„Wir lernen, uns selbst zu entdecken“

Das gesamte Team bei einem der Vorbereitungstreffen in der St.-Petri-Gemeinde. (Foto: Andrea Hesse)

25 junge Menschen bereiten die Frühgebete in St. Petri vor

BURGWEDEL (r/bs). „Mir gefällt es sehr, frühmorgens im Dunkeln zu kommen und später im Hellen mit einem Anstoß in den Tag zu gehen“, sagt Hanne.
Die 17-Jährige gehört in diesem Jahr zum ersten Mal zum Vorbereitungsteam der Frühgebete in St. Petri Burgwedel – gemeinsam mit etwa 25 anderen jungen Menschen aus der Evangelischen Jugend bereitet sie für die Friedenswoche vom 11. bis 16. November insgesamt sechs Frühgebete vor. Als Besucherin war sie schon einige Male dabei; nun möchte sie dazu beitragen, dass auch andere ihre eigenen guten Erfahrungen teilen können.
Leon (17), der ebenfalls zum ersten Mal zum Vorbereitungsteam gehört, ist die Authentizität der Frühgebete wichtig: „Jugendliche haben oft eine andere Sicht auf das Leben als Ältere – diese Sicht bringen wir ein“, sagt er. Friederike, 16 Jahre alt und bereits zum dritten Mal im Vorbereitungsteam, ist die intensive Vorbereitung der Frühgebete wichtig: „In dieser Zeit denken wir über viele Dinge nach, an die wir sonst nicht denken würden“, erzählt sie.
Insgesamt fünf Mal trifft sich die große Vorbereitungsgruppe im Gemeindehaus der St.-Petri-Gemeinde in Burgwedel; hinzu kommen jeweils zwei, drei oder vier Treffen der einzelnen Arbeitsgruppen, Proben der Kirchenkreis-Band Sound Factory und Sprechproben in der Kirche.
Das Thema „L(i)eben!“ wurde gemeinsam ausgewählt, jede Arbeitsgruppe entschied sich dann für ein eigenes Unterthema für den Morgen, den sie vorbereitet. Inhaltlich liegen die Frühgebete allein in der Hand der Jugendlichen und jungen Erwachsenen; organisatorisch werden sie von Diakonin Elke Seidlitz sowie Anna Thumser, Anja Goral und Phil Rieger vom Kirchenkreisjugenddienst unterstützt.
Für die Frühgebete müssen alle Mitglieder des Vorbereitungsteams an fünf Tagen hintereinander sehr früh aufstehen: Die Frühgebete beginnen jeweils um 6.15 Uhr; schon um 5 Uhr müssen unzählige Kerzen in der St.-Petri-Kirche aufgestellt, anschließend jede Menge Brötchen aus der Bäckerei geholt werden. Dennoch tun die Jugendlichen die ungemütliche Zeit mit einem Schulterzucken ab: „Wir stehen ja nicht für die Schule so früh auf“, sagt Luis. Das gemeinsame Erleben der Frühgebete und der Vorbereitungszeit hat einen viel höheren Stellenwert: „Wir nehmen aus diesem Prozess viel für uns selbst mit“, erklärt der 18-Jährige. „Wir lernen, Gott, die Kirche, uns selbst und andere zu entdecken.“ Leni, Chrissi und Annika stimmen zu: Für das intensive Gefühl von Gemeinschaft und die besondere Atmosphäre der Frühgebete würden sie wohl auch mitten in der Nacht aufstehen.
Seit vielen Jahren schon gibt es die Frühgebete in St. Petri Burgwedel; im Ort haben sie einen hohen Stellenwert insbesondere bei jungen Menschen. Wenn Hanne, Leon und die anderen nach den Frühgebeten in die Schule kommen, finden sie viel Interesse vor – eine schöne Bestätigung für ihr Engagement. Bestätigung sind auch die bei jedem Frühgebet rappelvolle Kirche und das anschließende Frühstück im Gemeindehaus, bei dem selten ein Platz leer bleibt.
Die Frühgebete unter der Überschrift „L(i)eben“ finden in der Friedenswoche vom 11. bis zum 16. November täglich um 6.15 Uhr in der St. Petri Kirche in Burgwedel statt. Sie dauern jeweils etwa 45 Minuten; für Musik sorgt die Kirchenkreis-Band Sound Factory. Wer am anschließenden Frühstück im Gemeindehaus teilnehmen möchte, wird um einen Kostenbeitrag von einem Euro gebeten.