„Werden Sie orientierte Menschen“

103 Abiturientinnen und Abiturienten wurden am Freitag im Gymnasium Großburgwedel feierlich verabschiedet. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Gymnasium Großburgwedel verabschiedet 103 Abiturienten - sechs erreichten die Traumnote 1,0

GROSSBURGWEDEL (bgp). Am Freitagnachmittag wurden die Abiturienten des Gymnasiums Großburgwedel in einer Feierstunde aus der Schule verabschiedet.
Zu den Klängen zweier Stücke von Georg Philipp Telemann marschierten die 103 Schülerinnen und Schüler in die festlich geschmückte Aula. Robert Baberske gratulierte als neuer Schulleiter erstmals an diesem Gymnasium zum bestandenen Abitur und wünschte den jungen Menschen „Maß und Mitte“ bei ihren Entscheidungen.
In seiner Ansprache verglich er das Leben mit einem „Orientierungslauf“. Um sich „an den vielen Weggabelungen“ zurecht zu finden, benötige man eine Karte und einen Kompass, der ähnlich wie im Leben immer wieder neu kalibriert werden müsse. Zur Orientierung zwischen „zahlreichen Lockangeboten des Lebens und vielen Meinungen“ biete sich auch das Grundgesetz an.
Zunächst sei es als provisorische Verfassung konzipiert worden, heute sei es „gekommen, um zu bleiben“, zitierte er einen Rundfunkbeitrag. „Werden Sie orientierte Menschen“, mahnte Baberske eine kritische Haltung gegenüber „einfachen, vermeintlich schnellen Antworten“ an. Seit 70 Jahren bilde das Grundgesetz eine „unmissverständliche Basis des Zusammenlebens“, betonte der Schulleiter und ließ allen Abiturientinnen und Abiturienten ein Exemplar des Grundgesetzes mit ihrem Zeugnis überreichen.
Bürgermeister Axel Düker würdigte die Schülerinnen und Schüler, die sich auch später immer wieder neuen Herausforderungen stellen müssten: „Ein großer Schritt in Richtung Studium, Ausbildung oder Auslandsaufenthalt ist geschafft!“
Die scheidende Schulelternratsvorsitzende Dorothea Nirschl appellierte in einem leidenschaftlichen Plädoyer an die Abiturienten, soziale Verantwortung zu übernehmen: „Engagiert euch!“ Sie gab dem Jahrgang ermunternde Worte mit auf den Weg: „Erkennt eure Chancen, habt Erfolg, jedoch nicht auf Kosten anderer.“ Halb mit Freude, halb mit Wehmut verabschiedeten sich Kaja Biermann und Victoria Krüger im Namen des gesamten Jahrgangs. Die Zeit zwischen Schulgebäude und Vereinsheim sei sehr schön gewesen, aber nun sei sie zu Ende. „Wir haben es geschafft!“, jubelten sie.
Auch wenn das Abiturmotto „Erst Siesta, dann Fiesta“ anderes vermuten lässt, sechs der Schülerinnen und Schüler schnitten mit der Traumnote 1,0 ab.