„Wir beteiligen uns nicht an einem sterbenden See“

Andreas Strauch (links), Regionsabgeordneter der SPD, moderierte die Veranstaltung mit dem Umweltdezernenten Prof. Dr. Axel Priebs (rechts). (Foto: Renate Tiffe)

Der Würmsee als Thema beim SPD-Gespräch in Kleinburgwedel

KLEINBURGWEDEL (ti). Das Entwicklungskonzept für den Würmsee, dass inzwischen schon einige Gremien passiert hat, stand am Donnerstag im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „SPD Burgwedel im Gespräch“. Hierzu hatte die SPD-Abteilung Burgwedel den in der Region verantwortlichen Umweltdezernenten Prof. Dr. Axel Priebs nach Kleinburgwedel eingeladen.
Nachdem er das Naherholungskonzept der Region erläutert hatte, räumte Priebs ein, dass der Würmsee als „naturräumliche Besonderheit“ ihn seit 15 Jahren als „Sorgenkind“ begleite - bisher ohne durchgreifende Problemlösung. Aus Sicht der Region habe das Gewässer lediglich eine örtliche Bedeutung. Dessen Verlandung müsse akzeptiert werden. Befürwortet werden die Vorschläge aus besagtem Entwicklungskonzept, wonach es in dem Bereich gezielte Auslichtungsmaßnahmen und „Angebote zur ruhigen Erholung“ geben solle. Eine stärkere Attraktivität müsse erkennbar werden. Denkbar wäre dann eine Anbindung an die Route 9 des Regionsfahrradnetzes, für die Fördermittel bereitstünden.
Der aktuelle Stand sei, so Priebs, dass von dem mit etwa 600.000 Euro veranschlagten Entwurf der Realverband 50.000 Euro übernehmen wolle. Die Stadt habe sich dagegen noch nicht weiter geäußert, weder über evtl. Nutzergruppen noch über ihr finanzielles Engagement. Auch über die Prüfung weiterer Fördermöglichkeiten sei nichts bekannt.
Während Heinz Visel, Stadtrat der „Grünen“ ausführlich das Würmsee-Konzept herausstrich und Ratsfrau Karin Beckmann (SPD) nach dessen Nachhaltigkeit fragte („wie lange soll der Erhalt dauern, 10 oder 20 Jahre?“) gab Ratsherr Friedhelm Leisenberg (CDU) als Vorsitzender des Realverbandes eine eindeutige Stellungnahme ab: „Der Realverband wird sich nicht an einem sterbenden See beteiligen.“
Für die Erhaltung der Wasserfläche setzten sich auch vehement die Anrainer des Würmsees ein. Die verantwortlichen Ratsherren waren sich dagegen in der bereits stattgefundenen Ausschusssitzung fraktionsübergreifend einig gewesen, dass zum Mindesten im nördlichen Teil der derzeitige Zustand gewahrt bleiben solle. „Wir brauchen die Wasserfläche“, betonte Ortsbürgermeister und CDU-Ratsherr Jürgen Schodder. 1/3 solle erhalten bleiben, 1/3 der Natur zurückgegeben werden und 1/3 der Freizeitgestaltung dienen.
In der Diskussion eher untergegangen sind die Redebeiträge des früheren CDU-Ratsherrn Jürgen Henke, der erläuterte dass der Bereich Würmsee sehr wohl zum Absenkungsbereich des Fuhrberger Wasserwerks gehöre. Und eine Anrainerin fragte, wie weit das Wasserwerk zuständig sei für den Wasserverlust des Sees.
Auf Nachfrage erklärte Leisenberg, dass ein Gutachten der hannoverschen Stadtwerke in den frühen 80-er Jahren die Absenkung des Grundwassers ausgeschlossen habe - wohingegen die Erfahrungen der Landwirte auf den angrenzenden Flächen mittlerweile ganz andere seien. Axel Priebs sagte zu, die Angelegenheit im Zuge der wasserrechtlichen Fachgespräche überprüfen zu lassen.