von der Bevölkerung angenommene Trimmpfad würde unattraktiv. Klar aber wurde auch, dass eine solche Trasse dort geradezu Menschen feindlich wäre: Vom Ortsausgang Kleinburgwedel bis zum Ortseingang Wettmar sind es gerade mal 1.500 Meter. Der Gedanke, dass dort irgendwo eine Bahntrasse durchführen sollte, die täglich von mehr als 300 Güterzügen befahren wird, im Klartext alle fünf Minuten einer rund um die Uhr, ließ den Teilnehmern dann doch die Haare zu Berge stehen.
Hinter dem Rhaden wurde die Richtung geändert, es ging weiter am südlichen Ortsrand Wettmars, wo nach einer guten Stunde Ende der nachdenklich machenden Wanderung war. Unterwegs hatten sich noch einige Spaziergänger der Gruppe angeschlossen, Zwei Elternpaare mit Kind und Hund und eine ältere Dame, die die Gruppe im freien Feld mit schnellen Schritten zügig eingeholt hatte. Rainer Fredermann erklärte es ihr: „Wir wollen unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern diese Strecke begreifbar machen und wir tun das der Symbolik wegen. Jeder, der mit uns diese Strecke abgeht, der sieht, dass das einfach nicht sein darf“. Die Frau schloss sich der Gruppe an. Rainer Fredermann kündigte im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten an, weitere Erkundungsmärsche in der Umgebung der von der Güterbahnumfahrung betroffenen Ortschaften zu organisieren. „Nur wer die landschaftlichen Gegebenheiten kennt, weiß was es zu schützen gilt“.