Warum Wettmar nicht an „Kunst in Bewegung“ teilnahm

In einer Scheune Hinter den Höfen in Engensen hatte Bernd Laudage seine Holzsklupturen aufgestellt, reizvoll auch durch den Gegensatz zu den roboterhaften Metallgebilden des Atelier-Inhabers Nicolas Walter. Die Stelen in beachtlicher Größe und die Laternen, wie er sie nannte, sind der natürlichen Struktur heimischer Hölzer nachgearbeitet. (Foto: Renate Tiffe)

Fortsetzung von Seite 1/Kunstorte in Thönse und Engesen

WETTMAR (ti). In Wettmar fand vor zwei Wochen der „Sommerspaziergang“ statt mit Kunstausstellungen an verschiedenen Orten. An Präsentationen im Rahmen von „Kunst in Bewegung“ war dieser Burgwedeler Ortsteil diesmal nicht beteiligt.
Haben die Wettmarer sich ausgeklinkt, wollen sie ihre eigene Tour fahren und zur Konkurrenz von KIB werden, fragte sich mancher kunstinteressierte Bürger.
Nichts von dem sei zutreffend, sagt das Ehepaar Birgit und Dr. Dirk Bode, das von Anfang an bei KIB mitgewirkt hat, wie auch die anderen Beteiligten aus Wettmar. „Wir vom „Sommerspaziergang“ sind Privatleute, die Lust haben, etwas zu tun, um das Dorfleben zu bereichern. Darüber hinaus haben wir kein Interesse. Wir sind keine Organisation.“ „Wenn Sie so wollen, könnten wir in etwa eine Ergänzung sein, so wie der Dorfmarkt in Thönse“, ergänzt Birgit Bode-Stüring. Es sei schade, dass es in diesem Jahr so gelaufen sei.
Schade fand das auch Karlheinz Schridde, IGK-Vorsitzender und Mitglied im KIB-Organisationsteam. Die Wettmarer Veranstalter haben sich nicht gemeldet, und es gebe unter ihnen keinen Ansprechpartner für die IGK, so Schridde als Begründung. Das fand Dirk Bode nun verwunderlich, hatte sich Schridde doch im vergangenen Jahr auf Bodes Hof persönlich für die Teilnahme bedankt.
Vorher hatte es aus KIB-Kreisen lapidar geheißen, dass die Wettmarer Künstler einen zweiten Auftritt abgelehnt hatten. Innerhalb einer so kurzen Zeitspanne war das verständlich. In Wettmar hatte es keine Anfragen gegeben.
Hintergrund könnte sein, dass die Höhe der Umlagen für die ausstellenden Künstler eine Rolle gespielt hat. Standplatzgebühren gibt es in beiden Fällen nicht. Aber in Wettmar wird so kalkuliert, dass nur das Nötigste bezahlt werden muss. Eine Summe von 25 Euro werde erhoben, so Birgit Bode-Stührig. Wenn etwas übrig bleibe und durch eingesammelte Spenden sei dann eine Beteiligung an größeren Projekten möglich. So konnte 2014 zur Finanzierung eines Sonnensegels auf dem Spielplatz am Wettmarer Dorfplatz beigetragen werden. Dass es noch nicht da ist, liegt daran, dass es falsch geliefert wurde. In diesem Jahr solle die Spende zugunsten nepalesischer Kinder an Unicef gehen.
Anders sieht die Rechnung bei KIB aus. Von den 100 Euro plus Mehrwertsteuer, die die Künstler zu entrichten haben, werden die Veranstaltungs-Broschüre in einer Auflage von 5000 Stück, ein Flyer, der Internetauftritt jedes Ausstellenden, die Pressearbeit und anderes mehr bezahlt, macht Schridde geltend. Im Grunde seien beide Umlagen nicht vergleichbar.
Als Fazit ergibt sich: es müssen Gespräche zwischen den beteiligten Organisatoren stattfinden - und zwar möglichst schnell, bevor Termine für 2016 ins Auge gefasst werden.