Wahlen sind vorerst vertagt

Hans-Jürgen Engelke (r.) wurde von Volker Kluth für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Andreas Tietgen (r.) überreichte Blumen und den „Goldenen Kochlöffel“ als humorvolle Auszeichnung für das besondere Engagement von Bärbel Lübbe. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Oldhorst sucht noch einen neuen Ortsbrandmeister als Nachfolger von Walter Rockahr

Von Bettina Garms-Polatschek

OLDHORST. Großer Andrang herrschte bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oldhorst am vergangenen Freitag. Rund fünfzig Teilnehmer kamen in das Feuerwehrhaus der kleinsten Wehr im Stadtgebiet, die 22 Aktive, 26 Fördermitglieder und zehn Alterskameraden hat. Ortsbrandmeister Walter Rockahr hatte seinen Stellvertreter Andreas Tietgen mit der Leitung der Sitzung beauftragt, da er selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Dieser hatte eine ganze Reihe von Gästen zu begrüßen, wie Stadtbrandmeister Ingo Motl und seinen Stellvertreter Dirk Hemmann, Ehrenstadtbrandmeister Friedhelm Leisenberg und seitens der Region Volker Kluth als stellvertretender Leiter des Brandabschnitts V. Selbst die Thönser Nachbarfeuerwehr war durch Ortsbrandmeister Ingmar Franke vertreten.
Den wichtigsten Tagesordnungspunkt musste Tietgen jedoch verschieben. Die Wahl eines Nachfolgers für Walter Rockahr, der im Juni nach 30 Jahren sein Ehrenamt in der Oldhorster Feuerwehr niederlegt, wurde auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung vertagt. „Ich stelle fest, es erfolgt kein Vorschlag“, fasste der Stellvertreter zusammen, nachdem sich kein Kandidat für das Amt gefunden hatte. Stadtbrandmeister Ingo Motl ist zuversichtlich, dass bis dahin eine geeignete Person kandidiert und betonte: „Wir haben ausreichend Zeit für den Findungsprozess“.
Das Einsatzjahr verlief laut Bericht von Andreas Tietgen durchschnittlich, was die Anzahl der Einsätze anging. Fünf Mal rückte die Oldhorster Wehr aus, darunter ein Sturmschaden, zu dem die Drehleiter aus Burgdorf angefordert werden musste. Das habe 20 Minuten gedauert, so Tietgen.
Ein Mal musste die Dieselspur eines Busses quer durch den Ort mit Bindemittel abgestreut werden, ein anderes Mal eine Ölspur. Besonders erschüttert habe die Einsatzkräfte ein schwerer Verkehrsunfall auf der Landesstraße 383 auf Höhe des Friedhofs, bei dem eine Frau ums Leben kam. „Das ist ein Einsatz der im Gedächtnis bleibt, man wird nachdenklich“, zeigte Tietgen den Tiefpunkt im Einsatzgeschehen des Vorjahres auf.
In 2018 leistete die Feuerwehr 1578 Dienststunden, in denen neben 153 Einsatzstunden auch zahlreiche Übungen und öffentliche Veranstaltungen wie Osterfeuer oder der Laternenumzug geleistet wurden. Dafür sprach Ortsbürgermeister Thorsten Rieckenberg seinen Dank aus und lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit. Markus Will untermalte die Versammlung bildlich mit seiner eindrucksvollen Präsentation von Übungen und geselligen Veranstaltungen sowie Atemschutzgeräteträger in Heißausbildung, denen Bärbel Lübbe besonders zugetan ist. Sie erhielt die originelle Auszeichnung „Goldener Kochlöffel“, da sie jedes Jahr die Atemschutzgeräteträger des gesamten Stadtgebietes nach der anstrengenden Burgdorfer Übungsstrecke mit Speisen und Getränken in Oldhorst versorgt. Außerdem sei sie ohnehin immer dabei, wenn es um das Thema „Verpflegung“ gehe, lobte Andreas Tietgen.
Matthias Will ist schon lange in der Wehr engagiert. Er wurde für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet und erhielt ebenso wie Andreas Tietgen die Beförderung zum Ersten Hauptfeuerwehrmann. Manuela Tietgen wurde zur Oberfeuerwehrfrau befördert. Hans-Jürgen Engelke erhielt ein Ehrenabzeichen für 60 Jahre Mitgliedschaft.