Wettmarer Schützen feierten ihre Landeskönigin

Silke und Friedhelm Bäßmann beim Königstanz vor ihrem Haus. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der große Schützenumzug am Sonntagnachmittag lockte viele Schaulustige an. (Foto: Renate Tiffe)

„Man muss es sagen, die Mädels sind besser“

WETTMAR (ti). Alles wieder im Lot bei den Wettmarer Schützen. Der Vorsitzende, Joachim Schluckebier führt wie eh und je das Regiment. Der Ausbau der Pistolenhalle am Schützenhaus geht weiter und sportlich anerkannt ist der Verein sowieso. Gründe genug also, um mit seinen Besten, den Schützenkönigen, wieder drei „tolle Tage“ lang ein zünftiges Schützenfest zu feiern.
Gut besucht war der Kommersabend am Freitag mit der Proklamation der neuen Könige. Für die Worte des „großen“ Bürgermeisters Dr. Hendrik Hoppenstedt und von Ortsbürgermeister Rainer Fredermann blieb wenig Zeit. Im Mittelpunkt der Sieger-Ehrungen stand die vorjährige Landeskönigin Silke Bäßmann. Der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes, Werner Bösche, heftete der Wettmarerin die Silberne Ehrennadel des Niedersächsischen Sportschützenverbandes ans Revers und die Kreisdamenleiterin Birgit Winter überreichte die Ehrennadel der Landesdamenleitung. Mit der Ehrennadel in Bronze wurden Friedhelm Bäßmann, Christa Krüger und Günther Borkowitz ausgezeichnet.
Gestärkt durch ein gut zubereitetes Essen traten die neuen Könige an, O-Ton des Vorsitzenden: „man muss es sagen, die Mädels sind besser“. Angefangen hat es schon mit der Jüngsten. Sandra Krüger hatte auf Anhieb 37 Ring geschossen. Bei der Jugendscheibe war Isabel Müller vorn und die Juniorenkette erhielt Franziska Brunkhorst umgelegt. Auch die Glücksscheibe landete in Damen-Hand. Irmgard Wegener war die Glückliche. Mit der Damenkönigin Christa Krüger - 26,8 Teiler - konnte auch schließlich Schützenkönig Rico Hartwig - 70, 7 Teiler – nicht ganz mithalten. Genau den Sieg angepeilt („wie viel muss ich schießen?“) hatte Volkskönig Christian Lindemann mit einem Teile von 97,7. Beim anschließenden Königstanz, zu dem die „Sunny Boys“ aufspielten, hielt Floh Sandra, sieben Jahre alt und wie Papa und Mama Mitglied im Verein, munter mit.
Am Sonnabend Mittag mussten alle wieder frisch sein beim Abmarsch für den Scheibenumzug. Begleitet von der Wettmarer Feuerwehrkapelle und dem Musikzug vom „Schützen-Corps-Lehrte“, hatte der bunte Zug diesmal keine langen Wege vor sich. Viel Zeit also zum Verweilen beim Scheibenannageln, ein bisschen zuviel, wie manche meinten. Beim frischgekürten Schützenkönig hatte es am Bierhahn anfangs nicht ganz so geklappt, was die Feierwilligen geduldig ausharren ließ. Bei Bäßmanns, der nächsten Station, stand der Gerstensaft dann schon bereit. „Kein Platz mehr für die Scheibe“, tönte es von den weißgekleideten Annaglern. Der ließ sich dann aber doch noch finden. 16 Königsscheiben zieren mittlerweile das Haus an der Heinrich Werth-Straße. Eine Damen-Runde am Tisch wartete dann schon an der Bruchstraße auf die neue Schützenkönigin, die auch zu Kaffee und Kuchen einlud.
Beim großen Schützenumzug am Sonntagnachmittag gesellten sich der Fanfarenzug Thönse und einige Wettmarer Vereine zu den Schützen und ihren Gästen. Viel Volk war dabei, als an der Herrenhäuser Straße die letzte Scheibe, die des Volkskönigs Christian Lindemann, anzubringen war. Zum Königstanz führte der engagierte Feuerwehrmann Nadine Voges aus Engensen. Ausgesprochen üppig war die Bewirtung im Hause Lindemann. Auch die anderen Könige hatten es an nichts fehlen lassen.
Mit einer Kaffeetafel im Festzelt und der Musik der Festkapellen klang das Schützenfest aus. Es hätte so schön sein können, wenn es am Rande – trotz der vier ständig anwesenden Schutzkräfte – nicht doch wieder zu unliebsamen Zwischenfällen gekommen wäre. Die Polizei meldete drei Körperverletzungen, teilweise nach Prügeleien außerhalb des Festplatzes. Zwei stark alkoholisierte 15-jährige Mädchen wurden ihren Eltern übergeben.