Voller Hof beim Sommerfest

Freude bei Anna Jacob (v. l.) über den 500 Euro Scheck, der von Susanne Busse und Claudia Meier überreicht wurde.
 
Mattes (1 Jahr) genießt den Ritt auf dem Pony.

Spiel und Spaß lockten viele Besucher - Oldhorster Westernreitverein stellt Kooperation mit Pro School vor

OLDHORST (bgp). Die langen Autoschlangen am Wegesrand zeigten schon das große Interesse am alljährlichen Sommerfest vom Westernreitverein Go easy und dem Schulbauernhof Burgwedel. Hitze und Staub unter den Füßen vermittelten den Besuchern das authentische Gefühl: „Hier kann ich mit Herz und Hand etwas machen“. Werken und Basteln standen auf dem Programm, auch eine Familienolympiade mit Bierkistenlaufen und Sulkyrennen waren dabei. In der Scheune gab es Marmelade und Eier ebenso wie Basteleien aus eigener Erzeugung des Schulbauernhofes und vieles mehr.

Viele Kinder drehten vergnügt ihre Runden auf den Ponys, die von Jugendlichen auf dem Platz herumgeführt wurden. Spannend wurde es in der Strohhüpfburg, als sich die jungen Besucher daran machten, einen versteckten Schatz zu suchen. Einige liefen mit Loseimern über den Hof und warben für die Teilnahme an der Tombola, bei der jedes Los gewinnt. Die Gäste genossen herzhafte Leckereien vom Grill und suchten sich vom Kuchenbüffet etwas passendes aus.

Das Team um die Vereinsvorsitzende Anna Jacob nutzte beim Hoffest die Gelegenheit, neue Projekte vorzustellen. Aktuell arbeitet der Schulbauernhof Burgwedel als außerschulischer Lernort mit drei Grundschulen aus Isernhagen und Burgdorf sowie der IGS Lehrte zusammen. Eine Kooperation mit der IGS Burgwedel soll möglichst regelmäßig erfolgen.
„Die Kinder lernen hier in Ruhe die Bedürfnisse der Tiere kennen“, erzählt Anna Jacob. Artgerechte Haltung wird auf dem Schulbauernhof groß geschrieben. Die Tiere wie Schafe, Hühner und Ponys haben genügend Auslauf und eine natürliche Umgebung. Sie liefern nicht nur Wolle oder Eier, sondern werden von den Schülerinnen und Schülern mit betreut. Aufgaben wie Füttern und Tränken stärken das Verantwortungsgefühl der Kinder, die außerdem ihre Sinne schärfen, denn Streicheln und Ansprache der Tiere sind ausdrücklich erwünscht. „Beim Anbau von Gemüse und Blumen verfolgen die Kinder den natürlichen Ablauf vom winzigen Samenkorn bis zur Ernte“, erklärt Jacob und verweist auf den neuen Garten, der seit einem Jahr bewirtschaftet wird. Er wurde im vergangenen Frühjahr und Sommer gemeinsam mit Schulkindern angelegt. Dort wächst biologisch angebautes Gemüse, Kräuter und Blumen gehören auch dazu.

Neu ist eine Zusammenarbeit mit Pro School, einer professionellen Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogische Fachkräfte des in Nordstemmen, Hildesheim und Hannover ansässigen Unternehmens kümmern sich um Schulbegleitung, Erziehungs- und Familienhilfe sowie um Diagnose und Therapie bei Beeinträchtigungen wie Dyskalkulie, Legasthenie oder Autismus. Claudia Meier, Erzieherin und ausgebildete Fachkraft für tiergestützte Pädagogik, ist seit diesem Jahr mit einer Gruppe regelmäßig auf dem Hof. Darunter sind auch autistische Kinder, die häufig Schwierigkeiten haben, sich auf andere einzustellen. In einem Projekt haben drei autistische Jungen unter Anleitung zusammen eine Bank gebaut. „Das war schon toll, wie sie sich fanden und gegenseitig unterstützt haben“, sagt Anna Jacob. Ein autistischer Junge habe ein besonderes Gespür für Tiere entwickelt. Als er auf die Schafwiese gegangen sei, habe sich die Herde ganz selbstverständlich um ihn geschart. Etwa eine halbe Stunde lang habe der Junge die Tiere beobachtet und gestreichelt.
Die Begeisterung bei Susanne Busse, Sozialpädagogin und Geschäftsführerin von Pro School, ist ebenfalls groß: „Das Hofgelände und die Tiere bieten tolle pädagogische Möglichkeiten für die Kinder.“ Dort gibt es außerdem zwei bunt bemalte Bauwagen, in denen Platz für acht junge Übernachtungsgäste ist. Pro School beteiligte sich finanziell und überreichte einen Scheck mit einer Fördersumme von 500 Euro im Rahmen des Hoffestes.