„Wir haben lange auf den Schulungskurs gewartet“

Die 16 neuen Sterbebegleiter des Ambulanten Hospizdienstes Burgwedel, Isernhagen, Wedemark mit Geschäftsführerin Ute Rodehorst (links). (Foto: Nicole Friederichsen/Hospizdienst)
 
Die geschäftsführenden Leiterinnen des Hospizdienstes und zwei der Ehrenamtlichen aus der Wedemark (v.l.): Nicole Friederichsen, Margarete Keiser, Marion Brüggemann-Behnke und Ute Rodehorst. (Foto: Renate Tiffe)

Im Ambulanten Hospizdienst stehen 16 weitere Kräfte bereit

BURGWEDEL/ISERNHAGEN/WEDEMARK (ti). Es war der vierte Schulungskurs, seit der Ambulante Hospizdienst Burgwedel – Isernhagen – Wedemark im Jahr 2007 seine Arbeit aufgenommen hat.
16 weitere Kräfte darunter drei Männer stehen nach Erhalt ihrer Abschlussurkunde für den Dienst als Sterbebegleiter bereit. 42 Ehrenamtliche umfasst das Team jetzt, das von Ute Rodehorst und Nicole Friederichsen kollegial geleitet wird.
„Wir haben lange auf den Kurs gewartet“, bekannten zwei der Teilnehmerinnen im Pressegespräch. Sie habe schon länger in der Diakonie gearbeitet und sehe die Ausbildung nun als Weiterentwicklung erläuterte die frühere Einzelhandelskauffrau aus Elze, Margarete Keiser. Nach dem achtwöchigen Praktikum habe sie die Begleitung gleich weitergeführt. Von April bis November hat der gesamte Kurs gedauert.
Als Ortsratsfrau in Scherenbostel kümmere sie sich um die Seniorenarbeit. Und da machen sie ihre neuerworbenen Kenntnisse sicherer, bemerkte Marion Brüggemann-Behnke. Ihre Erwartungen seien erfüllt worden und sie sei menschlich sehr viel weitergekommen. Gut aufgehoben fühlen sich beide in der Gruppe.
Ziel des Kurses ist es, die Sterbephase noch als gestaltungsfähige und zu gestaltende Phase des Lebens zu vermitteln. Daneben werden Theorie und Praxis der Wahrnehmung, des Zuhörens und Verstehens erarbeitet und erprobt, immer in Rückkoppelung zu eigenen Erfahrungen, den eigenen Grenzen und der Beschäftigung mit den persönlichen Kraftquellen.
Die beiden Frauen waren zwei von sechs Wedemärkerinnen, die an der Schulung teilgenommen haben. Während in Burgwedel der Ambulante Hospizdienst bereits als etabliert angesehen wird, besteht in den anderen Bereichen des Kirchenkreises, in der Wedemark und in Isernhagen noch ein gewisser Nachholbedarf.
Insgesamt nehmen aber die Nachfragen zu, sagte Ute Rodehorst. „Wir brauchen mehr Mitarbeiter und denken schon über den nächsten Kurs nach“. 32 Begleitungen und über 80 Beratungen konnten in diesem Jahr bereits abgeschlossen werden. „Wir begleiten auch zu zweit, wenn Familien mehr brauchen“, ergänzt Nicole Friederichsen. Wichtig sei, dass den Menschen geholfen werde. Beistand wird allen geleistet, unabhängig von der kirchlichen Zugehörigkeit und der Religion. Der Dienst ist grundsätzlich kostenlos.
Aus der alltäglichen Praxis heraus ergeben sich neue Aufgaben für den Hospizdienst. „Wir halten auch viele Vorträge und werden immer mehr dazu angefordert“, berichtet die Geschäftsführerin.
Für 2014 ergeben sich neue Herausforderungen. Herausgestellt hat sich, dass nach dem Sterbefall die Trauerbegleitung im Trauercafé nicht ausreicht. „In dieser Richtung müssen wir weiter arbeiten“, so Frau Friederichsen. Sie selbst beginnt demnächst mit einer 1½-jährigen Schulung in systemischer Trauerbegleitung. Und auch für Ute Rodehorst reißt die Weiterbildung für die Beratung nicht ab. Die Kosten für die Leitung des Hospizdienstes tragen die Krankenkassen.
Alles Weitere, die Schulung, die Weiterbildung, Administratives und auch die Trauerbegleitung muss durch Spenden geleistet werden. Sich darum zu kümmern, ist Teil der Aufgaben der beiden hauptamtlichen Kräfte. Die Aktion mit den roten Sparschweinen anlässlich der Hospizwoche im Oktober sei ein Erfolg und eine gute Hilfe gewesen, resümiert Nicole Friederichsen.