Vom Torfmoos bis zur Steinkohle

Lasse (links) und Emil versuchten sich am Mahlstein.

Tag des Heimatvereins in der Heimatdiele Wettmar

VON DANA NOLL

WETTMAR. Lasse und Emil hatten ganz schön zu kämpfen. Doch die beiden Jungs gaben nicht auf, aus dem Dinkelkorn, Mehl zu machen. In Zeiten, in denen es noch keine Getreidemühlen gab, wurden Mahlsteine verwendet. Durch emsiges Drehen der beiden übereinander liegenden Steine, wurden die Körner, die in eine mittige Mulde gefüllt wurden, zermahlen. Bis daraus Mehl wurde, um Brot zu backen, brauchte es viel Geduld und Muskelkraft. „Da haben wir es heute etwas einfacher“, bemerkte eine Besucherin.
Am Tag der Deutschen Einheit veranstaltete der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse und Wettmar seinen „Tag des Heimatvereins". In diesem Jahr wurde auf dem Hof und in der Heimatdiele in der Heierdrift 15 in Wettmar gefeiert. Die Organisatoren hatten viel vorbereitet, um den Besuchern einen schönen und informativen Nachmittag rund um das diesjährige Thema „Torf und Moor“ zu bieten.
Wettmar ist umgeben von Naturschutzgebieten wie Trunnenmoor und Kienmoor, in denen früher Torf als Heizmaterial gestochen wurde. Welf von Lueder gab den Besuchern auf dem Hof einen Einblick in die dortige Flora und Fauna, im speziellen in das Thema damalige und heutige Torfgewinnung und -verwendung. Mit Hilfe eines Schauobjektes konnten die Interessierten den Weg vom Moor zum Torf und zur Kohle verfolgen. Zahlreiche Torfstücke standen zum Anschauen und Anfassen bereit. Auch die älteste Art der Beleuchtung, mit Kienspänen, wurde gezeigt. „Hierbei handelt es sich um Holz mit übermäßigen Einschlüssen von Harz, das entsteht, wenn die Baumrinde verletzt ist, und der Baum viel Harz produziert, um die Wunde zu schließen. Die Kienspäne wurden dann angezündet und zur Beleuchtung genutzt“, erklärt Welf von Lueder.
Ergänzend hierzu konnte eine Ausstellung mit historischen Gebrauchsgegenständen zur Torfgewinnung oder auch anderen land- und hauswirtschaftlichen Gerätschaften besucht werden.
Für das leibliche Wohl war mit Bratwürsten, Stockbrot, Pellkartoffeln mit Dip und einer großen Kuchentafel – alles Spenden aus dem Ort – bestens gesorgt.
„Der Heimatverein feiert im nächsten Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Da wird es auch wieder unseren beliebten Mühlenschwoof geben“, erzählt der 2. Vorsitzende Felix Bartels.