Weihnachtskrippen und Adventliches zierten die Heimatstube

Modern gestaltete Krippe aus dem Erzgebirge: Es ist der Versuch, die Weihnachtsgeschichte auf das Wesentliche zu reduzieren. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Eine Weihnachtspyramide zierte das so genannte Bürgermeisterzimmer in der Heimatstube. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Krippen spannen einen historischen Bogen über 150 Jahre

GROSSBURGWEDEL (hhs). Am vergangenen Wochenende hatte die Heimatstube der General-Wöhler-Stiftung in Großburgwedel wieder zu ihrer Ausstellung von Weihnachtskrippen und anderem „Adventszubehör“ eingeladen. Im vergangenen Jahr hatte Jürgen Veth, der Leiter der Heimatstube, ein Pause eingelegt, sehr zum Bedauern vieler Burgwedeler, die in der doch schon früh finsteren Adventszeit nach Licht und Wärme suchen. In diesem Jahr war auf dem Deiken-Wöhler Hof wieder eine Menge zu entdecken.
Der Reiz dieser Ausstellungen in der Heimatstube liegt genau genommen darin, dass man niemals genau weiß, was einen dann bei der Präsentation erwartet. Das liegt daran, dass Organisator Veth die Mitbürgerinnen und Mitbürgerinnen anspricht, doch ihre Krippen oder Nussknacker der Öffentlichkeit vorzustellen. Deswegen ist die nicht nur Quantität zu finden, sondern auch Vielfalt. Man findet keine zwei gleichen Krippen dort. In diesem Jahr spannte sich der Bogen bei den Krippen über einen Zeitraum von knapp 150 Jahren. Alle eint, dass sie die Geschichte der Geburt Jesu erzählen, mit Miniaturfiguren und dem entsprechenden Gebäudeensemble, eben so, wie man im Mittelalter, als kaum jemand lesen oder gar schreiben konnte, diese ganz wichtige Geschichte den Menschen nahe brachte.
Jeder kennt heute eine „Weihnachtskrippe“, hat eine feste Vorstellung von dem, was sie beinhalten muss: Maria, Josef, Jesuskind, Hirten, Futterkrippe, Vieh, der Stern, weitet man die Geschichte aus, dann auch noch die Heiligen drei Könige. Eines ist aber immer zwingend: Das Gebäude, in dem alles stattfindet: Der Stall. Da fanden sich Ställe, deren Vorbilder man in Norddeutschlands herber Wirklichkeit finden kann, andere Künstler versuchen der Realtät des antiken Bethlehems näher zu kommen, und manche reduzierten alles mit dem Mittel der Verfremdung auf das Wesentliche. Es war bemerkenswert, das anzuschauen und über die Zeitlosigkeit des Themas nachzusinnen.
Ein anderer Schwerpunkt lag auf den Nussknackern. So waren in der Heimatstube einige ganz besondere Exemplare zu sehen: Zum einen die martialisch schauenden Holzungetüme in ihren farbenprächtigen Uniformen, zum anderen Exponate des täglichen Gebrauchs, 200 Jahre alt und den modernen Nussknackern damals schon ähnlich. Den alten Exemplaren fehlt nur die Ergonomie, sonst sind sie über die Jahre immer noch gebrauchsfähig. Das Exemplar aus dem Fundus der Heimatstube ist sicherlich die Arbeit eines Schmieds in Großburgwedel um den Beginn des 19. Jahrhunderts.
Ebenfalls aus dem Besitz der Heimatstube stammte ein Weihnachtsbaumständer der besonderen Art: Über ein Federwerk im Innern wurde der Baum in sanfte Drehung versetzt, während gleichzeitig eine Spieluhr begann, ein Weihnachtslied zu spielen. „Das hat General Wöhler sicherlich auch als Kind schon bestaunt“, sagte eine ältere Dame zu ihrer Begleiterin und lächelte. Die andere bückte sich etwas, um die Beschreibung zu lesen. „Gut hundert Jahre soll der Ständer alt sein“, sagte sie. „Ob unsere Baumständer in hundert Jahren auch in einer Ausstellung zu Ehren kommen?“
Bevor die beiden Damen dieses ausdiskutierten, gingen sie in den Nebenraum, wo Kaffee und Kuchen für die Gäste angeboten wurden. Ein richtiger Adventsnachmittag, an dem alles stimmte: das Wetter, die Ausstellung und das heimelige Ambiente der Heimatstube und schließlich die Krippen, die den Beginn der wichtigsten Geschichte der Welt erzählen.