Wohin soll Engensen wachsen?

Das Baugebiet „Südlicher Grashof“ am östlichen Ortsrand von Engensen befindet sich bereits im Eigentum der Stadt Burgwedel. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Flächen an der Schillerslager Straße südlich des Friedhofes bieten Platz für etwa 20 Baugrundstücke. Der Ortsrat empfiehlt, diese Seite des Ortes als nächstes zu entwickeln und erst später das Baugebiet „Südlicher Grashof“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Ortsrat gibt der Entwicklung des Baugebietes an der Schillerslager Straße den Vorzug

ENGENSEN (bgp). Zwei Baugebiete sollen in naher Zukunft in der Ortschaft Engensen entwickelt werden. In der vergangenen Sitzung des Ortsrates wurde nun darüber beraten, ob zunächst das große Baugebiet an der Schillerslager Straße südlich des Friedhofes für die Planung und Vermarktung vorgezogen werden solle, oder das wesentlich kleinere „Südlicher Grashof“ nahe dem Ortsausgang Richtung Ramlingen.
Eine Dorferweiterung durch die beiden Neubaugebiete wird schon länger kontrovers diskutiert. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass junge Familien durch attraktive Baugebiete in den Ort geholt werden müssen. „Sonst vergreisen wir“, so der Tenor.
Während der Kauf des ersten Baugebietes vom Rat zwar beschlossen, aber noch nicht komplett abgewickelt ist, befindet sich das kleinere Baugebiet bereits im Eigentum der Stadt. Hier könne man zügig mit der Vermarktung beginnen, argumentierte Ortsratsmitglied Joachim Schrader (CDU), der sich ebenso wie Hannelore Wolny (CDU) für diese Variante aussprach.
Zu den vorhandenen vier Parzellen kämen weitere vier hinzu, wenn die derzeit noch bewohnte Asylbewerberunterkunft später abgerissen würde. „Dann hätten wir insgesamt acht wunderbare Grundstücke“, so Schrader. Die spätere Bebauung der Grundstücke mit Einfamilienhäusern statt mit Doppelhaushälften traf auf einhellige Zustimmung.
Dennoch mochten sich die drei übrigen Ortsratsmitglieder von WEB und SPD nicht für den „Südlichen Grashof“ entscheiden und sprachen die Empfehlung aus, der Planung und Vermarktung des wesentlich größeren Baugebietes an der Schillerslager Straße den Vorzug einzuräumen. Dort werde es rund 20 Wohneinheiten geben, so Ortsbürgermeister Friedhelm Stein (WEB). Außerdem solle dort ein Kinderspielplatz gebaut werden, regte er an. Vorstellbar sei auch eine fußläufige Anbindung an die Waldstraße und ein Radweg dorthin. Die Planung des Baugebietes an der Schillerslager Straße könne ebenfalls in 2019 begonnen werden.
Gedanken machte sich der Ortsrat auch über Bewerbungsverfahren für die Baugrundstücke und deren Finanzierung. Insbesondere bei der Vermarktung der städtischen Grundstücke im Neubaugebiet Pöttcherteich in Großburgwedel sei es zu Verzögerungen gekommen, da Bewerber „eine halbe Stunde vor dem Notartermin“ abgesprungen seien, so Friedhelm Stein.
Dort habe die Stadtverwaltung viel Arbeit und Geld investiert, da die Vergabeverfahren für die jeweiligen Grundstücke wieder neu aufgerollt werden mussten. So sei es vielleicht besser, im Vorfeld eine Kaution und Auskünfte über eine solide Finanzierung zu haben, um mehr Verbindlichkeit zu schaffen, aber das werde aus Datenschutzgründen wohl nicht möglich sein. Über eine Kaution könnten aber wenigstens die Notarkosten abgedeckt werden, falls ein Vertrag nicht zustande käme.
Joachim Lücke (SPD) sah es auch als notwendig an, für die Stadtverwaltung mehr Verbindlichkeit zu schaffen. Ebenso Joachim Schrader, der jedoch als ehemaliger Bankmitarbeiter Bedenken gegen eine Offenlegung der Finanzierung hegte, da diese „die Stadt nichts angeht“.
Erfahrungsgemäß machten die Banken ungern verbindliche Zusagen gegenüber einer Kommune, merkte Schrader an. So wird nun eine Empfehlung des Ortsrates an die Stadtverwaltung gehen, die bestehende Verfahrensweise auf diese Gesichtspunkte hin zu überprüfen und das Bewerbungs- und Vergabeverfahren bei Bedarf umzustellen.