Wettmarer Bockwindmühle hat jetzt wieder Flügel

Äußerlich ist die Bockwindmühle mit den neuen Flügeln beinahe vollständig komplett. Im Innern warten allerdings noch einige Arbeiten auf die Mitglieder des Heimatvereins. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Saniertes Baudenkmal wird am 13. Juni in Betrieb genommen

WETTMAR (hhs). Der Donnerstag dieser Woche war für den Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar ein großer Tag: Die Bockwindmühle verfügt jetzt wieder über Flügel. Am späten Nachmittag hatten die Zimmerleute ihr Werk vollbracht. Von außen ist das Baudenkmal, das in Rekordzeit am alten Standort abgebaut, dann restauriert und nun am neuen Standort wieder aufgebaut wird, jetzt wieder komplett. Es sieht schon gut aus am neuen Standort der Mühle. „Nun müssen hier nur noch die Pfähle für das Seil in die Erde gebracht werden, mit dem die Mühle später in den Wind gedreht wird“, freute sich der Vorsitzende des Heimatvereins im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten, Gerhard Brenneke. Innen stünden aber auch noch Arbeiten an, ohne die der Heimatverein die Mühle nicht in Betrieb nehmen kann.
Am frühen Donnerstagmorgen begannen die Arbeiten. Die Zimmerei aus Bismark, Sachsen Anhalt, die die Arbeiten an der Mühle übernommen hatte, war früh mit den vier Flügeln vor Ort erschienen. Die zunächst wenigen Schaulustigen waren begeistert von der Qualität der Arbeit. Alles Holz war sauber gehobelt, korrekt zueinander gepasst. Lärchenholz hatten sie verwendet für die großen Blätter, die sich in den Wind drehen, haltbare Eiche für die Speichen, die die Drehung der Flügel später auf die Königswelle übertragen. Das erste Blatt wurde mit einer Speiche fest verbunden. Es entstand ein mehr als zehn Meter langes zusammenhängendes Teil, das nun mit Hilfe eines schweren Kranes mit langem Ausleger angehoben und senkrecht oben am Kopf der Mühle in die Passung gesetzt wurde am äußeren Ende der Königswelle. Dann wurde das zweite Windblatt angehoben und in Handarbeit am unteren Ende der Speiche angebracht. Der erste Flügel war komplett. Dann ging es an den zweiten, die gleichen Arbeitsschritte, bis am Nachmittag das Werk vollbracht war. Unter großem Applaus der vielen Schaulustigen beendeten die Zimmer ihre Arbeit an diesem Nachmittag und viele beglückwünschten Gerhard Brenneke, dass das Unternehmen „Rettung der Wettmarer Bockwindmühle“ bisher so gut gelungen ist. Zum Dank, so könnte man meinen, vollführten die neuen Mühlenflügel dann eine halbe Drehung im Wind.