„Wir hatten eine gute Zeit“

„Wir hatten eine gute Zeit“, resümiert Pastor Rainer Henne. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Der Fuhrberger Kirchplatz im ersten Herbstlicht. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Der Fuhrberger Pastor Rainer Henne geht in den Ruhestand – Verabschiedung am Sonntag

Fuhrberg (bgp). Nach sechseinhalb Jahren in der Fuhrberger Ludwig-Harms-Gemeinde steht für Pastor Rainer Henne seit Anfang September „Ruhestand“ im Terminkalender.
„Wir hatten eine gute Zeit“, resümiert er lächelnd über die letzte Station seiner dienstlichen Laufbahn. Seine positive Bilanz gegenüber den Menschen und dem Dorfleben wird deutlich: „Als Gemeindepastor hier in Fuhrberg zu sein war toll und für mich noch einmal die Königsklasse.“
Dabei lobt er die engagierte Arbeit des Kirchenvorstandes, der ihm stets hilfreich zur Seite gestanden habe: „Es gab neue Ideen wie das ‘Seelenfutter‘ und gerade in der Corona-Zeit wurden kreative Lösungen gefunden, um der Gemeinde trotzdem etwas bieten zu können.“ Der Kirchenvorstand arbeite sehr selbständig und weitsichtig: „Da sind wirklich gute Leute drin“, fasst er zusammen. Die letzten Dienstjahre waren für den Fuhrberger Pastor in eine halbe Gemeindestelle und eine weitere halbe Stelle als Krankenhausseelsorger im Klinikum Großburgwedel aufgeteilt.
Sein Theologiestudium absolvierte der 1955 in Hannover geborene Rainer Henne in Göttingen, Tübingen und Amsterdam. Dem Vikariat in Garbsen folgte eine dreijährige Tätigkeit in der niederländisch-lutherischen Gemeinde in Rotterdam, im Anschluss daran wurde Henne Gemeindepastor in Drochtersen und Soltau.
Weitere Stationen seiner Tätigkeit waren die Gefängnisseelsorge in Uelzen und Lüneburg. In letzterer Stadt blieb er weitere zweieinhalb Jahre an der Berufsschule. „Das war besonders spannend, mit den Schülerinnen und Schülern im Alter von 16 bis 32 Jahre über ethische Fragen zu diskutieren“, erinnert er sich.
Henne folgte seiner Frau in die Region Hannover und trat im Februar 2015 in Fuhrberg die Nachfolge von Pastor Enno Junge an, dessen Stelle somit nur kurz vakant geblieben war. Damals war schon klar, dass er wohl der letzte Geistliche sein würde, der für Fuhrberg zuständig ist. „Das ist schon ein trauriges Gefühl, wenn man weiß, dass die Stelle nicht mehr besetzt wird“, bedauert Henne.
„Neben dem guten Zusammenhalt im Dorf waren die Rahmenbedingungen auch mit diesem Ensemble aus schlichter heller Kirche und dem daneben liegenden Gemeindehaus einfach toll“, zeigt er stolz mit einer ausladenden Armbewegung auf die beiden Gebäude am Fuhrberger Kirchplatz.
Ein besonderes Ereignis fiel außerdem in seine Amtszeit: Das 250-jährige Jubiläum der Ludwig-Harms-Kirche. Voller Begeisterung hätten sich Menschen aller Altersgruppen aus dem Dorf in die Vorbereitung der Jubiläumsfeierlichkeiten eingebracht, berichtet er. Dabei sei deutlich geworden, wie bedeutsam die Kirche für die Dorfbewohner sei und wie viele interessante alte Geschichten damit verbunden seien.
Mittlerweile ist der Umzug nach Lüneburg abgeschlossen. Pastor Rainer Henne und seine Ehefrau Christiane Plöhn haben dort ihr eigenes frisch renoviertes Häuschen bezogen. Die Aussicht darauf mache ihm den Abschied leichter, bekannte Henne in dem vorausgegangenen Gespräch verschmitzt: „Ich freue mich darauf, mal nicht verfügbar zu sein.“
An Ideen für den Ruhestand mangelt es ihm nicht. Das Vorhaben, einen Roman zu schreiben ist darunter, auch ein Choreintritt ist für ihn denkbar: „Ich singe doch so gerne.“ Außerdem möchte der scheidende Pastor das Gefühl kennen lernen, ein Jahr lang „nur als Privatmensch“ zu leben.
Der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen teilte im August mit, dass zunächst Pastor Jens Blume aus der St. Petri Gemeinde Großburgwedel gemeinsam mit dem Fuhrberger Kirchenvorstand die Verantwortung übernehmen und beratend tätig sein wird. Einmal im Monat wird ein Gottesdienst mit dem Springerpastor Karl-Martin Harms abgehalten, dieser wird auch alle Beerdigungen übernehmen.
Die offizielle Verabschiedung von Pastor Rainer Henne im Rahmen eines Entpflichtungsgottesdienstes findet am Sonntag, den 5. September um 15.00 Uhr auf der Pfarrwiese und neben dem Fuhrberger Gemeindehaus In den Tweechten ohne Teilnehmerbeschränkung statt.
Die Kontaktdaten werden erfasst, Mindestabstände sind einzuhalten und Masken bis zum Einnehmen der Plätze zu tragen. Gemäß der 3G-Regel müssen die Teilnehmenden nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sind.