„Wölfe auf keinen Fall füttern!“

Größenvergleich: Ein Pappwolf in Originalgröße (Landesjägerschaft Niedersachsen) vermittelt den Kindern ein Gefühl dafür, wie groß das Tier im Verhältnis zu ihnen ist. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Großes Interesse am Wolfs-Workshop von Waldpädagoge Olaf Slaghekke

Von Bettina Garms-Polatschek

THÖNSE. Der Wolf ist eine Herzensangelegenheit von Olaf Slaghekke. Seit Jahren informiert der Waldpädagoge der Sonnenblumenschule Thönse regelmäßig über das Raubtier, das sich auch in Norddeutschland zunehmend wieder ansiedelt.
In der öffentlichen Diskussion um die Wölfe stört ihn vor allem eines: „Dabei wird so viel polarisiert, dem möchte ich sachliche Information entgegen stellen.“ Konsequent behandelt er das umstrittene Thema möglichst aus allen Perspektiven und stellt mit entsprechender Literatur und Quellen unterschiedliche Standpunkte dar.
Das Wissen um Verhalten, Aussehen oder Nahrung der Wölfe vermittelt er in Grundschulen, Kindertagesstätten und in der Sekundarstufe I. Am vergangenen Sonnabend hatte der Waldpädagoge in die Sonnenblumenschule Thönse zu einem Workshop eingeladen, an dem rund 30 Kinder, Eltern und Großeltern teilnahmen. Interessiert hörten sie anderthalb Stunden bei der theoretischen Einführung zu, die Slaghekke zusätzlich mit einem kurzen Film über Wolfsfahnder unterlegte. In einer Fragerunde zeigte sich, dass die Kinder bereits Kenntnisse über Wölfe mitbrachten.
Max antwortet auf die Frage, wie sich jemand verhalten soll, wenn er tatsächlich einem Wolf begegnet: „Stehen bleiben und langsam zurückgehen. Wenn die Wölfe Junge haben, könnte er sein Revier verteidigen wollen.“ Damit liegt er laut Olaf Slaghekke schon richtig. „Sich groß machen, Lärm machen und das Tier einschüchtern“, seien weitere Verhaltensweisen, die zusammen mit „respektvollem Abstand“ sinnvoll seien, so der Waldpädagoge. Diese seien Raubtiere, sie sogar noch mit Futter anzulocken, sei gefährlich: „Auf keinen Fall füttern!“ appelliert er in die Runde und macht deutlich, dass Wölfe keine Kuscheltiere sind.
Vertieft werden die Kenntnisse über Verbreitungsgebiete und Nahrungsgewohnheiten sowie Verhalten und Körperbau mit Arbeitsmappen, aus denen sich die Gruppen an verschiedenen Stationen selbst aussuchen können, welche Themen sie bearbeiten möchten.
Im Foyer der Grundschule hat Olaf Slaghekke eine Sauschwarte, Reh- und Damwilddecken ebenso ein Schaffell ausgelegt, um den Teilnehmern zu zeigen, welche Tierarten der Wolf als Beute bevorzugt. Verschiedene Bücher und ein selbst konzipiertes Quizspiel zum Thema „Wölfe“ hat er ebenfalls bereit gelegt. Im Anschluss lernen die Gäste unter fachlicher Anleitung des Waldpädagogen auf einem Spaziergang im Wald, wie man Fährten lesen kann und wie die Losung eines Wolfes aussieht. Das Wetter spielt auch mit, sodass der Workshop bei strahlendem Sonnenschein seinen Abschluss findet.