Vorstand vom Kulturverein Isernhagenhof nicht mehr geschäftsfähig

Rudolf Scharff als Vorsitzender zurückgetreten

ISERNHAGEN (ti). Im Vorstand des Kulturvereins Isernhagenhof haben sich dramatische Veränderungen ergeben. In einer nichtöffentlichen Mitgliederversammlung ist der Vorsitzende Rudolf Scharff zurückgetreten. Vorstandsmitglied Istvan Szentpali hatte schon vorher aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgegeben und der Kassenwart Ingolf Ziemehl kündigte sein Ausscheiden für Juni an. Damit ist der Vorstand nicht mehr geschäftsfähig.
Die Amtsgeschäfte führt der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Dorn weiter. Er war wegen einer Reise zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Einer Mitteilung des Kulturvereins zufolge hatte Dorn den Rücktritt Scharffs bedauert. Er habe aber gleichzeitig Verständnis dafür gezeigt, dass „keine ordentliche Vereinsarbeit“ zu leisten sei, wenn im Vorstand „einer dem anderen nicht trauen“ könne.
Tatsächlich war das Vertrauensverhältnis unter den Vorstandsmitgliedern schon seit längerem gestört, weil immer wieder Interna nach außen gelangten, bevor die Beratungen zuende geführt worden waren. Besondere Kritik wurde laut, als bekannt wurde, dass Scharff für seine Vorstandsarbeit mit monatlich 2000 Euro „entlohnt“ werden sollte – was bei anderen Vereinsvorsitzenden in der Gemeinde auf Unverständnis stieß.
Wie Vorstandsmitglied Burghard Kinder bereits bei einem Pressegespräch Anfang März erklärt hatte, war besagte Aufwandsentschädigung für einen begrenzten Zeitraum vorgesehen, nämlich für zwei Jahre, in denen das defizitäre Unternehmen Isernhagenhof finanziell saniert werden sollte. Unterdessen hatte sich ein zusätzliches Finanzloch aufgetan durch die Weiterbezahlung des früheren Geschäftsführers Jürgen Hanisch bis Februar, die zu zahlende Abfindung sowie die Gerichtskosten. Dass die Entlassung von Hanisch schon im Jahr vorher geplant und von Scharff nur vollzogen worden war, sei in der Mitgliederversammlung noch einmal verdeutlich worden.
Neben der Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs und den Veranstaltungsplanungen für die kommenden Monate gehörte eine Bestandsaufnahme zu den ersten Aufgaben des neuen Vorsitzenden Rudolf Scharff. Hierbei war er offenbar an verschiedenen Stellen angeeckt. Das galt auch für die Neustrukturierung der Mietkosten, die im Pressegespräch im März vorgestellt worden war. „Wir müssen Geld verdienen im Isernhagenhof“, lautete Scharffs Devise. Eine Satzungsänderung wurde von der Mitgliederversammlung als notwendig erachtet, die von einer fünfköpfigen Kommission ausgearbeitet werden sollte. Schon vorher war zu erfahren, dass das Gremium dem Vorsitzenden die Zustimmung versagte.
Da in der Zwischenzeit sehr viel an die Öffentlichkeit gelangt war – von gezielten Falschmeldungen ist in der Presseinformation die Rede - blieb Scharff nichts anderes als der Rücktritt übrig, um seinen Ruf zu retten, so die offizielle Stellungnahme des Kulturvereins. Dem Wunsch zahlreicher Mitglieder, er möge den Entschluss rückgängig machen, habe er nicht entsprochen.
In seiner Dankesrede hatte Dorn den unermüdlichen Einsatz von Scharff herausgestellt. Er habe den Isernhagenhof Kulturverein, den er als „Ruine“ übernommen hatte, in nahezu zehn Monaten auf ein Gerüst gestellt, auf dem erfolgreich aufgebaut und weiter gearbeitet werden könne.
Auf den kommissarischen Vorsitzenden kommt in den nächsten Wochen viel Arbeit zu. Er muss der nächsten Mitgliederversammlung im Juni einen neuen Vorstand präsentieren, von dem die Zukunft des Isernhagenhofes abhängt.