Wettmar: Investor steht zum Verbrauchermarkt

Region arbeitet Widersprüche von Nachbarn ab

WETTMAR (ti). In Ortsratssitzungen, bei Dorffesten und anderen Anlässen werden Kommunalpolitiker immer wieder gefragt: wann kommt endlich der Verbrauchermarkt in Wettmar? Eine gezielte Falschmeldung vom Wochenende hat die Bürger zusätzlich verunsichert. Danach soll sich nun auch der zweite Investor aus dem Projekt verabschiedet haben. - Sechs Jahre dauert nun schon die Verzögerungstaktik der selbsternannten Anlieger.
Zunächst einmal: die Firma „Edeka“, die sich lange Zeit um den Markt bemüht hat, ist ausgestiegen, weil „Rewe“ einen höheren Grundstückspreis geboten hat. Was könnte mehr für die Wirtschaftlichkeit eines Projekts sprechen, als die Konkurrenz der beiden deutschen Marktführer in der Lebensmittelbranche in diesem Bereich?
Ortsbürgermeister Rainer Fredermann (CDU) hat inzwischen in einem Telefongespräch die Frage mit dem zweiten Investor geklärt. Dessen Atnwort: die Meldung, die in Wettmar kursiert ist falsch. In der nächsten Ortsratssitzung am 12. Juli will Fredermann noch einmal etwas dazu sagen. Als Ortsbürgermeister sei er zur Klarstellung verpflichtet. Ihn wundere, fügte er hinzu, dass in einer schriftlichen Veröffentlichung ohne Namen und Quelle Dinge in den Raum gestellt werden, die nicht stimmen.
Auch der Oppositionsführer im Ortsrat Siegfried Schramke (SPD) zeigte sich überrascht über den neuerlichen Vorstoß der Markt-Gegner. Von Seiten der Stadt sei alles abgewickelt, betonte er. Die Einsprüche während des Bauplanverfahrens und deren Bearbeitung füllten ganze Aktenordner, jedes Gutachten, das erforderlich wurde, habe die Steuerzahler eine Menge Geld gekostet. Genaue Summen konnte Schramke nicht nennen, es soll sich aber um erhebliche Beträge im fünstelligen Bereich handeln. Seines Wissens nach befinde sich der Investor jetzt in Gesprächen mit den Nachbarn, um eine einvernehmliche Lösung herzustellen, „wie das normalerweise bei Bau-Vorhaben üblich ist“, so Schramke.
Der Bebauungsplan ist am 14. Oktober 2010 vom Rat verabschiedet worden. Die endgültige Baugenehmigung erteilt die Region in Hannover. Nach Aussage von Regions-Pressesprecherin Christina Kreutz liegen jetzt noch drei Widersprüche von Nachbarn vor. Zwar könnte schon mit dem Bau begonnen werden. Das geschehe aber auf eigene Gefahr des Bauherrn. Bei den Einsprüchen bestehe die Möglichkeit, vor Gericht zu gehen. Aufgabe der Region sei es, die nachbarschaftlichen Belange mit zu berücksichtigen und möglichst Abhilfe zu schaffen. Dies sei derzeit in Arbeit. Eine Einschätzung über die Dauer des Verfahrens könne sie nicht geben, sagte Frau Kreutz.