Wettmar unter neuer Führung

Erste Amtshandlung nach der konstituierenden Sitzung: Ortsbürgermeister Michael Kranz aktualisiert den Zettel mit den Namen der neuen Ortsratsmitglieder. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Unklar ist, ob das bis zum Kösterweg reichende Gelände groß genug ist, um das Feuerwehrhaus zu erweitern. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Michael Kranz gewinnt das Ortsbürgermeisteramt nach fünf Jahren Pause zurück

Wettmar (bgp). Überraschung bei der konstituierenden Sitzung des Ortsrates Wettmar: Nach fünfjähriger Pause ist es dem Rechtsanwalt Michael Kranz gelungen, alle Stimmen für den Posten des Ortsbürgermeisters zu bekommen. Bis 2016 hatte er das Amt inne, anschließend verlor er es an seinen Nachfolger Erwin Fette (Bündnis 90/Die Grünen). Nach den Wahlen im September 2021 hatten sich die Kräfteverhältnisse geändert, die CDU punktete mit drei Sitzen und bildet gemeinsam mit der FDP (ein Sitz) die Mehrheit, während die SPD lediglich zwei Sitze und die Grünen einen Sitz für sich verbuchen konnten.
Erwin Fette hatte demzufolge auf eine erneute Kandidatur verzichtet und einigte sich mit Joachim Schluckebier-Risse und Wolfgang Werner (beide SPD) darauf, für Michael Kranz zu stimmen. Erfreut zeigte sich der nun amtierende Ortsbürgermeister in einem Gespräch nach der konstituierenden Sitzung: „Ich freue mich sehr, dass das Ergebnis einstimmig ist und werde mich gerne für die Belange in Wettmar einsetzen.“ Verstärkt wird der Ortsrat außerdem durch den stellvertretenden Bürgermeister Andreas Genske (FDP) sowie Niklas Hanne und Philina Heistermann (beide CDU).
Drei Themen möchte Kranz mit dem Ortsrat vorrangig verfolgen: Das Dorfgemeinschaftshaus soll barrierefrei werden, das daran angrenzende Feuerwehrgerätehaus muss entweder erweitert oder an einem anderen Standort neu errichtet werden. „Da möchte ich einiges auf den Weg bringen, aber das muss über einen Feuerwehrbedarfsplan ermittelt werden“, so Kranz.
Ein weiterer Punkt wird die Satzung für die Bebauung an der Hauptstraße sein. Zurzeit wird dort ein größeres Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten gebaut. Vielen erscheint der Gebäudekomplex im Verhältnis zu den umliegenden Bestandsbauten zu groß. „Bei der Ausführung wurde sich an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, im Hinblick auf die Gebäudehöhe wurden die Möglichkeiten komplett ausgereizt“, erklärt der Ortsbürgermeister. Für zukünftige Bauten solle jedoch eine Regelung gefunden werden, mit deren Vorgaben sich die Neubauten besser in die umliegende Bebauung einfügen.
Der Bau von Mehrfamilienhäusern steht auch im Baugebiet Glockenberg an. Da müsse man schauen, wie die Häuser angeordnet werden, damit jeder zufrieden sei, sagt Kranz. Vermarktet sind die Grundstücke ohnehin noch nicht: „Eine Singvogelart musste umgesiedelt werden, Ausgleichsflächen sind mittlerweile schon vorhanden“, so der Ortsbürgermeister. Bis alle Genehmigungen vorlägen, sei die Vermarktung wahrscheinlich erst in 2023 möglich.
Im Jugend- und Seniorenbereich will sich der Ortsrat für dezentrale Lösungen einsetzen, damit mehr gut erreichbare Angebote innerhalb der Ortschaft gemacht werden. „Gerade viele ältere Menschen können oder wollen nicht extra nach Großburgwedel fahren, um dort Angebote wahrzunehmen“, erläutert Kranz. Auch für die Jugendlichen scheitere vieles an fehlenden oder ungünstigen Busverbindungen. Denkbar seien Kulturangebote wie Lesungen und Konzerte oder Veranstaltungen von Vereinen etwa in der Heimatdiele, im Dorfgemeinschaftshaus oder im Evangelischen Gemeindehaus.