Wettmarer Kinderchöre zu Gast im Amtshof

Mit viel Spaß am Gesang erfreuten die Kinder ihr großes Publikum. (Foto: Renate Tiffe)

Von afrikanischen Weisen bis zu Frühlingsliedern

GROSSBURGWEDEL (ti). Wuseliger kann es im großen Saal des Amtshofes kaum zugehen. Alle Plätze sind sowieso besetzt. Die vorderen Reihen - bis zu etwa einem Drittel - sind für die jungen Sängerinnen und Sänger des Konzerts der Wettmarer Kinderchöre reserviert – was keineswegs ausreicht. An der Seite haben sich die Grundschulkinder niedergelassen. Im Publikum wuselt es von jüngeren Geschwistern. Ganze Familien mit Oma und Opa und sogar der Uroma warten gespannt auf den ersten Auftritt.
Der kommt pünktlich nach einem Klingelzeichen um 17.00 Uhr. Der stellvertretende Vorsitzende des Männergesangvereins „Germania“ Wettmar (MGV), Stefan Embach, begrüßt alle, stellt das Programm kurz vor, macht ein wenig Werbung für den vereinseigenen Kinderchor, die Singflöhe, und gibt dann die Bühne frei für den ersten Chor. Geordnet treten die Kitakinder mit ihren selbstgemachten (Blumentopf-)Trommeln an. Die Erzieherinnen Stefanie Kunze und Sabine Großhans geben deutliche Zeichen vor der Bühne. Ein Repertoire aus Afrika war angesagt – ein wenig gewöhnungsbedürftig für Gäste, deren Kita-Beziehungen nicht mehr so eng sind. Ein Hinweis auf den derzeit laufenden Trommel-Workshop in der Kita wäre hilfreich gewesen. (Trommeln ist gut für die Konzentration und das Rhythmus-Gefühl.) Aber was machte es schon? Es sollten nicht nur Frühlingslieder auf dem Programm stehen. Und der Applaus war den Mädchen und Jungen ohnehin sicher, die sich singend verabschiedeten.
„Auf einem Baum ein Ku-u-ckuck...“ stimmten die Grundschulkinder dann doch Frühlingslieder an, belohnt mit begeistertem Beifall. Der Grundschulchor unter der Leitung der erfahrenen Musikpädagogin Heike Hageck hatte vielleicht die besten Voraussetzungen. Schon in Kita-Zeiten musikalisch vom MGV gefördert, ist jetzt ein Kinderchor herangewachsen, der – wie Embach mit Recht gesagt hatte – zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Wettmar geworden ist.
Ob das jüngste Kind des MGV, der neue Kinderchor, der erst im Frühjahr vergangenen Jahres gegründet wurde, dem Anspruch auch einmal genügen wird? Über mangelnde Auftritte können sich die Schützlinge von Kerstin Sörensen als Initiatorin und Volker Bublitz als Chorleiter nicht beklagen. Und Fortschritte sind bereits unverkennbar. Ganz einfach mit den Einsätzen haben es die Mädchen und Jungen in den roten T-Shirts allerdings nicht, wenn der Chorleiter dem Publikum zugewandt selbst mit der Gitarre begleitet. „Im Märzen der Bauer“, das „Lied für Oma und Opa“ klang dann auch etwas dünn. Immerhin fühlte sich das Publikum danach durch die flotten Gesangstexte stark zum Mitmachen animiert und verlangte noch eine Zugabe. „Mein Dackel Waldemar“ sorgte dann für einen Abgang bei bester Laune.
„Super, Klasse“, lobte der MGV-Vertreter. Und Wettmars Ortsbürgermeister Rainer Fredermann, der mitten unter den jungen Sängerinnen und Sängern gesessen hatte, war nicht nur zufrieden, sondern mächtig stolz auf den zahlreichen Sängernachwuchs des Ortes.