Waldumbau im Sprillgehege

Ausgelichteter Kiefernschirm für mehr Licht am Boden. (Foto: Niedersächsische Landesforsten)
 
Die Pflanztaschen des Forstwirtes sind gut gefüllt mit Douglasien. (Foto: Niedersächsische Landesforsten)

Vom Kiefernwald zum widerstandsfähigeren Mischwald

Fuhrberg (r/bs). Das Forstamt Fuhrberg legt die Grundlage für die nächste Waldgeneration im Sprillgehege bei Fuhrberg. Rund 40.000 junge Buchen, Roteichen, Küstentannen, Lärchen, Douglasien lassen die Försterinnen und Förster unter den Kronen der Kiefern, Birken und Eichen pflanzen. Die so entstehenden neuen Mischbestände werden den Wald in den nächsten Jahrzehnten verändern.
„Um die Wälder gegenüber extremen Naturereignissen widerstandfähiger zu gestalten, pflanzen unsere Forstwirte verschiedene an die jeweiligen Standorte angepasste Baumarten“, erklärt Lucas Kubel, Revierleiter der Försterei Fuhrberg. Mischwälder zeichnen sich nicht nur durch verschiedenen Baumarten in unterschiedlichen Anteilen aus, sondern sie sind meist artenreicher und verfügen über größere Strukturvielfalt. Zudem sind sie insgesamt stabiler und widerstandsfähiger gegenüber biotischen und abiotischen Einflüssen wie Stürmen.
Damit die jungen Bäume die besten Startvoraussetzungen haben, ist einiges an Vorarbeit notwendig. Die oberste Bodenschicht in nadelholzdominierten Wäldern besteht überwiegend aus Nadelstreu und wenig zersetztem, organischem Material. Diese Bodenschicht, Rohhumus genannt, erschwert den jungen Pflanzen das Anwachsen, denn sie wirkt wie ein Schwamm: nur ein geringer Teil des dringend benötigten Regens dringt bis in den Wuzelbereich der jungen Bäume im darunterliegenden Mineralboden vor.
Lucas Kubel erklärt das Verfahren: „Durch eine Holzerntemaßnahme schaffen wir Platz zwischen den älteren Bäumen, sodass nun genügend Licht an den Boden kommt,- eine wichtige Voraussetzung für das Wachstum der neuen Waldgeneration. Dabei darf nicht zu viel und nicht zu wenig Licht an den Boden gelangen.“
Während zu viel Licht die Konkurrenzvegetation der jungen Bäume geradezu explodieren ließe, führte zu wenig Licht zu geringerem Wachstum bei verminderter Konkurrenzkraft der jungen Bäume. Deshalb brauchen die jungen Bäume geeignete Pflanzplätze, die vorbereitet werden müssen. Dazu wird die Nadelstreu und die Konkurrenzvegetation z.B. aus Heidelbeere streifenweise mit einem Bagger abgezogen.
Besonders wichtig ist es dabei, dass gerade nur so viel Rohhumus bewegt wird, wie zum Pflanzen der Bäume notwendig ist. Denn in diesem humosen Oberboden befinden auf den armen Sandböden um Fuhrberg wichtige Nährstoffe, die auch die jungen Bäume für ihr Wachstum benötigen.
In den Pflanzstreifen liegt der Mineralboden frei, in den die jungen Bäume gepflanzt werden. So können sich ihre Wurzeln im Mineralboden ausbreiten, die Setzlinge sind besser vor dem Austrocknen geschützt und werden nicht so schnell von der Konkurrenzvegetation überwachsen. „Je sorgfältiger wir bei der Vorbereitung vorgehen, desto besser werden es die Bäume in der Zukunft haben“, führt Förster Kubel aus.
Noch sind die Setzlinge klein und unscheinbar, dennoch wird sich – auch dank der guten Vorbereitung – der Wald im Sprillgehege zukünftig ändern: Neben der bisher prägenden Kiefer werden Laubbäume und weitere Nadelhölzer den Wald vielfältiger machen, sodass er auch unter geänderten Klimabedingungen Holzlieferant, Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsraum bleiben wird.