„Was macht ein Bürgermeister?“

Bürgermeister Axel Düker (Mitte) mit der Klasse 7b der IGS Burgwedel (hinten links Marc Friedrich).
 
Besuch im Rathaus bei Bürgermeister Axel Düker (r.): Schülerinnen und Schüler der IGS-Klasse 7b.

IGS-Klasse besucht Axel Düker im Rathaus und löchert das Stadtoberhaupt mit Fragen

GROSSBURGWEDEL (bgp). Bürgermeister Axel Düker freute sich am Donnerstagvormittag über ein volles Sitzungszimmer. In regelmäßigen Abständen bekommt er Besuch von Schülerinnen und Schülern der IGS und des Gymnasiums. Die 23-köpfige IGS-Klasse 7b war an diesem Tag mit ihrem Besuch im Rathaus an der Reihe. Dort hatten die Mädchen und Jungen Gelegenheit, sich über die Arbeit des Stadtoberhauptes zu informieren. Zuvor hatten sie sich gemeinsam mit Klassenlehrer und Fachbereichsleiter Marc Friedrich auf die „Stippvisite“ beim Bürgermeister vorbereitet. 32 Fragen standen auf der Liste, alle konnte Düker in der anderthalbstündigen Veranstaltung jedoch nicht beantworten.
„Macht der Job als Bürgermeister Spaß?“, wollten die Schüler gerne von ihm wissen. Axel Düker erwiderte: „Unterm Strich würde ich das immer wieder machen.“ Aber es gebe eben Dinge, die müssten getan werden, selbst wenn sie manchmal schwer und mit viel Verantwortung verbunden seien. Die Unterbringung der vielen geflüchteten Menschen in den Jahren 2015/16 sei nicht einfach gewesen, aber immens wichtig. „Ohne die ganze Stadt hätten wir das gar nicht geschafft“, betonte er im Hinblick auf die Mithilfe von Vereinen, Ehrenamtlichen und Privatpersonen. Bauprojekte an Schulen und Feuerwehrhäusern seien ebenfalls notwendig, jedoch mit sehr hohen Kosten verbunden. Zur Erfüllung der Pflichtaufgaben einer Stadt müsse vieles unterhalten oder erneuert werden, erklärte der Bürgermeister. Vorschläge dazu würden im Stadtrat, dem „wichtigsten Gremium“, diskutiert. Dieser entscheide letztlich darüber, ob Geld dafür in den Haushalt eingestellt werden solle: „Wir setzen dann die Beschlüsse des Stadtrates um“, ließ er die Schüler wissen. Diese fragten auch nach, wie viele Stunden ein Bürgermeister arbeiten muss. „Fünfzig bis sechzig Stunden in der Woche sind das meistens“, antwortete Axel Düker.
Zu den Einnahmequellen im Stadthaushalt hatten die Siebtklässler viele Ideen. Sie zählten Einkommenssteuer, Hunde- und Mehrwertsteuer, Zuschüsse vom Bund bis hin zu Bußgeldern von Parksündern und Rasern auf. Düker ergänzte das um die Gewerbesteuer als größte Einnahmequelle im Stadtgebiet und betonte, dass es mit Blick auf den Haushalt auf Dauer nicht erstrebenswert sei, Schulden zu machen.
„Welchen Traumberuf hatten Sie in der Kindheit?“, kam als Frage. Sie brachte ans Licht, dass Axel Düker eigentlich Polizist oder Sonderschullehrer werden wollte. Doch er ging einen anderen Weg: Nach dem Politik- und Geschichtsstudium arbeitete er zunächst bei einem Automobilhersteller, im Februar 2014 wurde er Bürgermeister der Stadt Burgwedel. Wie dieser „residiert“ durfte die IGS-Delegation mit einem Blick in Dükers Büro begutachten. Dabei fiel ein riesiger Fernseher sofort ins Auge. „Cool, da kann man Konsole spielen“, sagte ein Junge begeistert. „Wir schauen nicht den ganzen Tag Sportstudio“, merkte der Bürgermeister verschmitzt an. Bei Besprechungen werde der große Bildschirm beispielsweise verwendet, um Baupläne oder Landkarten abzubilden.

Die Mehrzahl der Siebtklässler sagte, der Besuch sei „sehr interessant“ gewesen, ein Jugendlicher hatte allerdings in der Fragerunde mit dem Schlaf zu kämpfen. Ein kurzes Nickerchen auf der Tischplatte brachte ihn wieder auf Vordermann. Einer seiner Mitschüler hingegen fand es „spannend“, antwortete jedoch auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, einmal Bürgermeister zu werden: „Nein, das ist mir doch zu viel Arbeit!“