„Wenn es ins Labor geht, zieht man immer einen Kittel an“

Zu Beginn der Arbeit im Labor ziehen sich alle Chemiker immer einen weißen Kittel an. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Spannende Projekttage an der Fuhrberger Grundschule

FUHRBERG (hhs). Die Maria-Sybilla-Merian-Grundschule in Fuhrberg hat eine besondere Überraschung zu ihren Projekttagen erhalten : Einen großen Experimentierkasten, der es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, chemische Phänomene über Experimente im Unterricht zu erleben. Die in Fuhrberg ansässige Firma Care-Full-Colours hat dafür gesorgt, und noch für einige Dinge mehr.
Die Projekttage liefen von Mittwoch bis Freitag dieser Woche, mit einer großen Menge unterschiedlicher Angebote, alles unter dem Motto „Forschen und Denken“. Es ging dabei inhaltlich um Feuer, Wasser, Strom, Luft, Schach und Ubago, eine Knotenschule, Bauen mit Kapla, Brücken und Türme bauen und natürlich auch um einfache Experimente mit dem neuen Experimentierkasten. Um 10.00 Uhr begann die Forschungstätigkeit des Nachwuchses, indem sie sich auf dem Schulhof im Kreis aufstellten. Die Schülerinnen und Schüler aller vier Jahrgänge wurden in Gruppen eingeteilt mit jeweils zwei Kindern aus jeder Klassenstufe. Und auf Kommando ging es flugs ab in die Klassenräume.
Magdalena Iken, Lehrerin an der Maria-Sybilla-Merian-Grundschule hatte in ihrem Chemiestudium praktische Laborerfahrungen gemacht und gab zunächst die Grundsätze an ihre kleinen Schützlinge weiter: „Wenn man ins Labor geht, zieht man immer einen Kittel an“, sagte sie, und die Schülerinnen und Schüler liefen zur Wand mit den Kleiderhaken, wo die neuen Kittel in den entsprechenden Größen hingen. „Daran kann man sich auch die Hände abwischen, wenn man etwas an die Finger bekommen hat“, fuhr sie fort. „Und wenn man etwas zusammenmischt, dann setzt man immer eine Schutzbrille auf“. In kürzester Zeit waren die Kinder korrekt ausgestattet, und dann ging es los: Auf dem Programm stand die Herstellung einer Creme.
Cremes bestehen in aller Regel aus unterschiedlichen Zutaten, kosmetische Öle, Konsistenzgeber wie Bienenwachs oder Lanolin, Emulgatoren und Zusätze. Das muss alles abgewogen werden, möglichst genau mit einer entsprechenden Waage. Auch die stammten aus dem Kasten und war schnell erklärt. 30 Milliliter Wasser mussten die kleinen zunächst in ein Glas füllen, was mit der Waage schnell und problemlos ging. Dabei lernten die Kinder ganz nebenbei, wozu sich an modernen Waagen die „Tara-Taste“ nutzen lässt.
Zunächst wogen die Schülerinnen 2,5 g Tegomuls (Emulgator), 6 g Mandelöl und 2 g Kakaobutter ab. Das Gemisch wurde dann im Wasserbad unter ständigem Rühren erhitzt, bis alles zusammen geschmolzen war. Die Temperatur sollte 70 °C betragen. Dann wurde das Wasser in einem anderen Becherglas auf die gleiche Temperatur erhitzt und unter stetigem Rühren in das erste Glas gegeben., bis alles nur noch handwarm war. Am Ende kamen noch Aromastoffe hinein, und dann konnten die Kinder ihre Creme in kleine Döschen abfüllen.