Volles Wartezimmer für Puppen, Krokodile und Co.

Nina Kessens (7) hält ihre Puppe auf dem Arm und schaut zu, wie Maria Misch (l.) und Harald Arndt den Verband anlegen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Viele Kinder brachten ihre Lieblings-Stofftiere zum Teddy-Krankenhaus nach Kleinburgwedel

KLEINBURGWEDEL (bgp). Schnelle Hilfe für kranke Puppen, Bären und andere Stofftier-Patienten gab es im Teddy-Krankenhaus des DRK in der Grundschule Kleinburgwedel. Anlässlich des Flohmarktes der Offenen Ganztagsschule hatten die Helferinnen und Helfer des DRK für die besorgten Teddy-Eltern die Türen geöffnet. Der Spendenerlös aus beiden Aktionen ist für die Schulspeisung von Kindern im bulgarischen Aleko vorgesehen. Ein großes Kuchenbuffet des Fördervereins sorgte ebenfalls für Spenden. Die Kleinburgwedeler Grundschule hat bisher ein Patenkind, das mit Schulessen versorgt wird. „Unser Ziel ist es, noch ein zweites Kind dauerhaft unterstützen zu können“, erklärte Ute Kricks, Leiterin des Hortes in der Offenen Ganztagsschule Kleinburgwedel.
Alwine hat Mingi, ihren rosa Flamingo auf dem Arm. An der Rezeption meldet sie ihr Stofftier ordnungsgemäß an und erhält einen Zettel mit dem Namen des Patienten und einem Feld für die Diagnose. Darunter wird die ärztliche Anweisung für Zuhause notiert: „Spielen, gesundes Essen, Kuscheln, Ruhe und Verband“ ist dort zu lesen. Zunächst müssen beide noch im Wartezimmer warten, bis sie aufgerufen werden.
Sanitäter und „Teddy-Arzt“ Harald Arndt übernimmt die Untersuchung des Flamingos. Die Krankenschwester macht zur Sicherung der Diagnose eine „Röntgenaufnahme“ im Nebenraum. Sie schaltet das Licht ein und aus, sodass die Kinder an der Tür mit dem Milchglas das Aufflackern der Lampe sehen können.
Mit einem kopierten Zettel kommt sie wieder heraus und überreicht der besorgten Alwine das „Röntgenbild“. Mingi hat sich das Bein verstaucht. Mit geübten Handgriffen verbinden die DRK-Helfer das Bein des Flamingos. „Er braucht jetzt viel Aufmerksamkeit“, sagt Arndt und stellt ein Rezept für die „Schmerz-Lass-Nach“ Pille aus. In der „Apotheke“ bekommt Alwine aus dem Traubenzucker-Sortiment das benötigte Präparat überreicht.
Nina (7) ist mit ihrer Puppe in das Teddy-Krankenhaus gekommen. „Eine Amputationsverletzung“ stellt Teddy-Arzt Arndt nach der Röntgenaufnahme fest und verbindet fachkundig das lädierte Ärmchen der Puppe. „Viel kuscheln, ablenken und vorlesen“, rät er Nina als Therapie und stellt das „Anti-Knicke-Arm“ Rezept aus.
Am Nachmittag laufen noch sehr viele Kinder mit ihren Patienten durch die Räume des Teddy-Krankenhauses, in dem nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft behandelt wird. „Chirurgin“ Katja Richter vom DRK näht Augen an und muss auch die eine oder andere „offene Wunde“ mit Nadel und Faden bearbeiten. Wenn die Kinder einmal ins Krankenhaus müssen, sind sie schon gut auf die Abläufe vorbereitet, denn wenn dort alle so nett sind wie im Teddy-Krankenhaus, kann eigentlich gar nichts schief gehen.