Wenig Neues von der Deutschen Bahn zur Y-Trasse

Der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Ulrich Bischoping (links), hatte kaum etwas Neues zu berichten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Bischoping verspricht frühestmögliche Information

GROSSBURGWEDEL (hhs). Er werde alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantworten, erklärte Ulrich Bischoping, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn, eingangs der lang erwarteten Informationsveranstaltung der Stadt Burgwedel zur möglichen Güterbahnumfahrung im Zuge der Planungen der Y-Trasse. Was er zu berichten hatte, war allerdings wirklich nicht viel.

Es waren nicht viele mögliche Betroffenen aus Burgwedel zu dieser Veranstaltung gekommen, so um die 130, davon viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die auch im politischen Raum tätig sind. Bischoping verdeutlichte gleich zu Beginn, dass er großes Verständnis habe für die Befürchtungen und Ängste der Burgwedeler. Es für ihn vorstellbar, dass man Wut und Zorn entwickele, wenn man in der Zeitung lese, dass bald eine vielbefahrene Bahntrasse an eigenen Haus vorbei führe. Dafür habe er volles Verständnis, aber dafür könne die Bahn in diesem Fall rein gar nichts. Die in der Tageszeitung veröffentlichte Skizze mit möglichen Trassenführungen durch Burgwedeler Gebiet stamme nicht von der Bahn. Er glaube fest, dass das hauseigene Überlegungen der Presse seien.
Im Folgenden führte Bischoping aus, dass die Bahn in Bezug auf den Seehafenhinterlandverkehr in den kommenden Jahren vor wachsenden Problemen stehe. Die bestehenden Trassen reichten heute schon nicht mehr aus, spätestens ab 2017 drohe Chaos, wenn nicht zusätzliche Kapazitäten geschaffen würden. Im Moment habe die Bahn nur vor, bestehende Strecken auszubauen. Das könne aber keine endgültige Lösung sein, weil auf diesen Strecken Personen- und Güterverkehr dann in arge Konkurrenz treten würden. Der Güterverkehr würde den Personenverkehr bremsen.
Schon vor Jahren habe die Bahn dieses Problem erkannt und sei damals deswegen in Planungen für die sogenannte Y-Trasse eingestiegen. Dabei ergebe sich das Problem, dass tagsüber kein Güterverkehr über den Hauptbahnhof Hannover laufen kann, der sei ohnehin schon voll ausgelastet durch den Personenverkehr. Man müsse davon ausgehen, dass Wachstum weiterhin stattfinden wird im Bereich der Güterverkehre und die Bahn deswegen mehr Infrastruktur im Schienennetz brauche.
Der Bundesverkehrsminister stehe auf dem Standpunkt, dass die Bahn auch erweiterte Kapazitäten im Güterverkehr tagsüber benötige und deswegen sei eine Ostumfahrung Hannovers durchaus überlegenswert.
Gegenwärtig arbeite man bei der Bahn an einer aktualisierten Vorentwurfsplanung für die Y-Trasse und strebe anschließend das Planfeststellungsverfahren an. In zehn Jahren, so seine Ansicht, könne die Y-Trasse dann fertiggestellt sein. „Aber wie kommen wir dann von einem angenommenen Endpunkt „Isernhagen“ bei der Trasse schließlich nach Lehrte“, fragte er in die Runde seiner Zuhörer, unter denen sich ein unmissverständliches Raunen breit machte. Ihnen war allen die Lösung deutlich vor Augen: Über Burgwedeler Gebiet. Bischoping allerdings setzte erst einmal auf Beruhigung und sagte, es sei noch vollkommen offen, wo der Zubringer von der Y-Trasse nach Lehrte angeschlossen werde, das könne auch schon irgendwo im Norden geschehen. Allerdings werde die Bahn nun ein Raumordnungsprogramm auch in dieser Sache anschieben. Er versprach frühestmögliche Information und Beteiligung der Bürger. Die Bahn werde die Kommunikation vor Ort suchen und Offenheit und Transparenz praktizieren. Allerdings gebe es bei den Planungen der Y-Trasse von Bremen/Hamburg bis zu einem angenommenen Endpunkt Isernhagen noch eine große Unwägbarkeit. Im gegenwärtigen Bundesverkehrswegeplan seien dafür 1,3 Milliarden Euro vorgesehen, viel zu wenig, wie Bischoping es ausdrückte und damit reine Makulatur. Anfang kommenden Jahres müsse die Bahn dem Bund realistische Zahlen für die Finanzierung vorlegen und dann müsse der Bund sagen, ob er die Y-Trasse noch will oder nicht.