„Wir haben die halbe Welt gesehen“

Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Ronald Schütz gehört ebenso zu den Gratulanten wie Pastor Henning Runge, Ahltens stellvertretender Bürgermeister Jens-Markus Jeitner und die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck. (Foto: Molsen)

Maria und Wilhelm Hartmann feiern Eiserne Hochzeit

Ahlten (wim). Eigene und gemeinsame Hobbys, viele schöne Reisen, aber auch die Anfänge beim Erntedankfest in Ilten waren Thema bei dem kleinen Empfang zur Eisernen Hochzeit von Maria und Wilhelm Hartmann am Mittwoch.
Bei Häppchen und Sekt plauderten die stellvertretende Regionspräsidentin Petra Rudszuck, Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Ronald Schütz, Pastor Henning Runne und der stellvertretende Ortsbürgermeister von Ahlten, Jens-Markus Jeitner, über das Leben des Paares, das seit 65 Jahren verheiratet ist und gratulierten zu dieser besonderen Leistung.
„Maria ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Wilhelm Hartmann rückblickend. Das erste Mal habe er sie mit ihren Freundinnen beim Erntedankfest in Ilten gesehen und ihnen Getränke spendiert. Dann haben sie sich immer wieder getroffen, unter anderem im Gasthaus Winter in Ilten, bevor die Verlobung bei Beckmann in Lehrte stattfand.
„Ich habe den Ring in ihr Glas fallen lassen, als Maria mal kurz rausgegangen ist“, erinnert sich Wilhelm Hartmann. Alles weitere habe sich dann ergeben. „Das war schön!“, sagt Wilhelm Hartmann. Nur bei Onkel und Tante um die Hand an zu halten, wäre etwas heikler gewesen. Denn Maria war 1943, als ihr Vater in Stalingrad vermisst wurde und die Mutter kurz darauf starb, bei Verwandten in der Heide gestrandet.
Über Burgdorf und Hannover, wo sie eine Ausbildung zur Stickerin absolvierte und Schützenfahnen bestickte, kam sie nach Ilten. Bei Wahrendorff schulte sie zur Krankenschwester um. „Das war ein schöner Beruf“, sagt sie über die Tätigkeit, die sie 40 Jahre lang ausgeübt hat.
Auch nach der Geburt des Sohnes Martin hat sie weitergearbeitet. „Das ging, weil ich selbst für die Dienstpläne zuständig war und mich so einteilen konnte, wie ich wollte“, schmunzelt sie. Außerdem hätten die Schwiegereltern mit im Haus gewohnt und mitgeholfen.
Ihre wohlverdiente Rente investiert Maria Hartmann heute am liebsten in Blumen, die ihre Gäste in dem prächtigen Garten begrüßen. Sie zieht aber auch selbst Blumen vor und pflegt damit eine Passion, die sie schon als 14-Jährige beim Praktikum in einer Gärtnerei lieben gelernt hat, während Wilhelm Hartmann seit 73 Jahren der Blasmusik frönt.
Gemeinsam gehen sie zum Sport. „Ich mache schon seit 30 Jahren Yoga“, sagt Maria. Die 87-Jährige freut sich, dass ihr Ehemann sie begleitet. „Wenn man von der Matte kommt, dann schmeckt das Abendbrot“, stimmt Wilhelm Hartmann zu, der gelernte Tischler hat zuerst bei Kali und Salz gearbeitet. Später ist er zu manchen Zeiten schon morgens um drei Uhr nach Wolfsburg zu VW gefahren, um dort im Transporter-Bau mitzuwirken.
Besonders schöne Erinnerungen verbindet das Ehepaar mit ihren Reisen rund um den Globus. „Maria hat mit mir die halbe Welt gesehen“, sagt Wilhelm Hartmann und nennt Kuba, Marokko, Ägypten und Kanada als besondere Höhepunkte. Die Hochzeitsreise führte die beiden allerdings mit dem Fahrrad ins nahegelegene Weserbergland, wo es so stark regnete, dass das Zelt gar nicht erst ausgepackt, sondern dann doch lieber im Hotel genächtigt wurde. Und auch die nächste Reise ist schon geplant: „Eine Donaukreuzfahrt wollen wir nochmal machen“, hat sich das Paar vorgenommen.